Ein Farbanschlag auf das Museum of Emptiness zum Internationalen Museumstag: Es sei eine paradoxe Einladung gewesen, schreibt das Künstlerduo Gen Atem und Miriam Bossard in seiner Ankündigung. «Und gerade dieser Widerspruch hat uns gereizt, daran teilzunehmen.» Es werde darum gehen, die Leere in Frage zu stellen, ohne sie zu zerstören.
Über das Ergebnis kann sich das Publikum am 21. Mai von 11 bis 17 Uhr selber ein Bild machen. Gilgi Guggenheim, die Gründerin und Kuratorin des MoE an der Haldenstrasse am Rand der St.Galler Altstadt, verrät nur so viel: Es werde eine sehr zurückhaltende, achtsame Arbeit werden, die, passend zum Museumstag, auch die Institution Museum selbst thematisiere. Und die sich im Spannungsfeld von Materiellem und Immateriellem bewege – so wie dies ihr Raum der Leere seinerseits programmatisch tut: «Im MoE werden sowohl sichtbare als auch unsichtbare Spuren hinterlassen.»
Blick ins Museum der Leere. (Bild: moe)
Gen Atem, in der Ostschweiz aufgewachsen, trat in den 1980er-Jahren in New York und in Europa mit Graffitis hervor und gilt als Pionier des Urban Art Movement. Er lebt und arbeitet als Künstler und Zen-Lehrer in Zürich. Miriam Bossard wirkte als Künstlerin ebenfalls in New York. In ihrer Arbeit nutzt sie häufig die Technik der Collage. Als Künstlerduo produzieren die beiden unter dem Begriff «Meditated Vandalism».
«Mut zur Verantwortung»
Im übrigen herrscht am Museumstag vom 21. Mai die Fülle. Der Anlass stellt sich insgesamt ein anspruchsvolles Thema: «Mut zur Verantwortung. Sensible Themen im Museum».
In der Ostschweiz ist eine Vielzahl von Institutionen mit Spezialprogrammen zur Stelle. Das Forum Würth Rorschach behandelt für Kinder und Erwachsene das «mal komische mal schwierige Verhältnis zwischen Mensch und Tier», in Kreuzlingen zeigt das Seemuseum «Kleinste Süsswasser-Lebewesen: Sensible Geschöpfe mit grosser Bedeutung». In Frauenfeld und St.Gallen sind je das Historische und das Naturmuseum mit Sonderprogrammen beteiligt. Das Kunstmuseum in Ittingen bietet gleich «Museum total» – unter anderem wird der riesige «Loop» von Bildstein-Glatz eingeweiht.
Weiter beteiligt sind in der engeren Region laut Website das Schulmuseum Amriswil, das Museum Kunst & Wissen in Diessenhofen und das Landesmuseum in Vaduz. Die Schollenmühle in Altstätten lädt den ganzen Samstag über zur Erkundung der ehemaligen Torffabrik mitten im Naturschutzgebiet – samt vogelkundlicher Frühexkursion ins Riet.
Edy Brunner vor seiner Zeitraffer-Installation Apollo 11, 1969 im Kunstzeughaus Rapperswil (Bild: IG Halle)
Das Kunstzeughaus Rapperswil-Jona schliesslich eröffnet am Museumstag die Retrospektive zum 25-Jahr-Jubiläum der IG Halle «Out of the Blue» und diskutiert über den «Mut zur Verantwortung: gegenüber den Kunstschaffenden, gegenüber der Sammlung und gegenüber der Bausubstanz».
Alle Infos zum Museumstag: museums.ch
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Die erneuten Sparvorschläge der St.Galler Regierung stossen auf breite Ablehnung. Die Kulturszene solidarisiert sich gegen die Abbaupläne. Die Kulturlobby hat sich in Stellung gebracht. Obs hilft?
Kunstausstellung
Eigentlich wollte Zsuzsanna Gahse keine Bücher mehr schreiben. Nun hat sie mit Angerichtet ihr Werk doch noch einmal erweitert. Ihre Sprache darin bleibt neugierig, humorvoll und spielerisch. Und wirkt fast wie ein Kommentar zum eigenen literarischen Schaffen.
Bücherherbst: Ausser mir von Micha Friemel
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Auf seinem neuen Album Three Chords and a Shaking Hand besingt der Rheintaler Singer-Songwriter Mo Klé die gegenwärtige Debattenkultur, Regenstürme und Selbstakzeptanz. Die Albumtaufe findet am 7. November im st.gallischen Bahnhof Bruggen statt.
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Zumthor plant in Wildhaus
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Seit einigen Jahren sind Benin-Bronzen in Schweizer Museen ein heisses Eisen. Im St.Galler Kulturmuseum laviert man bei der Frage einer möglichen Rückgabe zwischen Dialogbereitschaft und Verweigerungshaltung.
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