, 28. Februar 2021
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Neujahrsvorsätze

Warum foltern wir uns eigentlich jedes Jahr wieder mit einer New Year’s Resolution?, fragt unser Kolumnist Jan Rutishauser – und macht sich seine ganz eigenen Vorsätze. Sein Beitrag aus dem Februarheft.

Silvester: Tag der Neujahrsvorsätze und der Tischbombe. Für deren Erfinder ich den grössten Respekt verspüre. Denn nicht jeder schaut sich das Gschmäus auf dem Turnhallenboden nach der Dorffasnacht an und denkt sich: «Richtig verpackt cha me das nomol verchaufe.»

Jedoch was Neujahrsvorsätze angeht, bin ich kein Fan. Mir fällt es zu leicht, im Nachhinein Schlupflöcher zu finden: «Guet, ich goh jede Tag ufs Laufband. Übers Iischalte chömmer nöchst Johr rede.»

Und beim einzigen Neujahrsvorsatz, den ich tatsächlich erfüllt habe, also 10’000 Schritte pro Tag zu gehen, ist gerade bekannt geworden, dass die Zahl keinerlei wissenschaftliche Grundlage hat. Da habe ich mich vielleicht aufgeregt. Jetzt habe ich mich umsonst gesund verhalten!

Ja, warum foltern wir uns eigentlich jedes Jahr wieder mit einer New Year’s Resolution? Denn laut einer Studie scheitern 90 Prozent an ihren Vorsätzen. Was mich nicht überrascht. Silvester ist der einzige Tag im Jahr, an dem nicht mal 12 Stunden zwischen Racletteorgie und Brigittediät liegen.

Jan Rutishauser, 1987, ist Kabarettist, Kolumnist und Koach für Rechtschreibung und Comedy Writing.

So viele beginnen am 1. Januar mit Abnehmen, aber schlagen sich über die Festtage den Ranzen voll. Warum?! Die gleichen Leute würden sich doch auch nicht kurz vor dem Umziehen noch eine zweite Polstergruppe in die alte Wohnung liefern lassen.

Und wieso beginnen wir unseren Neujahrsvorsatz auch Punkt 1. Januar? Es ist kalt, früh dunkel und man kriegt es noch nicht mal hin, beim ersten Versuch das Datum richtig zu schreiben.

Aber nein: Während andere Tiere Winterschlaf halten, denken wir uns: «WO SIND MINI JOGGINGSCHUEH?!» Statt mit dem Beginn eines Marathontrainings auf den Frühling zu warten, sagen wir uns kollektiv: «NEI! Schneie muesses!»

Tatsächlich haben sich dieses Jahr gleich mehrere meiner Freunde vorgenommen, einen Marathon zu laufen. Dessen Ursprungslegende es ist, dass ein griechischer Soldat etwa 42 Kilometer von Marathon nach Athen gerannt ist, um die Nachricht des Sieges über die Perser zu überbringen. Und anschliessend tot zusammengebrochen ist.

Und meine Freunde denken sich: «Das will ich au!»

Aber ich bin kein bisschen besser als sie, denn ich habe mir für 2021 dann doch auch was vorgenommen. Mein Ziel dieses Jahr ist es, abzunehmen. Was nicht einfach werden wird: Ich hasse telefonieren.

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