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, 21. Dezember 2017
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Laute Abende vor der Stillen Nacht

Und plötzlich hat man Zeit, kurz vor den Festtagen. Und kann die Ohren aufmachen für Unerhörtes. Heute im St.Galler Palace heulen und stürmen Sven Bösigers Winde. Morgen im Konsulat startet die neue Reihe «Soeben» von Gambrinus Jazz mit so noch nie gehörten Formationen.

Klangtüftler Sven Bösiger ist seit Jahren mit dem Mikrofon unterwegs und macht hörbar, was sonst im alltäglichen Rauschen und Lärmen untergehen würde. Seine Fundstücke finden sich unter anderem in der Hörkolumne Schallland auf saiten.ch, das jüngste ist hier.

Jetzt lädt Bösiger mit dem Album Alpines Brise-, Wind- und Sturmregister auf eine Vinyl-Klangexpedition ein, bei der es einem ordentlich die Hosenstösse durchlüftet. Bösiger hat Winde aller Art gesammelt, stürmische, säuselnde, aufbrausende, böige, gurgelnde, verschnupfte, schneidende Klänge. Er ist dazu an exponierte und introvertierte Orte gestiegen. Aus vielen Stunden Material hat er sein Soundtrack-Gebläse geschaffen.

Alpines Brise-, Wind- und Sturmregister:
21. Dezember, 21 Uhr, Palace St.Gallen

palace.sg

Parallel hat Bösiger zehn Musiker dazu eingeladen, sich mit den Themen Atmosphäre und Wind auf je eigene Weise auseinanderzusetzen: Fa Ventilato (NYC, SG), Goran Kovacevic (SG), Hans Koch (BE), Joseph Doane (CAN), Michael Neff (SG),  Patrick Kessler (AR), Roland Schlimme (CAN), Stefan Baumann /AR), Val Opielskie (NYC) und sich selber. Ihre Beiträge bilden den zweiten Materialteil, rund 40 Minuten Musik, die anschliessend mit den Windtönen zu einer Collage  arrangiert worden sind. Bei der Live-Premiere am 21. Dezember im Palace werden vier der am Projekt beteiligten Musiker, Neff, Kessler, Baumann und Bösiger «heulen, flattern und säuseln, was das Zeug hält».

Unerhörtes verspricht auch das Konzert vom Freitagabend im Kulturkonsulat an der Frongartenstrasse in St.Gallen. Gambrinus Jazz beschreitet mit einer neuen Reihe, betitelt «Soeben im Konsulat», bisher unbegangene Wege. Einerseits was den Ort betrifft: Die Konzerte finden im zwischengenutzten ehemaligen italienischen Konsulat statt, im dortigen Ausstellungsraum von Nextex. Andrerseits was die Formationen betrifft: Hier kommt zusammen, was sonst nicht zusammenspielt – aber mutmasslich zusammenpasst.

Soeben im Konsulat:
22. und 29. Dezember, 4. Januar, jeweils 20 Uhr, Frongartenstrasse 9 St.Gallen

gambrinus.ch

Zum Auftakt gastiert der syrische Oud-Spieler Bahur Ghazi im Konsulat. Er verbindet traditionelle arabische Musik und westliche Harmonik und entwickelt dazu auch neue Spieltechniken auf der Oud. Ghazi spielt zusammen mit dem Trompeter Werner Hasler und dem Bassisten Marc Jenny – beide sind nicht nur akustisch, sondern auch elektronisch unterwegs. Im Rahmen der experimentellen Konzertreihe von Gambrinus Jazz Plus begegnen sich die drei zum ersten Mal, um gemäss Ankündigung «gemeinsam die Ruhe als kraftvollen Ausgangspunkt für gemeinsame Höhenflüge und eruptive Improvisationen auszuloten. Andeutungen, Konzepte und Skizzen verweben sich mit gänzlich freier Improvisation und bieten unvorhersehbare Dynamikverläufe.»

Bahur Ghazi. (Bild: pd)

In einer Woche, am 29. Januar setzt ein nicht minder experimentierfreudiges Quartett die Reihe fort: Schlagzeuger David Meier, Gitarrist Dominic Landolt, Trompeter Michi Neff und Sandro Heule am Bass spielen ein Konzert unter dem Titel «To the moon and beyond». Teil drei der Reihe bestreitet am 4. Januar wiederum Bassist Sandro Heule mit einer jungen Crew: Christof Mahnig (Trompete), Josquin Rosset (Keys) und Mario Hänni (Drums).

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