, 25. Januar 2014
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Medaillen für Kulturstars?

Kurz vor Sotschi, wo die Schnellsten und Bestgedopten Medaillen holen, soll es auch in der Kulturförderung sportlich zu und her gehen. Dies zumindest stellt der Blog des Onlineportals «thurgaukultur» zur Diskussion.

Den Anstoss zur Diskussion gab eine Kolumne in der Thurgauer Zeitung; der Autor, Lehrer und Kantonsrat Daniel Badraun regte dort an, Kultur wie Sport zu prämieren: 10’ooo Franken für eine Spitzenleistung à la Biennale-Teilnahme, 6000 für einen Bestseller usw.

Die Schnapsidee, von Redaktorin Brigitta Hochuli mit einiger Ironie weitergereicht, provozierte wie erhofft: Zumindest die Kulturprofis reagierten postwendend. Zum Teil verständnisvoll – namentlich Alex Bänninger sah sich in seiner Haltung bestärkt, Erfolge auch in der Kulturförderung stärker zu gewichten –, mehrheitlich aber ablehnend:  Entscheidend sei doch nicht, «keine Weltmeister zu züchten, sondern sonderbares Thurgauer Gewächs wuchern zu lassen», findet der Präsident der Kulturkommission Hans Jörg Höhener. Regisseur Jean Grädel plädiert gleichermassen für kulturellen «Humus» und protestiert gegen «Stipendien für Arrivierte». Tenor: Ein Jossi Wieler, Regiestar in Stuttgart mit Thurgauer Wurzeln, oder ein Peter Stamm, Lieblingsautor, brauchten keine Kulturgelder – diese seien vielmehr und zu Recht mehr Risiko-Investition als Erfolgsprämie.

Auch die junge Theaterfrau Katharina Alder aus Weinfelden redet einem «möglichst fruchtbaren und inspirierenden Boden für Kulturschaffende» das Wort. Zu diesem würde auch die Einsicht gehören, «dass wertvolle Kunst nicht partout nur von Thurgauern geschaffen werden kann, dass es sich lohnen würde, ganz unschweizerische Menschen hier zu begrüssen und zu schauen, was die so für spannende Dinge anstellen».

So abwegig die Kultursport-Olympia-Idee, so lebhaft die Diskussion – hier nachzulesen.

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