Eklig oder Kunst? Güsel oder genial? Im Nextex haben fünf junge Künstlerinnen und Künstler eine carte blanche erhalten. Sie verstehen ihre Arbeiten als Reflexionsangebote.
Die Flusen aus dem Bauchnabel als Metapher? Für nichts geringeres als das sich ausdehnende Universum stehen sie in der aktuellen Ausstellung im Nextex. Und dafür, dass Kunst immer und überall entstehen kann. Nicht immer in der Vergangenheit haben sich Künstlerinnen und Künstler derart unbefangen gezeigt. So manchen hat die Last der Kunstgeschichte schier erdrückt, aber diese fünf – Adrian Rast, Valentin Beck, Pascale Eiberle, Selina Buess und Sabrina Labis – arbeiten gänzlich unbeeindruckt vom Ballast des Bereitsdagewesenen. Liegt es daran, dass sie an ihre Ausgangsmaterialien wenig Anspruch stellen und so freier arbeiten können? Liegt es am Alter? Denn jung sind sie: Sie studieren Kunst und Vermittlung an der Hochschule Luzern und stehen alle noch vor ihrem Bachelorabschluss.
Seit zweieinhalb Jahren teilen sie sich ein Atelier und üben sich darin, einander Ideen zuzuspielen und Partizipation zu ermöglichen. Nicht nur einander, sondern auch dem Publikum. Zum Beispiel Datteln essen. Und dann? Wohin mit dem Kern? Einfach immer weiter kauen? Oder ihn in der Hosentasche verschwinden lassen? Suchenden Blicken zeigen sich die kleinen Arrangements auf dem Nextex-Fenstersims: Zettelchen mit Dattelkernen darauf, darin und darunter. Aber auch solche mit Wachsspuren, Kerzenstummeln, Kritzeleien, mit Spuren des Alltags. «Ich weiss, dass da etwas ist… Da muss etwas sein.» So steht es auf einem der Zettel und so ist es auch. Irgendwie.
Wem aber abgekaute Dattelkerne zu unappetitlich und zerbrochene Rückspiegel oder Wachsflecken zu wenig repräsentativ sind, hält sich lieber an die gegenüberliegende Raumseite, in der hübsch anzusehende, blau lackierte Gipstafeln geordnet an der Wand hängen. Doch was hier wie eine verkaufsfördernde Präsentation anmutet, wird im Verlauf der Ausstellung demontiert. Die Galeriesituation bleibt nicht unverändert bestehen, aber wie genau sie sich verändern wird, ist nicht konzeptionell festgeschrieben. Die Künstlerinnen und Künstler wollen die Erfahrungen der Vernissage nutzen und weiterarbeiten.
Vom Kleinen zum Grossen, vom Unbeachteten, Banalen zu einem ganzen Lebenskosmos, vom Kunstkommerz zum Experiment – in der Ausstellung im Nextex ist alles in Bewegung, am kommenden Donnerstag nochmals und zum letzten Mal live mit den Künstlerinnen und Künstlern.
www.nextex.ch, bis 23. Januar, Dienstag 12-16 uhr und Donnerstag 12-16 / 19-22 uhr
In einer Tennishalle im toggenburgischen Unterwasser trafen sich vor zehn Jahren 5000 Neonazis zum grössten Rechtsrock-Konzert, das je im deutschsprachigen Raum stattgefunden hat. Linke Politiker:innen reagierten schnell, doch das Ergebnis ist ernüchternd.
Leopoldstadt am Vorarlberger Landestheater
Stimmrecht
Erntehelfer:innen sind in der Schweiz schlecht geschützt. Ihre Arbeitsbedingungen liegen oft in Graubereichen, Kontrollen sind schwierig. Eine Veränderung würde jedoch bedeuten, ein ganzes System auf den Kopf zu stellen.
Bücherherbst: Die Geschichte der Schweizer Uhrmacherkunst von Gion Mathias Cavelty
Die St.Galler Restaurants Toscana und The Pinch machten vergangene Woche über Nacht dicht. 15 Personen standen unvorbereitet auf der Strasse. Das verantwortliche Investoren-Duo schliesst nicht zum ersten Mal ein Restaurant in der Stadt. Das abrupte Ende wirft Fragen auf.
Die Stadt St.Gallen muss sparen und will das historische Volksbad nach der Wiedereröffnung des Hallenbads Blumenwies schliessen. Dabei verspricht die Stadt seit über 40 Jahren die Sanierung.
Die St.Galler Regierung spart gegen ihren Willen weitere 60 Millionen Franken ein und rechnet für 2027 mit einem Plus von 55 Millionen Franken. Kulturelle Arbeit wird dabei weiter prekarisiert – mit einer grossen Ausnahme.
Filminstallation über Vergänglichkeit
Die alten Fabrikhallen sind aus Winterthurs Kulturleben nicht mehr wegzudenken. Sie wären aber nichts ohne engagierte und gut vernetzte Menschen. Saiten konnte auf Einladung des Kulturmagazins «Coucou» einige von ihnen treffen. Ein kleiner Stadtrundgang
Das Konzert und Theater St.Gallen zeigt eindringlich auf: Femizide existieren in der Schweiz noch immer im ungeheuren Ausmass. Die Inszenierung von Corinna von Rad setzt auf das Groteske in Georg Büchners Woyzeck und feierte am Samstag Premiere im Grossen Haus. Eine Produktion für «jeder-Mann»!
Viel Energie und noch viel mehr Punk gibts auf dem neuen Album Now To Ruin der Thurgauer Band S.G.A.T.V.. Getauft wird am 1. Oktober im Winterthurer Kraftfeld. Saiten hat vorab reingehört.
Wie können wir unseren Konsum nachhaltiger gestalten? In «Next Relations – Zukunft gestalten» zeigt das Gewerbemuseum Winterthur anhand von Arbeiten von Studierenden mögliche Ansätze. Eine anspruchsvolle Schau, die Hoffnung macht.
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Ein Schrebergarten wird im neuen Roman Verteidigung eines Gartens von Christina Walker zum Zufluchtsort. Darin lässt die Vorarlberger Autorin vielschichtige Charaktere ebenso aufblühen wie Apfelbaum und Johannisstrauch.
Der Kanton St.Gallen hat Kunst- und Kulturschaffende zur jährlichen Kulturkonferenz nach Wil eingeladen. Spielerisch wurde versucht, die Ausrichtung der Kulturförderung zu klären und Möglichkeiten der neuen Kulturstrategie zu diskutieren. Doch die zentrale Frage blieb offen: Wie stark kann die Kulturszene den Inhalt der Strategie tatsächlich mitbestimmen?
Wer als Erntehelfer:in in der Schweiz arbeitet, tut dies in einer rechtlichen Grauzone. Das nützt vor allem einem System, das weder die Landwirt:innen noch die Konsument:innen im Alleingang ändern können. Ausserdem im Oktoberheft: zehn Jahre Unterwasser, eine Flaschenpost aus Halle (Saale), Kunst zum Thema Männlichkeit, Musik von The Black Salt und natürlich der Bücherherbst – mit neuer Literatur von Ostschweizer Autor:innen.
Human Human spielen melancholischen und fragilen Indie-Pop, der trotzdem warm und lichtdurchflutet ist. Das St.Galler Duo hat jetzt seine erste EP veröffentlicht und tritt am Wochenende gleich zweimal im Bahnhof Bruggen auf – erstmals mit einer Band.
Kommentar zur Beratung der Inklusionsinitiative im Nationalrat
1976 lässt sich Gerd Zikeli in der evangelischen Kirchgemeinde St.Gallen-Straubenzell zum Pfarrer wählen. Drei Jahre später wird er als gut vernetzter Holocaust-Leugner und Vorstandsmitglieder der ersten Neonazigruppe der Schweiz enttarnt. Heute beobachtet er Laufenten.