, 30. Juni 2018
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Makromoleküle

Crimer, Nothing But Thieves und im Sonnenuntergang Palmen aus Plastik: Ein paar lose Gedanken zum Openair-Freitag im Sittertobel.

Bilder: co

Schön, wenn man gleich zu Beginn ein bekanntes Gesicht in der Menge entdeckt: Freddy «Gagi» Geiger, der Gründer des Openairs hat seinem mittlerweile 42-jährigen «Kind» am Freitag einen Besuch abgestattet.

Crimer ist ein Fan der kleinen Bühnen und hat sich für seinen Gig am Openair die Sternenbühne ausgesucht. Gut so! Wobei es auch etwas ungewohnt war, seinen opulenten Sound so auf Distanz zu geniessen, schliesslich kennt man ihn in St.Gallen vor allem von den noch kleineren Bühnen, vom Palace, der Tankstell oder der Grabenhalle. Das Konzert war jedenfalls richtig nice – und ein perfekter Start ins toblige Wochenende.

Tobellove.

Am Openair ists wie im Casino: Man weiss nie so recht, wie spät es grad ist. Und beide Orte haben keine Fenster. Auch ein gutes Gefühl.

Frage für zwischendurch: Ist es wirklich klug, zu dritt eingehakt, voll besoffen herumzulaufen oder wärs allein nicht irgendwie stabiler? Lustig sieht es ja schon aus, aber wenn man hinter einer solchen Gang läuft, sollte man es nicht allzu eilig haben.

Erkenntnis beim Anstehen: Männer, die vor dem WC-Wagen rumlungern, müssen tendenziell kacken. Oder koksen. Und wo wir grad dabei sind: Wann bekommen auch wir Frauen ein WC vor der Sitterbühne? Es ist ja toll, wenn die Männer dort alle rechts vorne hinschiffen können. Aber auch unfair. Frau läuft fürs Geschäft einige hundert Meter. (Oder einige Dutzend.)

Bei Nothing But Thieves: Den Vorstaz gefasst, demnächst wieder mehr Rock zu hören. Gut, dass Nine Inch Nails bald spielen, dann kann er erstmals in die Tat umgesetzt werden.

Am Freitagmorgen gab es ein Podium auf der Sternenbühne. Titel: «Darf das OpenAir St.Gallen mehr sein als Musik & Ausgelassenheit?» Quintessenz: Das Publikum «wünscht sich vom OpenAir St.Gallen, gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen und während des Festivals entsprechende Diskussions-Plattformen, Vorträge oder ähnliches zu ermöglichen».

Das ist löblich. Noch löblicher wäre, wenn diese Veranstaltungen nicht an die Randzeiten verbannt würden, sondern im Trubel stattfänden.

Da wars noch eine Stadt, zehn Minuten später ein Palmenstrand.

Dinge, die niemand wissen muss: Gzuz von der Strassenbande hatte Geburtstag am Freitag. Palmen aus Plastik bestehen hauptsächlich aus Makromolekülen. Es gibt auch Acts, die während dem Konzert nicht die Kleider wechseln, sondern das Bühnenbild.

Vorsätze für heute Samstag: Jemand Wildfremden ein Kompliment machen, nur noch Getränke aus Flaschen oder selbstgekauftes Bier konsumieren, all die Freundinnen und Bekannten treffen, die ich am Freitag verpasst habe, meinem Lieblings-Stage-Security ein Bier ausgeben – und Depeche Mode, Chvrches und AV AV AV nicht verpassen.

Sieht sich im Tobel.

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