2016 gründeten sieben junge Leute aus St.Gallen und Basel den Verein aid hoc. «Wir waren zu fünft für zwei Wochen in Griechenland, um einen Hilfseinsatz zu leisten», erklärte aid hoc-Mitgründer Bastian Lehner Anfang Jahr im Saiten-Interview. «Als wir zurückkamen, waren wir uns einig: Das kann es nicht gewesen sein. In diesen Zeiten, in denen die europäischen Staaten in der Flüchtlingspolitik so versagen, muss man handeln.»
Ziel des Vereins ist es, Menschen auf der Flucht zu unterstützen, die in den Camps in Nordgriechenland am Rande Europas ausharren. Aid hoc leistet humanitäre Direkthilfe vor Ort und versucht, so gut wie möglich auf die dringendsten Bedürfnisse in den Camps rund um Thessaloniki zu reagieren. Dies gelingt auch durch die konstante Anwesenheit von Jonas Härter, der seit eineinhalb Jahren vor Ort ist.
Im letzten Dezember sammelten die Aktivistinnen und Aktivisten über 20’000 Franken für ihr Projekt; damit wurden unter anderem warme Kleider und mehrere Tonnen Früchte und Gemüse für ein Food-Projekt gekauft, das aid hoc zusammen mit verschiedenen grösseren Organisationen betreibt. Rund 8000 Geflüchtete wurden so mit gesundem Essen versorgt.
Kleidersammlung für Menschen auf der Flucht: 2. Dezember, 10 bis 19 Uhr, Militärkantine St.Gallen aidhoc.org
Das Food-Projekt, an dem aid hoc beteiligt ist, benötigt pro Monat 8000 Franken, um insgesamt 156 Tonnen Gemüse pro Jahr an die Geflüchteten in Nordgriechenland zu verteilen. Damit das Geld auch irgendwie zusammenkommt, haben die Aktivisten von aid hoc auch dieses Jahr wieder Spendenkarten gestalten lassen, diesmal von der Luzerner Illustratorin Anna Deér. Das Layout kommt von Celine Pereira, gedruckt wurden die Karten kostenlos.
Der Erlös aus dem Kartenverkauf fliesst vollumfänglich in die humanitäre Hilfe. Gekauft werden können sie auf aidhoc.org, in der Militärkantine, im Schwarzer Engel, in der Buchhandlung Comedia, im Stadtladen St.Gallen und an diversen anderen Orten. Mit einer 10-Franken-Spende haben zwei Menschen genug Gemüse für einen Monat. Mit 50 Franken können zehn Menschen einen Monat lang Gemüse essen, mit 100 Franken sind es zwanzig.
Illustration: Anna Deér
Mit ein bisschen Gemüse allein ist es aber noch nicht getan. Jetzt, wo der Winter da ist, braucht es auch wieder warme Kleider, denn viele Geflüchtete rund um Thessaloniki oder auf den griechischen Inseln leben noch immer in Zelt- und Containercamps oder in schlecht isolierten Wohnungen. «Jeden Tag kommen mehr Menschen an», sagt aid hoc. «Der Bedarf an Winterkleidung ist nicht gedeckt und die Situation wird kritisch.»
Wer helfen will, kann das diesen Donnerstag in der Militärkantine tun. Zwischen 10 und 19 Uhr findet dort eine Kleidersammlung von aid hoc statt. Benötigt werden:
Dieser Beitrag erscheint im Dezemberheft von Saiten.
Neue Eigenproduktion
Tunneleröffnung
Das musste ja so kommen! Es konnte nicht bei einem bleiben. Zum Glück! Jetzt gibt es das zweite grosse, schwere Psychobuch von Beni Bischof. Darin verwirbelt der Künstler erneut Eigenes, Fremdes, Befremdliches, Bekanntes, Neues, Unkenntliches mit lockerer Hand, Humor und Hintersinn.
Die Sonderausstellung «Baustelle Erinnerung / ‹Hitler entsorgen› – Arbeiten am belasteten Erbe» im Vorarlberg Museum in Bregenz beschäftigt sich damit, wie ein verantwortungsvoller Umgang mit Gegenständen aus der NS-Vergangenheit aussehen kann. Ausserdem berät das Museum Privatpersonen, die solche Gegenstände besitzen.
Forrer Stieger Architekten gelingt mit dem Dreifachkindergarten und der Tagesbetreuung im Heiligkreuzquartier in St.Gallen die Quadratur des Kreises.
Es geht um uns Menschen und unser sonderbares und verheerendes Verhalten. «Humans» heisst die grosse Einzelausstellung des Ostschweizer Künstlers Olaf Breuning. Viele Arbeiten sind speziell für die Schau im Museum Allerheiligen in Schaffhausen entstanden.
In Wil fand am Wochenende das Rock am Weier statt. Seit 25 Jahren gibt es das Festival, und trotz inzwischen grösserer Namen ist es immer noch kostenlos. Ein Verein organisiert es nicht-profitorientiert und fördert regionale Acts. Unsere Autorin ist an den Ort ihrer musikalischen Sozialisation zurückgekehrt. Eine Reportage.
Kolumne: 24/7 Traumacore
Ausstellung im Museum Rosenegg
Kabarett in Herisau
Debatten um Machismus, Deepfake-Pornos, häusliche Gewalt und Femizide sind beinahe alltäglich. Was können Männer gerade tun, wenn sie unter Generalverdacht geraten? Frauenhausleiterin Katja Hämmerli Keller, Florance Hildebrand vom feministischen Streikkollektiv Thurgau und Manuel Benjamin Lehmann vom Forum Mann diskutieren Lösungsansätze.
Kommentar zur SVP-Chaosinitiative
Das AFO, das Architektur Forum Ostschweiz, diskutiert und vermittelt seit 30 Jahren Baukultur. Am kommenden Freitag wird das Jubiläum gefeiert und die neuste Artikelserie der guten Bauten als Buch präsentiert.
Minasa bekommt also doch Geld aus dem Lotteriefonds: Der Kantonsrat hat dem von Saiten und Thurgaukultur.ch aufgebauten Projekt, das den grössten Veranstaltungskalender der Ostschweiz ermöglicht, die Finanzierung für drei weitere Jahre gesichert.
Inna Shevchenko fragt im Dokumentarfilm Girls and Gods, ob die monotheistischen Weltreligionen mit Feminismus vereinbar sind. Auf der Suche nach Antworten begegnet sie widersprüchlichen Theorien und mutigen Frauen. Und bleibt nicht nur stille Beobachterin.
In eigener Sache
Abstimmungskommentar zur SVP-Chaosinitiative
Theateraufführung
Kolumne: Heppelers Bestiarium
Ein paar Federn, ein angeknabberter Tannenzapfen, ein Stück Plastik: Tiere und Menschen hinterlassen Spuren. Diesen widmet das Naturmuseum St.Gallen seine aktuelle Sonderausstellung «Spuren – Fährten, Frass und Federn».