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Mini-Widerstand gegen HSG-Campus

Die Abstimmung zum neuen HSG-Campus in St.Gallen scheint gewonnen. Der Schein kann trügen. Kritische Stimmen gibt es durchaus. Nur sind sie im Vorfeld der Abstimmung kaum öffentlich in Erscheinung getreten.
Von  Roman Hertler
Noch ist das Platztor-Areal günstiger Wohn- und Kreativraum. (Bild: hrt)

Hat da jemand «HSG» gesagt? Kein Abstimmungskampf weit und breit. Keine Opposition – weder im Speziellen noch grundsätzlich. Ist also alles im Lot, die Abstimmung gewonnen und der neue Campus am Platztor am Rand der St.Galler Altstadt schon so gut wie gebaut?

Natürlich nicht. Die fehlende öffentlich organisierte Opposition darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass es sehr wohl kritische Stimmen gegen eine HSG-Erweiterung gibt. Die Nervosität, die in der Uni-Führung auf dem Rosenberg umgeht, hat berechtigte Gründe.

Es gibt sie, die Gegenstimmen, aber sie werden kaum publik. Natürlich ist da Hans Fässler, der die Uni-Erweiterung schon 1985 bekämpft hat mit Brecht: «Nur die dümmsten Kälber / Erweitern sich ihr Schlachthaus selber.» Fässler schreibt in einem Leserbrief: «Die HSG ist und bleibt eine Kaderschmiede des Kapitals. Um das zu merken, muss man nicht einmal mehr links sein – die jüngsten Skandale haben es allen gezeigt.»

Und Urs C. Eigenmann wandte sich jüngst mit einer Abstimmungsempfehlung an die Medien. «Noch mehr Uni Wirtschaft St.Gallen? NEIN», schreibt er da. Weshalb einen neuen HSG-Campus bauen, wenn man sich gleichzeitig keine kulturellen Ausbildungstätten leistet und junge Kreative so in die Nachbarkantone treibt?

Es ging schon einmal schief

Ein kleines Grüppchen von Platztor-Anwohnern hat einen Flyer erstellt, auf dem sie auffordern, sich vorzustellen, was sonst noch alles aus dem Freiraum auf dem Platztor-Areal und den 160 Millionen Franken gemacht werden könnte. Das Rümpeltum ist hier nur zwischenzeitlich geduldet, die Offene Kirche vorsorglich schon mal aus dem Register schützenswerter Bauten entlassen. Die bevorstehende (und teils schon umgesetzte) Räumung des Platztor-Quartiers ist ein klassisches Gentrifizierungsproblem. Da geht wieder einmal günstiger Wohn- und Kreativraum für ein Prestigeprojekt verloren – vermutlich ersatzlos.

Es sind Mini-Widerstände gegen die HSG-Erweiterungspläne. Das heisst aber noch längst nicht, dass das Wohlwollen gegenüber der Hochschule gewachsen ist. Besonders auf dem Land dürfte sich das Interesse am «Leuchtturm HSG» in Grenzen halten. Und in der Stadt hat sich die Hochschule mit den Schlagzeilen der vergangenen Monate nicht unbedingt mehr Freunde geschaffen.

Bauvorlagen kommen in aller Regel problemlos durch im Kanton St.Gallen. Zu einer überraschenden Ausnahme kam es 1970: Ausgerechnet die HSG-Erweiterung erlitt an der Urne Schiffbruch. Auch damals hatten sich sämtliche Kantonalparteien für den Ausbau ausgesprochen. Die Stimmbevölkerung aber sagte Nein. Das Abstimmungsresultat am kommenden Sonntag darf darum nach wie vor mit Spannung erwartet werden.

Jetzt mitreden: 3 Kommentare
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Wochenblatt,  

Das Resultat der Abstimmung zur HSG-Erweiterung zeigt eigentlich nur, dass grosse Teile derer, die sich hier mal «links» nannten, unterdessen offen den bedingungslosen Kapitalismus unterstützen. Schauen wir mal, was wir dagegen unternehmen können …

Hermann Ambühl,  

Dein Kommentar beweist, dass Du sicher nie Gast der HSG oder einer anderen Uni gewesen bist und lässt vermuten, dass Du das, was Du allenfalls in der Primarschule gelernt, schon längst wieder vergessen hast. Oder sind die Tage zur Zeit für Dein Köpfchen einfach ein bisschen zu warm?

Haupt,  

ich bin dagegen weil es ein Unsinn ist die Uni zu vergrössern das dann sowieso der kleine Bürger berappt. zudem noch die offene kirche weichen muss wieder ein altes Gebäude weichen sollte alles wischi waschi für die Gichthändchen hier im Staate es grüsst jeannot Haupt St.Georgenstrasse 72 St.Gallen

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