Die Lokremise, der Ort der Debatte, ist selber schon ein kulturpolitischer Eckstein: Mit ihr hat sich die Bevölkerung des Kantons St.Gallen ein weitherum beachtetes urbanes Kulturzentrum geleistet – dessen Nutzung allerdings auch Jahre nach der Eröffnung zu Diskussionen Anlass gibt. Denn das ursprüngliche Versprechen, ein Haus auch für die freie Theater-, Tanz- und Musikszene zu sein, wird nur zum Teil eingelöst; die festen Mieter, das Theater St.Gallen mit seinen zwei Theaterräumen und das Kunstmuseum mit der «Kunstzone» beanspruchen die Lokalitäten weitgehend für sich. Und für Freie geht die Miete von Lok und Infrastruktur rasch einmal ins Geld.
Ein anspielungsreicher Raum demnach. Referat und Podiumsdiskussion finden in der Kunstzone der Lokremise statt, wo gegenwärtig das französische Künstlerduo Michel Verjux und Isabelle Lartault die Ausstellung «Correspondances» zeigt (Bild oben).
Kulturbotschaft und Kulturbaustellen
Bundesrat Alain Berset bei der Eröffnung des Hauses der Religionen in Bern.
Das Referat des Kulturministers wird die inhaltlichen Schwerpunkte der nationalen Kulturbotschaft 2016-20 aufzeigen, mehr dazu hier. Die Botschaft reagiert zum einen auf die gesellschaftlichen «Megatrends» wie Globalisierung, Digitalisierung oder Individualisierung Sie stellt zum andern eine Vielzahl konkreter Fördermassnahmen zur Diskussion. Neben bereits bestehenden Schwerpunkten wie etwa der Filmförderung gibt es auch vielversprechende neue Ansätze wie die Förderung der musikalischen Bildung (Jugend + Musik), mehr dazu hier, oder Übersetzungsförderung. Bereits diskutiert und positiv aufgenommen worden ist die Kulturbotschaft im Ständerat – die Debatte im Nationalrat folgt voraussichtlich im Juni.
Die anschliessende Podiumsdiskussion in der Lokremise stellt nach der nationalen Sicht dann die regionale Sicht im Mittelpunkt. Und natürlich jene der Kulturschaffenden und der Veranstalter.
Dabei steht das Geld zur Diskussion, aber auch der Geist der Kulturförderung. Hier einige der Fragen, die debattiert werden:
Volkskultur und Avantgarde, Bundesförderung und Kantönligeist
Bundesrat Alain Berset mit Adolf Muschg, Träger des Schweizer Literaturpreises 2015
Schliesslich soll es auch um grundsätzliche gesellschaftliche Fragen rund um die Kultur gehen: Welche Rollen spielen traditionelle Begriffe oder Abgrenzungen wie Hochkultur, Volkskultur, Jugendkultur, Avantgarde heute noch? Lässt sich ein kulturelles Klima durch gezielte Massnahmen herstellen (Stiftsbibliothek, Textilmuseum; Atelierräume, Freiräume etc.)? Wie kann man Widerborstiges, Schräges, Unverständliches fördern?
Kontrovers dürfte auch die Infragestellung des «Kantönligeistes» sein: Was ist in Zeiten der Globalisierung überhaupt noch sinnvoll an regionaler Kulturförderung?
Nach dem Referat von Bundesrat Alain Berset diskutieren in der Lokremise: Martin Klöti (Regierungsrat SG), Martha Monstein (Kulturamtsleiterin TG), Josef Felix Müller (Künstler) und Kaspar Surber (Journalist und Palace-Mitgründer). Die Leitung der Diskussion hat der Historiker Stefan Keller, das Schlusswort hält Ständerat Paul Rechsteiner.
Kultur?? Kultur!! Referat und Diskussion, Montag 30. März, 19 Uhr, Lokremise St.Gallen. Eine Veranstaltung von Saiten.
In Wil fand am Wochenende das Rock am Weier statt. Seit 25 Jahren gibt es das Festival, und trotz inzwischen grösserer Namen ist es immer noch kostenlos. Ein Verein organisiert es nicht-profitorientiert und fördert regionale Acts. Unsere Autorin ist an den Ort ihrer musikalischen Sozialisation zurückgekehrt. Eine Reportage.
Ausstellung im Museum Rosenegg
Kabarett in Herisau
Debatten um Machismus, Deepfake-Pornos, häusliche Gewalt und Femizide sind beinahe alltäglich. Was können Männer gerade tun, wenn sie unter Generalverdacht geraten? Frauenhausleiterin Katja Hämmerli Keller, Florance Hildebrand vom feministischen Streikkollektiv Thurgau und Manuel Benjamin Lehmann vom Forum Mann diskutieren Lösungsansätze.
Kommentar zur SVP-Chaosinitiative
Das AFO, das Architektur Forum Ostschweiz, diskutiert und vermittelt seit 30 Jahren Baukultur. Am kommenden Freitag wird das Jubiläum gefeiert und die neuste Artikelserie der guten Bauten als Buch präsentiert.
Minasa bekommt also doch Geld aus dem Lotteriefonds: Der Kantonsrat hat dem von Saiten und Thurgaukultur.ch aufgebauten Projekt, das den grössten Veranstaltungskalender der Ostschweiz ermöglicht, die Finanzierung für drei weitere Jahre gesichert.
Inna Shevchenko fragt im Dokumentarfilm Girls and Gods, ob die monotheistischen Weltreligionen mit Feminismus vereinbar sind. Auf der Suche nach Antworten begegnet sie widersprüchlichen Theorien und mutigen Frauen. Und bleibt nicht nur stille Beobachterin.
In eigener Sache
Abstimmungskommentar zur SVP-Chaosinitiative
Theateraufführung
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Ein paar Federn, ein angeknabberter Tannenzapfen, ein Stück Plastik: Tiere und Menschen hinterlassen Spuren. Diesen widmet das Naturmuseum St.Gallen seine aktuelle Sonderausstellung «Spuren – Fährten, Frass und Federn».
In einer neuen Ausstellung wagt sich das Kunstmuseum Thurgau in der Kartause Ittingen an eine Neuvermessung des Verhältnisses von Kunst und Religion.
Hinter dem St.Galler Hauptbahnhof soll ein Konsumraum für Menschen mit schweren Suchterkrankungen entstehen. Diese Woche haben die Stadt und die Stiftung Suchthilfe Anwohner:innen eingeladen, um einen ersten Dialog zu starten.
Es ist seine letzte Session nach zehn Jahren im St.Galler Kantonsrat. SP-Kulturpolitiker Martin Sailer setzt künftig ganz auf den Zeltainer. Das Geld für den Neubau in Wildhaus ist fast zusammen, 2027 soll es losgehen.
Die Ansiedlung des Internet Archive Switzerland in St.Gallen ist Piero Stinelli zu verdanken. Er kontaktierte vor zehn Jahren die Verantwortlichen von archive.org aus eigenem Antrieb. In den 90er-Jahren war der Mitgründer von Vadian.net und Klang und Kleid ein Internetpionier.
Ohm41 stellen wieder aus
Das Thurgauer Pop-Phänomen Noemi Beza veröffentlicht Anfang Juni ihre neue EP. You’ll Find Me There vereint Country-Vibes mit astreinem Pop – was man ein wenig vermisst, sind Ecken und Kanten.
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