Musikvermittler, passionierter Schachspieler, unermüdlicher Hobby-Fussballer: Armin Eisenring bleibt in vielen Facetten in Erinnerung. Im Riethüsli, wo er aufwuchs, führten seine Eltern einen Lebensmittelladen. Schon in jungen Jahren war er musikbegeistert.
Nach der Lehre als Werkzeugmacher übernahm er eine Stelle im damaligen Apartheidsstaat Südafrika, wo viele Schweizer Firmen Niederlassungen hatten. Ihn zog es dort, obwohl für Weisse verboten, in die Townships der schwarzen Bevölkerung. Hier pulsierte das Leben und hier gab es sein geliebtes Ganja.
Zurück in der Schweiz, wurde die Musik zu Armin Eisenrings Berufung. Legendär seine kurze Basler Zeit mit der formidablen Rockband Toad, dann wieder in St.Gallen die Arbeit für Island, eine Art Progrocksupergroup, entstanden aus Mitgliedern der vormaligen Kultband Deaf, dem Multiinstrumentalisten Peter Scherer und dem grossartigen Toad-Sänger Beni Jäger.
Auftritte wurden organisiert und die Platte Pictures produziert. Gerade jetzt plante Armin eine Vinyl-Wiederveröffentlichung dieses Werkes mit dem Cover von H.R. Giger.
Das war eine intensive und anregende Zeit Mitte der 70er-Jahre. Doch das Projekt Island war Geschichte. Armin gründete zusammen mit Monica eine Familie, und Sohn Raphael kam auf die Welt.
Seine Beziehungen zur Musikszene waren vielfältig und sein Wissen darüber gross. Also gründete er in einer Zeit, in der das Musikgeschäft noch wie geschmiert lief, Z-Records.
Anfänglich am Spisertor in einem alten Haus eingemietet, wo heute die Altersresidenz steht, zügelte er sein Geschäft später ans Platztor und wurde dort zur wichtigen Adresse für Musikbegeisterte – bis zum endgültigen Ende 2020. Das Ende von Z-Records schlug ihm aufs Gemüt.
2006 wurde Armin zum Autor. Mit Jimi und die Evas schrieb er eine Art Biografie, die Retrospektive eines Roadies und Schallplattendealers (eine Besprechung erschien in Saiten im Oktober 2006). Hier liess er vieles aus der Musikwelt aufblitzen. Und seine zweite Heimat La Gomera kam auch zum Zuge.
Auf der Insel war er immer öfters anzutreffen, lernte neue Leute kennen und begann mit Freundinnen und Freunden eine Art meditativer indischer Musik zu spielen.
Für das Buch veranstaltete Armin ein Konzert mit Lesung in der Grabenhalle. Es spielte die Band des Ex-Toad-Gitarristen Vic Vergeat, und Armin las aus seinem Buch vor.
Fast zeitgleich mit Jimi und die Evas brachte er eine Doppel-CD mit Island heraus. CD 1 umfasste ein Home- Recording 1975, CD 2 den Live-Auftritt im St.Galler «Africa-na» 1976.
2012 veröffentlichte er ein weiteres Buch: Aussteiger und Meerjungfrauen, in dem seine Lieblingsinsel La Gomera im Mittelpunkt steht.
St.Georgen, wo Armin mit seiner Partnerin Erica wohnte, war ein guter Ausgangspunkt für seine geliebten Drei Weieren. In ihrer Wohnung waren immer mal wieder Gomera-Freunde zu Gast. Armin führte ein einfaches Leben, er war kein Angeber, er brauchte keine Statussymbole. Seine Bezugspunkte waren seine Familie, die Musik und La Gomera.
Der St.Galler Kunstkiosk wird fünfzehn Jahre alt. Gefeiert wird das mit einer Jubiläumsausstellung im ehemaligen Tiffany Night Club. Die Vernissage ist am 12. September. Saiten hat schon vor der Eröffnung vorbeigeschaut.
Musiktheater
Zum 36-jährigen Bestehen seiner Galerie Macelleria d'arte transformiert Francesco Bonanno ein leerstehendes Gebäude am Roten Platz in St.Gallen in ein buntes Haus voller Kunst. Was als kleines Projekt begann, wuchs zu einem Gemeinschaftswerk von fast 100 Kunstschaffenden.
St.Gallen und Luzern haben mehr gemeinsam, als man zunächst denkt – oder doch nicht? «Null41» war mit der Saiten-Redaktion in St.Gallen unterwegs.
Von St.Gallen bis nach Südafrika. Ein Ostschweizer Ehepaar reist im Landrover Defender um die Welt. Ihre Erlebnisse halten die Baumelers mit einer Kamera fest. Nun erscheint ihr Film Immer weiter in Ostschweizer Kinos – eine ehrliche Dokumentation, der eine Einordnung gut getan hätte.
«Open House St.Gallen»
Museum Herisau
Das Küefer-Martis-Huus in Ruggell widmet sich in einer Retrospektive der Wiederentdeckung einer völlig übersehenen Künstlerin: Maggy Mauritz war eine Pionierin der Graffitikunst und des Lettrismus.
Jakob Lütschg kehrte nie nach Balgach zurück. 82 Jahre nach seinem Tod im Konzentrationslager Buchenwald kehrt wenigstens sein Name heim. Der erste Stolperstein im St. Galler Rheintal erinnert an ein Leben, das beinahe vergessen ging.
Musik am See
Torreich, spannend und doch enttäuschend - nur eine Viertelstunde guter Fussball reicht halt nicht zum Punkt gegen Thun.
Nach Jahrzehnten treffen sich Eva und Franz wieder. Beide im fortgeschrittenen Alter. Viel ist passiert und doch ist da noch Zuneigung. Schwindlig heisst der neue Roman der Ostschweizer Autorin Christine Fischer, in dem vielschichtige Charaktere auf feines Sprachgefühl treffen.
Dieses Wochenende eröffnet die offene Werkstatt Meter den neuen Standort an der Burgstrasse. Und im November zügelt Offcut nach St.Fiden. Das ist der Anfang vom Ende der Gemeinschaft «Ulmen5» – zumindest in ihrer bisherigen Form. Denn 2027 könnte es zur teilweisen Wiedervereinigung kommen.
Eine neue SRF-Serie porträtiert eine elfköpfige WG aus St.Gallen. Endlich wieder mal eine sehenswerte SRF-Produktion, findet Saiten-Autor Andi Giger.
St. Gallen schlägt sich am Ende auch selbst und muss den Traum von Europa begraben. Entscheidend war er Platzverweise gegen Mihailo Stevanovic vor der Pause.
Drei Kulturmagazine tun sich zusammen, vergleichen ihre Städte und die Herausforderungen, denen die Kultur gegenübersteht. Saiten hat die Kolleg:innen vom «Coucou» in Winterthur besucht und das «Null41» war in St.Gallen zu Besuch. Ausserdem im Septemberheft: lauter Jubiläen – von Anita Zimmermann über das Figurentheater bis zur Museumsnacht –, ein Pfarrer auf braunen Abwegen, eine Flaschenpost aus Afghanistan und ein Interview zum Hitzesommer und dem Klimawandel.
An seiner ersten Pressekonferenz als Leiter der St.Galler Kellerbühne schildert Hüseyin Cirpici seine Eindrücke der Stadt und verrät, was das Publikum unter seiner Regie erwartet.
Der St.Galler Komponist Charles Uzor hat eine Art politisches Oratorium geschrieben. Am Sonntag wurde es in der Kirche Trogen aufgeführt: The Great Wall. A Labyrinth mit dem grandiosen New Yorker Vokalensemble Ekmeles.
An den Appenzeller Bachtagen erklärte die Medienwissenschaftlerin Mercedes Bunz, weshalb die künstliche Intelligenz kreativ sein kann – und warum sie dennoch grundlegend anders arbeitet als der Mensch.
Kunstausstellung