, 22. Mai 2013
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Mit den SBB zum Nein?

Bei der Bahnhofsvorlage scheint die Stimmung zu kippen. Zu den Kritikpunkten gehört die Verlegung der Billettschalter. Wie fix sind die Pläne?

Am Dienstag wurde im St.Galler Stadtparlament über den Bau von Rolltreppen für die Bahnhofsunterführung West diskutiert. Thema war das fehlende finanzielle Engagement der SBB, das laut «Tagblatt» quer durch alle Parteien kritisiert wurde: Von SP (schwieriger Verhandlungspartner) über die FDP (SBB-Entscheide nicht nachvollziehbar) bis SVP (beschämend).

Ein weiterer Kritikpunkt ist die geplante Verlegung der Schalterhalle

Die Absicht der SBB wird auch von den Befürwortern der Vorlage kritisiert. Beispielsweise von SP-Fraktionschef Daniel Kehl an der Medienkonferenz, an der für die Vorlage geworben wurde:

«Die SBB-Pläne, die Billet-Schalter von der Schalterhalle weg an die Peripherie Richtung Betriebsgebäude im Westen zu verlegen, müssen vom Stadtrat energisch bekämpft werden. Es kann nicht sein, dass die SBB einen Umbau nur unter kommerziellen Aspekten betrachten.»

Entscheidend ist deshalb folgende Frage: Gibt es aus Sicht der SBB überhaupt noch Spielraum für Änderungen?

Auskunft gibt SBB-Sprecher Reto Schärli.

Saiten: Sind die Pläne für die Verlegung der Billettschalter fix – oder noch verhandelbar?

Reto Schärli: Die Verlegung der Billettschalter ist nötig, um unseren Kundinnen und Kunden einen optimalen Service anbieten zu können. Heute sind die Gepäckaufgabe (Dienstgebäude) und der Billettschalter (Schalterhalle) räumlich getrennt. Künftig finden die Reisenden beides am gleichen Ort. Zusätzlich werden Hintergrundarbeitsplätze an denselben Ort verlegt, um die internen Abläufe zu vereinfachen. Dies wäre aus Platzgründen am heutigen Standort in der Schalterhalle unmöglich.

Wurde über die Verlegung der Billettschalter überhaupt mit der Stadt verhandelt – und gab es Widerstand seitens der Stadt?

Die Stadt und die Denkmalpflege wurden über die Pläne informiert. Bei den Gesprächen standen vor allem denkmalpflegerische Aspekte im Vordergrund.

Der Verdacht ist folgender: Die Zusammenlegung mit der Gepäckaufgabe ist nur eine Ausrede. Es gibt nämliche nur wenige Bahnkunden, die diesen Service nützen. 

Dieser Behauptung widersprechen wir: Es sind nicht wenige Kunden, welche den Gepäckservice in Anspruch nehmen.

Und die Schalter werden hauptsächlich deswegen verlegt, damit die Bahnkunden an den Läden vorbei müssen, wenn sie ein Billett kaufen wollen.

Der Hauptgrund für die Verlegung des Reisezentrums ist eine Zusammenführung der verschiedenen Angebote an einem zentralen Ort. Wer heute ein Billett kauft und sein Gepäck aufgeben will, muss einen Umweg ins Dienstgebäude neben der Unterführung West in Kauf nehmen. Dank der Verschiebung des Reisezentrums um 30 Meter wird sich dieses künftig in der Mitte der beiden Unterführungen befinden. Die Unterführung West wird aufgewertet und künftig von deutlich mehr Reisenden genutzt werden. Vom Reisezentrum aus können die Kunden auch direkt auf das Perron gelangen.  Auch von der Nordostseite wird der Zugang ins Bahnhofgebäude einfacher, indem der Starbucks verlegt und ein zusätzlicher Zugang geschaffen wird.

1 Kommentar zu Mit den SBB zum Nein?

  • Doris Königer sagt:

    Tja …. auch wenn die Stimmung nicht die Beste ist ….. ich werde trotz allen ‚Wenn und Aber‘ Ja stimmen. Ich bin überzeugt, dass es mehr Positives als Negatives gibt. Am meisten freue ich mich auf die Begegnungszone in der Gutenbergstrasse und auf die Entwirrung der Buslinien.

    Anbei mein noch nicht veröffentlichter Leserinbrief:
    Der falsche Knopf
    Wann haben sie sich das letzte Mal eine Hose gekauft? Die eine war zu lang, die andere zu eng, die dritte war nicht modern genug, und doch gab es dann plötzlich eine Hose die war fast perfekt, nur der Knopf war zu gross und die Naht hätte etwas dunkler sein können. Aber sonst stimmte einfach alles, denn sie war total bequem und dazu auch noch chic. Ich habe diesen Kauf nie bereut und weder Knopf noch Naht stören mich heute wenn ich sie anhabe.
    Ähnlich ergeht es uns doch mit der Umgestaltung Bahnhofplatz. Wir können uns alles ein wenig anders vorstellen, schöner, grösser, visionärer, kleiner, heller, mit mehr von dem und weniger von etwas anderem. Aber dieses Idealprodukt gibt es nicht. Zu viele Sachzwänge verunmöglichen die ultimativ perfekte Lösung und zu viele Interessen müssen mindestens zum Teil befriedigt werden. Im Grossen und Ganzen ist es aber eine funktionierendes Umbauprojekt, für die öV-Drehscheibe St.Gallen ein Gewinn, im Prinzip ein Muss. Die vorgeschlagene Begegnungszone ist auch für Fussgängerinnen , Fussgänger, Velofahrerinnen und Velofahrer ein Plus. Die Entwirrung der Buslinien vereinfacht das Umsteigen und für eine spätere Trameinführung ist schon vieles vorgespurt. Eine klare Aufwertung erhalten wir auch in der Ostunterführung. Für den Individualverkehr steht auf der Nordseite bereits ein neues Parkhaus.
    Wir sollten uns diese Neugestaltung einfach leisten und 2018, an der  grossen Eröffnungsfeier wird sich wahrscheinlich niemand mehr an den heute so aufgebauschten Kritikpunkten stören.

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