, 19. Januar 2017
keine Kommentare

Mit alten Freunden einen trinken

Zum dritten Mal stehen im Park beim Bahnhof St.Margrethen Schiffscontainer. In diesen Tagen halten Melodien, Texte und Bässe Einzug – «Kultur im Container» ist eine Bühne für regionale Künstlerinnen und Künstler. von Stefanie Rohner

Die Container sind noch bis am 28. Januar offen. (Bilder: Stefanie Rohner)

Von August bis Oktober 2016 haben sie im St.Galler Güterbahnhof-Areal Aufsehen erregt, als Raum für das temporäre Stadtteil-Programm Lattich. Eigentlich aber gehören sie nach St.Margrethen, wurden vor vier Jahren von der Klausgesellschaft zum Leben erweckt und vor drei Jahren zusätzlich mit Kultur und Musik ergänzt: die Container im Park St.Margrethen.

Was dort stattfindet, ist «ein Angebot für alle. Von Kleinkindern bis zu Seniorinnen und Senio- ren kommen alle zusammen und können sich austauschen», sagt Roger Graf, Mitglied der Klausgesellschaft. Mit den selbst umgebauten Containern schaffen es die Organisatoren jedes Jahr, etwas mehr Leute anzulocken.

Den Winter wärmer machen

Dem Aish Collective, bestehend aus sechs Mitgliedern, geht es darum, den Winter jedes Jahr etwas wärmer und gemütlicher zu machen. Dank ehrenamtlichem Einsatz wird der Park zum Erlebnis. Transport und Wiederabbau der Container sind jedoch aufwendig; so entstand der Wunsch, einen Monat länger vor Ort zu sein. «Da kam Thomas Oesch ins Spiel, der viele Musikerinnen und Musiker kennt. Mit ihm konnten wir ein Kulturprogramm anbieten», sagt Graf.

Kultur im Container: 
16. bis 28. Januar, Pavillon im Park, St.Margrethen
kulturimcontainer.ch

Thomas Oesch holt jedoch nicht nur Musiker in die Container, auch Poetry Slam, Kino oder eine Fotoausstellung finden darin Platz. Regionale Künstlerinnen und Künstler haben mit «Kultur im Container» vom 16. bis 28. Januar die Möglichkeit, an einem unkonventionellen Ort ihr Schaffen zu zeigen. «Die Bands spielen auf engstem Raum. Der Abstand zum Publikum könnte kleiner kaum sein. So nahe ist man bei einem Auftritt nie an den Musikern», sagt Oesch.

Die Bands, die bislang in den Schiffscontainern spielen konnten, zeigen sich begeistert vom Ort. Menschen, die zufällig am Park vorbeikommen, sind sich oft nicht sicher, ob der Ort öffent- lich zugänglich ist. «Vielleicht fehlt ihnen der Mut, einfach reinzu-schauen. Aber es sind alle herzlich willkommen», betont Graf.

Um Gewinn geht es nicht

Die Container bringen nicht nur die verschiedenen Besucher zu- sammen, sondern auch alle, die mithelfen. «Man trifft viele verschiedene Menschen, was ich spannend finde», sagt Oesch. Kultur darf für ihn im kleinen Rahmen stattfinden. Deshalb soll «Kultur im Container» sich zwar weiterentwickeln, nicht aber grösser werden. «Um den Gewinn geht es uns nicht, sondern darum, die Leute zu begeistern und die Freude daran zu erhalten», sagt Oesch. So ist der Eintritt auch im dritten Jahr noch kostenlos.

Roger Graf, Lea Brunner und Thomas Oesch

Graf sagt, es sei die Vielfältigkeit, die begeistere. «Das Zusammenspiel aus Handwerk, Tradition und Kultur ist belebend.» Man könne Musik hören und dabei alte Freundinnen und Freunde treffen. «Einige kommen nur einmal im Jahr zurück in ihren Heimatort. Es ist toll, wenn man mit ihnen mal wieder einen trinken kann.» Lea Brunner kümmert sich meist um den Gastrobetrieb. «Wir halten es einfach und alle mögen das. Es braucht kein riesiges Angebot, sondern etwas Bodenständiges.»

Das Januar-Programm verspricht ebenfalls genau das: Enrico Lenzin oder Afternoon Daydreams, die am diesjährigen BandxOst den zweiten Platz belegten, bestreiten das Musikprogramm. Das Ostschweizer Jazz Kollektiv verlegt seine traditionelle Jam Session in den Container, es gibt einen Poetry Slam, und Kuno Bont zeigt seinen Rheinholzer-Film. Der Container verspricht zwölf abwechslungsreiche Tage.

Dieser Beitrag erschien im Januarheft von Saiten.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Impressum

Herausgeber:

 

Verein Saiten
Gutenbergstrasse 2
Postfach 2246
9001 St. Gallen

 

Telefon: +41 71 222 30 66

 

Redaktion

Corinne Riedener, Peter Surber, Roman Hertler

redaktion@saiten.ch

 

Verlag/Anzeigen

Marc Jenny, Philip Stuber

verlag@saiten.ch

 

Anzeigentarife

siehe Mediadaten

 

Sekretariat

Irene Brodbeck

sekretariat@saiten.ch

 

Kalender

Michael Felix Grieder

kalender@saiten.ch

 

Gestaltung

Samuel Bänziger, Larissa Kasper, Rosario Florio
grafik@saiten.ch

Saiten unterstützen

 

Saiten steht seit über 25 Jahren für kritischen und unabhängigen Journalismus – unterstütze uns dabei.

 

Spenden auf das Postkonto IBAN:

CH87 0900 0000 9016 8856 1

 

Herzlichen Dank!