Klangtüftler Sven Bösiger ist seit Jahren mit dem Mikrofon unterwegs und macht hörbar, was sonst im alltäglichen Rauschen und Lärmen untergehen würde. Seine Fundstücke finden sich unter anderem in der Hörkolumne Schallland auf saiten.ch, das jüngste ist hier.
Jetzt lädt Bösiger mit dem Album Alpines Brise-, Wind- und Sturmregister auf eine Vinyl-Klangexpedition ein, bei der es einem ordentlich die Hosenstösse durchlüftet. Bösiger hat Winde aller Art gesammelt, stürmische, säuselnde, aufbrausende, böige, gurgelnde, verschnupfte, schneidende Klänge. Er ist dazu an exponierte und introvertierte Orte gestiegen. Aus vielen Stunden Material hat er sein Soundtrack-Gebläse geschaffen.
Alpines Brise-, Wind- und Sturmregister: 21. Dezember, 21 Uhr, Palace St.Gallen
palace.sg
Parallel hat Bösiger zehn Musiker dazu eingeladen, sich mit den Themen Atmosphäre und Wind auf je eigene Weise auseinanderzusetzen: Fa Ventilato (NYC, SG), Goran Kovacevic (SG), Hans Koch (BE), Joseph Doane (CAN), Michael Neff (SG), Patrick Kessler (AR), Roland Schlimme (CAN), Stefan Baumann /AR), Val Opielskie (NYC) und sich selber. Ihre Beiträge bilden den zweiten Materialteil, rund 40 Minuten Musik, die anschliessend mit den Windtönen zu einer Collage arrangiert worden sind. Bei der Live-Premiere am 21. Dezember im Palace werden vier der am Projekt beteiligten Musiker, Neff, Kessler, Baumann und Bösiger «heulen, flattern und säuseln, was das Zeug hält».
Unerhörtes verspricht auch das Konzert vom Freitagabend im Kulturkonsulat an der Frongartenstrasse in St.Gallen. Gambrinus Jazz beschreitet mit einer neuen Reihe, betitelt «Soeben im Konsulat», bisher unbegangene Wege. Einerseits was den Ort betrifft: Die Konzerte finden im zwischengenutzten ehemaligen italienischen Konsulat statt, im dortigen Ausstellungsraum von Nextex. Andrerseits was die Formationen betrifft: Hier kommt zusammen, was sonst nicht zusammenspielt – aber mutmasslich zusammenpasst.
Soeben im Konsulat: 22. und 29. Dezember, 4. Januar, jeweils 20 Uhr, Frongartenstrasse 9 St.Gallen
gambrinus.ch
Zum Auftakt gastiert der syrische Oud-Spieler Bahur Ghazi im Konsulat. Er verbindet traditionelle arabische Musik und westliche Harmonik und entwickelt dazu auch neue Spieltechniken auf der Oud. Ghazi spielt zusammen mit dem Trompeter Werner Hasler und dem Bassisten Marc Jenny – beide sind nicht nur akustisch, sondern auch elektronisch unterwegs. Im Rahmen der experimentellen Konzertreihe von Gambrinus Jazz Plus begegnen sich die drei zum ersten Mal, um gemäss Ankündigung «gemeinsam die Ruhe als kraftvollen Ausgangspunkt für gemeinsame Höhenflüge und eruptive Improvisationen auszuloten. Andeutungen, Konzepte und Skizzen verweben sich mit gänzlich freier Improvisation und bieten unvorhersehbare Dynamikverläufe.»
Bahur Ghazi. (Bild: pd)
In einer Woche, am 29. Januar setzt ein nicht minder experimentierfreudiges Quartett die Reihe fort: Schlagzeuger David Meier, Gitarrist Dominic Landolt, Trompeter Michi Neff und Sandro Heule am Bass spielen ein Konzert unter dem Titel «To the moon and beyond». Teil drei der Reihe bestreitet am 4. Januar wiederum Bassist Sandro Heule mit einer jungen Crew: Christof Mahnig (Trompete), Josquin Rosset (Keys) und Mario Hänni (Drums).
Mit verschreckten Securitys in einer bunten Inszenierung von Angelika Zacek präsentiert das Vorarlberger Landestheater in Bregenz Shakespeares Ein Sommernachtstraum.
Die St.Galler Festspiel-Oper spielt dieses Jahr im Haus statt auf dem Klosterplatz – ein Glücksfall für Verdis Aida, die menschlich und musikalisch in die Tiefe geht. Modestas Pitrenas dirigiert ein letztes Mal, Ben Baur inszeniert bildstark.
Im Werk 2 in Arbon dreht sich derzeit alles um Mythen. «Sehnsucht Mythos. Wie Geschichten unsere Welt gestalten» ist eine ästhetische Ausstellung, die mit ihrem sehr breiten Mythosbegriff arbeitet und vielfältige Geschichten unter einem Dach vereint.
Neue Eigenproduktion
Tunneleröffnung
Das musste ja so kommen! Es konnte nicht bei einem bleiben. Zum Glück! Jetzt gibt es das zweite grosse, schwere Psychobuch von Beni Bischof. Darin verwirbelt der Künstler erneut Eigenes, Fremdes, Befremdliches, Bekanntes, Neues, Unkenntliches mit lockerer Hand, Humor und Hintersinn.
Die Sonderausstellung «Baustelle Erinnerung / ‹Hitler entsorgen› – Arbeiten am belasteten Erbe» im Vorarlberg Museum in Bregenz beschäftigt sich damit, wie ein verantwortungsvoller Umgang mit Gegenständen aus der NS-Vergangenheit aussehen kann. Ausserdem berät das Museum Privatpersonen, die solche Gegenstände besitzen.
Forrer Stieger Architekten gelingt mit dem Dreifachkindergarten und der Tagesbetreuung im Heiligkreuzquartier in St.Gallen die Quadratur des Kreises.
Es geht um uns Menschen und unser sonderbares und verheerendes Verhalten. «Humans» heisst die grosse Einzelausstellung des Ostschweizer Künstlers Olaf Breuning. Viele Arbeiten sind speziell für die Schau im Museum Allerheiligen in Schaffhausen entstanden.
In Wil fand am Wochenende das Rock am Weier statt. Seit 25 Jahren gibt es das Festival, und trotz inzwischen grösserer Namen ist es immer noch kostenlos. Ein Verein organisiert es nicht-profitorientiert und fördert regionale Acts. Unsere Autorin ist an den Ort ihrer musikalischen Sozialisation zurückgekehrt. Eine Reportage.
Kolumne: 24/7 Traumacore
Ausstellung im Museum Rosenegg
Kabarett in Herisau
Debatten um Machismus, Deepfake-Pornos, häusliche Gewalt und Femizide sind beinahe alltäglich. Was können Männer gerade tun, wenn sie unter Generalverdacht geraten? Frauenhausleiterin Katja Hämmerli Keller, Florance Hildebrand vom feministischen Streikkollektiv Thurgau und Manuel Benjamin Lehmann vom Forum Mann diskutieren Lösungsansätze.
Kommentar zur SVP-Chaosinitiative
Das AFO, das Architektur Forum Ostschweiz, diskutiert und vermittelt seit 30 Jahren Baukultur. Am kommenden Freitag wird das Jubiläum gefeiert und die neuste Artikelserie der guten Bauten als Buch präsentiert.
Minasa bekommt also doch Geld aus dem Lotteriefonds: Der Kantonsrat hat dem von Saiten und Thurgaukultur.ch aufgebauten Projekt, das den grössten Veranstaltungskalender der Ostschweiz ermöglicht, die Finanzierung für drei weitere Jahre gesichert.
Inna Shevchenko fragt im Dokumentarfilm Girls and Gods, ob die monotheistischen Weltreligionen mit Feminismus vereinbar sind. Auf der Suche nach Antworten begegnet sie widersprüchlichen Theorien und mutigen Frauen. Und bleibt nicht nur stille Beobachterin.
In eigener Sache
Abstimmungskommentar zur SVP-Chaosinitiative