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Leuchttürme? Giesskannen?

Montag 30. März: kulturpolitische Debatte nicht verpassen! Bundesrat und Kulturminister Alain Berset referiert in der Lokremise St.Gallen, anschliessend gibt es eine Podiumsdiskussion mit Ostschweizer Fachleuten.
Von  Peter Surber , 

Die Lokremise, der Ort der Debatte, ist selber schon ein kulturpolitischer Eckstein: Mit ihr hat sich die Bevölkerung des Kantons St.Gallen ein weitherum beachtetes urbanes Kulturzentrum geleistet – dessen Nutzung allerdings auch Jahre nach der Eröffnung zu Diskussionen Anlass gibt. Denn das ursprüngliche Versprechen, ein Haus auch für die freie Theater-, Tanz- und Musikszene zu sein, wird nur zum Teil eingelöst; die festen Mieter, das Theater St.Gallen mit seinen zwei Theaterräumen und das Kunstmuseum mit der «Kunstzone» beanspruchen die Lokalitäten weitgehend für sich. Und für Freie geht die Miete von Lok und Infrastruktur rasch einmal ins Geld.

Ein anspielungsreicher Raum demnach. Referat und Podiumsdiskussion finden in der Kunstzone der Lokremise statt, wo gegenwärtig das französische Künstlerduo Michel Verjux und Isabelle Lartault die Ausstellung «Correspondances» zeigt (Bild oben).

Kulturbotschaft und Kulturbaustellen

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Bundesrat Alain Berset bei der Eröffnung des Hauses der Religionen in Bern.

Das Referat des Kulturministers wird die inhaltlichen Schwerpunkte der nationalen Kulturbotschaft 2016-20 aufzeigen, mehr dazu hier. Die Botschaft reagiert zum einen auf die gesellschaftlichen «Megatrends» wie Globalisierung, Digitalisierung oder Individualisierung Sie stellt zum andern eine Vielzahl konkreter Fördermassnahmen zur Diskussion. Neben bereits bestehenden Schwerpunkten wie etwa der Filmförderung gibt es auch vielversprechende neue Ansätze wie die Förderung der musikalischen Bildung (Jugend + Musik), mehr dazu hier, oder Übersetzungsförderung. Bereits diskutiert und positiv aufgenommen worden ist die Kulturbotschaft im Ständerat – die Debatte im Nationalrat folgt voraussichtlich im Juni.

Die anschliessende Podiumsdiskussion in der Lokremise stellt nach der nationalen Sicht dann die regionale Sicht im Mittelpunkt. Und natürlich jene der Kulturschaffenden und der Veranstalter.

Dabei steht das Geld zur Diskussion, aber auch der Geist der Kulturförderung. Hier einige der Fragen, die debattiert werden:

  • Was bringt die Kulturbotschaft auf unseren Baustellen?
  • Was fehlt, wo sind die Defizite?
  • Was erwarten wir vom Bund? Von den Kantonen? Den Gemeinden?
  • Wie gehen wir mit Kultur um, wenn überall gespart wird?
  • Welche Wege gibt es sonst noch, der Kultur und den Kulturschaffenden mehr Geld zu verschaffen?
  • Welche Kulturförderung brauchen wir inhaltlich?
  • Brauchen wir Leuchttürme? Wozu?
  • Brauchen wir Giesskannen? Warum?
  • Wie weit darf Kultur durch Kulturpolitik gesteuert, administriert und bürokratisiert werden?
  • Wie weit darf man Kultur für gesellschaftliche Aufgaben instrumentalisieren (Integration, Standortförderung, «Zentren der Innovation» etc.)?

Volkskultur und Avantgarde, Bundesförderung und Kantönligeist

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Bundesrat Alain Berset mit Adolf Muschg, Träger des Schweizer Literaturpreises 2015

Schliesslich soll es auch um grundsätzliche gesellschaftliche Fragen rund um die Kultur gehen: Welche Rollen spielen traditionelle Begriffe oder Abgrenzungen wie Hochkultur, Volkskultur, Jugendkultur, Avantgarde heute noch? Lässt sich ein kulturelles Klima durch gezielte Massnahmen herstellen (Stiftsbibliothek, Textilmuseum; Atelierräume, Freiräume etc.)? Wie kann man Widerborstiges, Schräges, Unverständliches fördern?

Kontrovers dürfte auch die Infragestellung des «Kantönligeistes» sein: Was ist in Zeiten der Globalisierung überhaupt noch sinnvoll an regionaler Kulturförderung?

Nach dem Referat von Bundesrat Alain Berset diskutieren in der Lokremise: Martin Klöti (Regierungsrat SG), Martha Monstein (Kulturamtsleiterin TG), Josef Felix Müller (Künstler) und Kaspar Surber (Journalist und Palace-Mitgründer). Die Leitung der Diskussion hat der Historiker Stefan Keller, das Schlusswort hält Ständerat Paul Rechsteiner.

 

Kultur?? Kultur!! Referat und Diskussion, Montag 30. März, 19 Uhr, Lokremise St.Gallen. Eine Veranstaltung von Saiten.

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Benin bronze kulturmuseum 2026

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Mo­ment­auf­nah­men

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Ein Fes­ti­val über den Tod – darf das auch lus­tig sein? «Last Call» lädt am 31. Ok­to­ber in St.Gal­len da­zu ein, über das Ster­ben zu spre­chen. In­ter­view mit Mi­chel­le Mauch­le von der Ge­schäfts­stel­le Pal­lia­ti­ve Ca­re Stadt St.Gal­len.

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Festival zum tod michelle mauchle

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Alte Steinach Karlstor Zukunft

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Von Judith Schuck,
Flimmern Blossom 0 2 von Hoa Luo Patrik Muchenberger

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Von René Hornung,
Anschluss gueterbahnhof

Bücherherbst: Réduit von Alexander Raschle

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Bildschirmfoto 2026 10 28 um 16 11 18

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From England with Love

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Von Sieglinde Wöhrer,
Torkwase Dyson EG Y3 A3594 Foto Markus Tretter

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Wie stehts heu­te um die Gleich­stel­lung? Und wie war das frü­her? Die Pop-up-Aus­stel­lung «Frau­en­spu­ren im Hal­len­bad» in Gos­sau ar­bei­tet ein Stück Ge­sell­schafts­ge­schich­te auf. Zeigt, wo es heu­te noch hakt, und dass es nicht blei­ben muss, wie es ist.

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