Schön, wenn man gleich zu Beginn ein bekanntes Gesicht in der Menge entdeckt: Freddy «Gagi» Geiger, der Gründer des Openairs hat seinem mittlerweile 42-jährigen «Kind» am Freitag einen Besuch abgestattet.
Crimer ist ein Fan der kleinen Bühnen und hat sich für seinen Gig am Openair die Sternenbühne ausgesucht. Gut so! Wobei es auch etwas ungewohnt war, seinen opulenten Sound so auf Distanz zu geniessen, schliesslich kennt man ihn in St.Gallen vor allem von den noch kleineren Bühnen, vom Palace, der Tankstell oder der Grabenhalle. Das Konzert war jedenfalls richtig nice – und ein perfekter Start ins toblige Wochenende.
Tobellove.
Am Openair ists wie im Casino: Man weiss nie so recht, wie spät es grad ist. Und beide Orte haben keine Fenster. Auch ein gutes Gefühl.
Frage für zwischendurch: Ist es wirklich klug, zu dritt eingehakt, voll besoffen herumzulaufen oder wärs allein nicht irgendwie stabiler? Lustig sieht es ja schon aus, aber wenn man hinter einer solchen Gang läuft, sollte man es nicht allzu eilig haben.
Erkenntnis beim Anstehen: Männer, die vor dem WC-Wagen rumlungern, müssen tendenziell kacken. Oder koksen. Und wo wir grad dabei sind: Wann bekommen auch wir Frauen ein WC vor der Sitterbühne? Es ist ja toll, wenn die Männer dort alle rechts vorne hinschiffen können. Aber auch unfair. Frau läuft fürs Geschäft einige hundert Meter. (Oder einige Dutzend.)
Bei Nothing But Thieves: Den Vorstaz gefasst, demnächst wieder mehr Rock zu hören. Gut, dass Nine Inch Nails bald spielen, dann kann er erstmals in die Tat umgesetzt werden.
Am Freitagmorgen gab es ein Podium auf der Sternenbühne. Titel: «Darf das OpenAir St.Gallen mehr sein als Musik & Ausgelassenheit?» Quintessenz: Das Publikum «wünscht sich vom OpenAir St.Gallen, gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen und während des Festivals entsprechende Diskussions-Plattformen, Vorträge oder ähnliches zu ermöglichen».
Das ist löblich. Noch löblicher wäre, wenn diese Veranstaltungen nicht an die Randzeiten verbannt würden, sondern im Trubel stattfänden.
Da wars noch eine Stadt, zehn Minuten später ein Palmenstrand.
Dinge, die niemand wissen muss: Gzuz von der Strassenbande hatte Geburtstag am Freitag. Palmen aus Plastik bestehen hauptsächlich aus Makromolekülen. Es gibt auch Acts, die während dem Konzert nicht die Kleider wechseln, sondern das Bühnenbild.
Vorsätze für heute Samstag: Jemand Wildfremden ein Kompliment machen, nur noch Getränke aus Flaschen oder selbstgekauftes Bier konsumieren, all die Freundinnen und Bekannten treffen, die ich am Freitag verpasst habe, meinem Lieblings-Stage-Security ein Bier ausgeben – und Depeche Mode, Chvrches und AV AV AV nicht verpassen.
Sieht sich im Tobel.
Was bleibt nach vier Tagen Schlamm und Musik? Ein Abfallberg im Sittertobel, die grinsende Fratze der Wegwerfgesellschaft.
Das Openair-OK war fleissig. Neben Zug-Vergünstigungen und einem Line-Up-Vorgeschmack liefert es auch eine neue Erziehungsmassnahme: das Zeltdepot. Ob's reicht?
Die SVP macht seit Wochen Stimmung gegen die geplante neue Moschee der albanisch-islamischen Gemeinschaft El-Hidaje in St.Gallen. Anlässlich eines öffentlichen Rundgangs der SP stellten die Verantwortlichen das Projekt vor – und räumten mit vielen Vorurteilen auf.
Jim Dine gehört zu den bedeutendsten zeitgenössischen Künstler:innen. Seit ein paar Jahren erschafft er seine Skulpturen vornehmlich im Sittertal. In die Kunstgiesserei verliebte sich der Pop-Art-Pionier bei seinem ersten Besuch vor fast 20 Jahren.
Alles deutet drauf hin, dass die Uni St.Gallen demnächst in den bisherigen Hauptsitz der Helvetia-Versicherung, geplant vom Basler Architekturbüro Herzog und de Meuron, als zweiten grossen Standort auf dem Rosenberg einziehen kann. Zusätzlich ist ein Holzbau mit Seminarräumen in Planung.
Der FC St.Gallen zeigt sich gegen Sheriff Tiraspol von seiner besten Seite und gewinnt das Spiel nicht nur souverän, sondern auch hoch mit 5:1. Weiter geht's im Playoff gegen den FC Nordsjælland aus Dænemark.
Jubiläum
Durch bunte Galaxien bis in ein Meer aus Katzenstreu. Die Ausstellung «Hinter’m Mond» vom Künstler:innenkollektiv U5 und Monika Stalder im Stellwerk in Heerbrugg lädt zu einer intergalaktischen Reise ein.
Die Ostschweizer Band Drill bringt mit Catharsis eine neue EP raus. Die sechs Songs sind ein wilder Ritt auf schweren Gitarrenriffs, bei dem Metalcore auch mal auf Hyperpop trifft.
Bis zum Ende der Sommerferien präsentiert Saiten wöchentlich Kulturtipps aus der Region. Teil 7: Rathausoper Konstanz, Charles Uzors The Great Wall. A Labyrinth, Clanx-Festival und Rundgänge zu Wiboradas Schwestern.
Gegen dieses Luzern müsste der FC St.Gallen eigentlich drei Punkte einfahren. Zum Schluss muss er aber froh sein, dass es immerhin einer wird. Der Ausgleich gelingt erst weit in der Nachspielzeit per Penalty. Das Spiel zum Nachlesen im SENF-Ticker.
Herbert Rauch (1929–2012) war Briefträger und Künstler. In den Schwarz-Weiss-Fotografien des Rankweilers erscheinen Objekte wie Steine und Federn als abstrakte, grafische Gebilde. Nun ist ein Fotoband zu seinem Spätwerk erschienen, und im Schauraum René Dalpra in Altach sind seine Arbeiten ausgestellt.
Eine Bundesrätin, mehrere Nationalrät:innen und die Politrapper der Stunde: Alle kommen sie aus der Kleinstadt Wil. Eine Erkundung vor den Lokalwahlen.
Eines der vielen Gebäude des Sitterwerks, die vor genau 100 Jahren erbaute Schwarzfärberei, beherbergt heute die Kunstbibliothek und die Materialmusterschränke. Eine Aufstockung soll künftig mehr Platz schaffen.
Noch bis in den Herbst hinein und auch in den zwei folgenden Sommern bleibt die Voliere im Stadtpark eine Buvette. Ab 2029 wird sie zur «Maison des œufs», zum didaktischen Hühnerhof. Die eingereichten Ideen sahen noch ganz andere Nutzungen vor.
Der Streit ums St.Galler Verbot von Tempo 30 auf Hauptverkehrsachsen geht in die nächste Runde: Das Referendumskomitee hat die notwendigen Unterschriften gegen eine Änderung des kantonalen Strassenverkehrsgesetzes eingereicht. Damit wird das Stimmvolk über die Frage entscheiden.
Kolumne: 24/7 Traumacore
Bis zum Ende der Sommerferien präsentiert Saiten wöchentlich Kulturtipps aus der Region. Teil 6: «Wegwarte 002», Sur le Lac, Winterthurer Musikfestwochen und Schlossfestspiele Werdenberg.
Der FCSG kriegt beim Auswärtsspiel in Lissabon die Grenzen deutlich aufgezeigt. Sie verlieren das Spiel 0:5. Damit geht's für den FCSG jetzt gegen Sheriff Tiraspol in der Conference League weiter. Das Spiel zum Nachlesen im SENF-Ticker.
Notizen zu Christopher Nolans The Odyssey
Anja Braun lebte bereits 18 Jahre in der Schweiz, als sie sich gemeinsam mit ihrer Familie entschied, sich einzubürgern. Es war ein logischer Schritt. Das Verfahren war es nicht immer.
Neues Buch