Lange Zeit hat er die Rundflüge aus Winterthur fürs «Saiten» geschrieben, nun hat Manuel Lehmann ein Buch daraus gemacht. «Meine kleine Grossstadt Winterthur. 48 Texte zur Kulturstadt, der Bevölkerung, der aktuellen Stadtentwicklung und Fussball». Ausserdem finden sich im Buch Texte von Ato Meiler, Etrit Hasler, Patrick Armbruster und anderen.
Am 26. November (20.30 Uhr) feiert er die Buchvernissage mit illustren Gästen im Kraftfeld Winterthur.
Einer von Manuels Rundflug zur Erinnerung:
S12 ins Kinoparadiesvon Manuel Lehmann aus Winterthur
Drei neue Filme sind in Zürich angelaufen. Ich habe die Qual der Wahl. Zwecks Entscheidungsfindung interessiert mich, ob die Filme in naher Zukunft auch in Winterthur gezeigt werden. Internetrecherche gestartet! Ich google den Namen eines Kinos und Winterthur – und finde die Seite eines Hotels. Wo es immerhin einen Link zum Kino gibt. Eins weiter klicke ich das Programm an. Es geht ein neues Fenster auf. Nun, auf der Homepage der Kiwi-Kinos, werde ich von einem Vogel begrüsst, und es gibt eine Rubrik «Demnächst». Die Liste mit Filmen ist übertitelt: «Offizielle Startdaten in der Deutschschweiz». Das erste aufgeführte Datum ist in einer Woche. Nicht allzu konkret, das alles.Ich gebe noch nicht auf und möchte im Kiwi anrufen. Schliesslich bin ich nicht nur irgendeiner, der ins Kino will. Ich brauche einen Aufhänger für diese Kolumne. Der nette Herr am Telefon kann mir nicht weiter helfen. Vermutlich würden alle Filme unter «Demnächst» irgendwann noch in Winterthur laufen, sagt er. Vermutlich. Der durchschnittliche, kulturinteressierte Winterthur sitzt längst in der S12 nach Zürich.Bei Studiofilmen lassen die Publikumszahlen in Winterthur gern einmal zu wünschen übrig. In der Deutschschweizer Städterangliste schneidet Winterthur jedoch im Vergleich zur Grösse der Stadt gut ab. Möglich, dass es die Thurgauer sind, die die Winterthurer Zahlen retten. Denn der Winterthurer kann in der S12 belauscht werden, wie er seine Kinos schlecht redet: wie er über das Interieur des Kiwi lacht, das Kino Loge als herunter gekommen bezeichnet, sich darüber ärgert, dass Independent Filme dort mehrheitlich synchronisiert gezeigt werden. Und im Laufe des Abends vergleicht dieser Winterthurer die Zürcher Kinos mit den Kinos seiner Heimatstadt. Zürich ist europaweit die Stadt mit dem breitesten Angebot im Bereich Studiofilm. Die Kinostadt überhaupt!Der kulturinteressierte Winterthurer tut daher seiner Heimatstadt mit diesem Vergleich unrecht. Das Angebot an Studiofilmen ist in Winterthur gut, wie Verleiher betonen. Die Filme werden lange gespielt. Die Loge galt einst als Pionier, da Kino, Bar, Restaurant und Hotel unter einem Dach vereint sind. Der Verdacht liegt nahe, dass die viel besprochene Winterthurer Mentalität durchdrückt, die eigene Stadt unter Wert zu beurteilen. So wie ich es auch wieder getan habe, im ersten Abschnitt. Weitere Abklärungen haben nämlich offenbart, dass eine konkrete Vorschau unmöglich ist. Alle Schweizer Kinos bestimmen montags, was am Donnerstag anläuft. Ausser bei den ganz grossen Filmen.Unser Winterthurer ist inzwischen auf dem Nachhauseweg, und es kommt ihm in den Sinn, dass er im «Landboten» gelesen hat, dass 2009 auf dem Sulzerareal von Kitag ein neues Kino eröffnet wird. So ein Kommerzkino – sicher nicht sein Ding. Er fragt sich aber, ob dann nicht längerfristig wieder einer zum Monopolisten wird. Da der Winterthurer Markt zu klein sei für zwei.
Nach einer ganz passablen ersten Halbzeit der Espen sowie Führung durch einen Elfmeter von Görtler vor der Pause, spielen die St. Galler dieses Resultat anschliessend herunter und holen sich die 3 Punkte.
Mehr als viereinhalb Stunden dauerte Der Prozess Pelicot im Theater St.Gallen. Milo Rau und Servane Dècle inszenierten einen Abend über sexualisierte Gewalt und chemische Unterwerfung – und über eine Gesellschaft, die von Männern mehr Verantwortung verlangt.
Die Menschenrechte stehen weltweit unter Druck. Doch wie konsequent setzt sich die Schweiz für sie ein? Ein neues Buch nimmt die Schweizer Menschenrechtspolitik kritisch unter die Lupe. An der Buchvorstellung im Square wurde über Widersprüche, Versäumnisse und mögliche Lösungen diskutiert.
In einer Tennishalle im toggenburgischen Unterwasser trafen sich vor zehn Jahren 5000 Neonazis zum grössten Rechtsrock-Konzert, das je im deutschsprachigen Raum stattgefunden hat. Linke Politiker:innen reagierten schnell, doch das Ergebnis ist ernüchternd.
Leopoldstadt am Vorarlberger Landestheater
Stimmrecht
Erntehelfer:innen sind in der Schweiz schlecht geschützt. Ihre Arbeitsbedingungen liegen oft in Graubereichen, Kontrollen sind schwierig. Eine Veränderung würde jedoch bedeuten, ein ganzes System auf den Kopf zu stellen.
Bücherherbst: Die Geschichte der Schweizer Uhrmacherkunst von Gion Mathias Cavelty
Die St.Galler Restaurants Toscana und The Pinch machten vergangene Woche über Nacht dicht. 15 Personen standen unvorbereitet auf der Strasse. Das verantwortliche Investoren-Duo schliesst nicht zum ersten Mal ein Restaurant in der Stadt. Das abrupte Ende wirft Fragen auf.
Die Stadt St.Gallen muss sparen und will das historische Volksbad nach der Wiedereröffnung des Hallenbads Blumenwies schliessen. Dabei verspricht die Stadt seit über 40 Jahren die Sanierung.
Die St.Galler Regierung spart gegen ihren Willen weitere 60 Millionen Franken ein und rechnet für 2027 mit einem Plus von 55 Millionen Franken. Kulturelle Arbeit wird dabei weiter prekarisiert – mit einer grossen Ausnahme.
Filminstallation über Vergänglichkeit
Die alten Fabrikhallen sind aus Winterthurs Kulturleben nicht mehr wegzudenken. Sie wären aber nichts ohne engagierte und gut vernetzte Menschen. Saiten konnte auf Einladung des Kulturmagazins «Coucou» einige von ihnen treffen. Ein kleiner Stadtrundgang
Das Konzert und Theater St.Gallen zeigt eindringlich auf: Femizide existieren in der Schweiz noch immer im ungeheuren Ausmass. Die Inszenierung von Corinna von Rad setzt auf das Groteske in Georg Büchners Woyzeck und feierte am Samstag Premiere im Grossen Haus. Eine Produktion für «jeder-Mann»!
Viel Energie und noch viel mehr Punk gibts auf dem neuen Album Now To Ruin der Thurgauer Band S.G.A.T.V.. Getauft wird am 1. Oktober im Winterthurer Kraftfeld. Saiten hat vorab reingehört.
Wie können wir unseren Konsum nachhaltiger gestalten? In «Next Relations – Zukunft gestalten» zeigt das Gewerbemuseum Winterthur anhand von Arbeiten von Studierenden mögliche Ansätze. Eine anspruchsvolle Schau, die Hoffnung macht.
Die Ausstellung «Beyond the Manosphere. Masculinities today» im Kunstmuseum St.Gallen untersucht, wie Männlichkeit dargestellt, geprägt und gelebt wird. Und zeigt dabei auch ihre Widersprüchlichkeit.
Ein Schrebergarten wird im neuen Roman Verteidigung eines Gartens von Christina Walker zum Zufluchtsort. Darin lässt die Vorarlberger Autorin vielschichtige Charaktere ebenso aufblühen wie Apfelbaum und Johannisstrauch.
Der Kanton St.Gallen hat Kunst- und Kulturschaffende zur jährlichen Kulturkonferenz nach Wil eingeladen. Spielerisch wurde versucht, die Ausrichtung der Kulturförderung zu klären und Möglichkeiten der neuen Kulturstrategie zu diskutieren. Doch die zentrale Frage blieb offen: Wie stark kann die Kulturszene den Inhalt der Strategie tatsächlich mitbestimmen?
Wer als Erntehelfer:in in der Schweiz arbeitet, tut dies in einer rechtlichen Grauzone. Das nützt vor allem einem System, das weder die Landwirt:innen noch die Konsument:innen im Alleingang ändern können. Ausserdem im Oktoberheft: zehn Jahre Unterwasser, eine Flaschenpost aus Halle (Saale), Kunst zum Thema Männlichkeit, Musik von The Black Salt und natürlich der Bücherherbst – mit neuer Literatur von Ostschweizer Autor:innen.