, 17. Januar 2019
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Mit Wurlitzer in die Südsee

Die «Kino-Orgel» klingt wieder: Rund um die imposante Wurlitzer-Orgel finden in St.Gallen-St.Georgen dieses Wochenende zum fünften Mal die Stummfilmkonzerte statt. Unter anderem mit F. W. Murnau und mit Dick und Doof.

Meisterwerke aus der Stummfilmzeit begleitet von Live-Musik auf dem historischen Instrument von 1923: Das ist das Erfolgsrezept des Anlasses und seines Erfinders, des St.Galler Organisten und Komponisten Bernhard Ruchti.

In St.Gallen steht eine von nur drei Wurlitzer-Orgeln in der Schweiz. Hierher war sie auf Vermittlung der American Theater Organ Society gekommen, die sich für den Erhalt von Wurlitzer-Orgeln einsetzt. Das St.Galler Instrument war zuvor in einem Kino in der Kleinstadt La Porte im US-Bundesstaat Indiana gespielt worden. Dank breiter Unterstützung gelang es Ruchti, das 400’000 Franken teure Instrument nach St.Gallen zu holen. 2015 wurde es mit den ersten Stummfilmtagen quasi eingeweiht. Jetzt lädt Ruchti zum Jubiläumsprogramm und freut sich besonders, dass dieses Jahr alle Filme analog gezeigt werden können.

Den Auftakt am Freitag macht F.W. Murnaus letzter Film Tabu von 1930/31, den er auf eigene Kosten als Stummfilm gedreht und selbst finanziert hat. Der Film, mit Laiendarstellern in der Südsee geschaffen, erzählt eine tragische Liebesgeschichte und vermisct Fiktion mit dokumentarischen Elementen. Ruchti sieht in ihm «ein Meisterwerk von unglaublicher Bildgewalt und einer fast zärtlichen Erzählweise» und sitzt selber am Spielpult der Wurlitzer.

Am Samstag steht mit Hal Roach ein Produzent im Zentrum. Zu sehen sind unter anderem Big Business mit Laurel & Hardy oder The Ol’ Grey Hoss mit den «kleinen Strolchen».

St.Galler Stummfilmkonzerte, 18. bis 20. Januar, Kirchgemeindehaus St.Georgen St.Gallen
stummfilmkonzerte.ch

Das Kurzfilmprogramm vom Sonntag bringt ein Frühwerk von Walt Disney (Alice in the Jungle) oder One A.M., den einzigen One-Man-Film von Charlie Chaplin. Die Live-Begleitung – die bei dieser Kunstgattung weit mehr als Begleitung ist, sondern ein eigenes künstlerisches Werk – spielt der britische Organist Donald McKenzie.

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