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NLZ – Tagblatt 0:1

Die geplante Fusion der überregionalen Ressorts von «St.Galler Tagblatt» und «Neuer Luzerner Zeitung» entscheidet sich möglicherweise auf dem grünen Rasen. Verlierer wäre das Publikum.
Von  Peter Surber , 

40. Minute in der Swissporarena in Luzern: Das 1:0 fällt. Konsternation beim Publikum, das bisher eine überlegene Heimmannschaft gesehen hat. Jubel im Fansektor der St.Galler, die am Ende trotz «biederer» Gesamtleistung den Sieg nach Hause tragen werden. Torschütze ist Danijel Aleksic, ein in Kroatien geborener Serbe, der bisher in Polen, Frankreich, Deutschland, Italien und Serbien gespielt hat und genau so gut bei Luzern wie bei St.Gallen unter Vertrag stehen könnte.

Wer atmet auf, wer runzelt stirn?

«Neuer Lieblingsgegner FC Luzern» titelt das «St.Galler Tagblatt» in der Montagausgabe. «Der Trainer droht den Spielern» titelt die «Neue Luzerner Zeitung» NLZ in der Montagausgabe. Für die Luzerner stellen sich nach dem  Spiel, Zitat: «erste kritische Fragen». Für die St.Galler war es ein Spiel, das, Zitat: erstmal «ein wenig Ruhe bringt und guttut». Einig ist man sich immerhin in einer Hinsicht: Es war ein schlechtes Spiel mit einem Sieger, der noch etwas schlechter spielte als der nachmalige Verlierer.

Luzern – St.Gallen 0:1. Das ist das Resultat vom Sonntag 21. Februar, das die einen aufatmen und die andern stirnrunzeln lässt. Dank dem einen Tor haben der FCSG und der FCL jetzt beide 26 Punkte, tauschen aber die Plätze in der Tabelle: Luzern rutscht zurück auf Platz 5, St.Gallen rutscht dank einem Spiel weniger nach vorn auf Platz 4. «Sprung auf den vierten Platz» schreibt das «Tagblatt» zuoberst auf der Frontseite. «Konsternation beim FC Luzern» steht zuunterst auf der Front der NLZ.

Fussball ist manchmal verkehrt, aber immer einfach: Am Ende zählt nur das Resultat. Für die Fans, für die eigene Mannschaft, für die eigene Zeitung.

Super League auf der Regionalseite?

In Zukunft könnte letzteres allerdings schwierig werden. Nämlich dann, wenn die eigene Zeitung nicht mehr die eigene ist. Die fussballerische Engführung vom vergangenen Sonntag passierte gerade einmal vier Tage nach der publizistischen: «Luzerner Zeitung» und «Tagblatt» rücken redaktionell näher zusammen und erhalten mit Pascal Hollenstein, bisher «NZZ am Sonntag», einen gemeinsamen Cheftrainer. Geplant sind ein einheitliches Redaktionssystem und eine gemeinsame Redaktion für die überregionalen Themen.

Super League, das ist selbstredend überregionaler, nämlich nationaler Sport – aber zugleich von Regionalchauvinismus geprägt wie kaum etwas anderes. Der typische Fussballfan will über seine eigene Mannschaft aus seiner eigenen Optik lesen, was er selber denkt und längstens weiss. Entsprechend vertrackt ist die Aufgabe für die künftige gemeinsame Redaktion – ausser sie handelt Sport grundsätzlich als Regionalsport ab. Über die konkrete Gestaltung der Mantelressorts hüllt sich die NZZ aber bisher in Schweigen.

Sicher ist nur: Die Entscheidung fällt am 21./22. Mai dieses Jahres. Dann ist Hollenstein im Amt. Und dann geht das nächste Derby FCSG-FCL über den Rasen, diesmal in der AFG Arena. Wenn das «Tagblatt» dann mit dem FCL leidet statt mit dem FCSG jubelt – oder noch schlimmer: weder leidet noch jubelt, dann erhält es von seinen Lesern mit Sicherheit die rote Karte.

 

Die Er­de ist nicht ge­nug

Das Na­tur­mu­se­um St.Gal­len er­öff­net Mit­te No­vem­ber zum zehn­jäh­ri­gen Be­stehen sei­nes Neu­baus den Aus­stel­lungs­be­reich «Mensch und Uni­ver­sum». Zwi­schen Kli­ma­kri­se und Ster­nen­him­mel geht es um ei­ne ziem­lich gros­se Fra­ge: Wo ste­hen wir ei­gent­lich?

Von Philipp Bürkler,
Naturmuseum Mensch und Universum Niklas Thalmann

Ein ziem­lich ab­ge­fah­re­nes Ding

Seit zehn Jah­ren gibt es die Re­si­den­cy in der Bi­blio­thek An­dre­as Züst im Al­pen­hof, die­sem so schwer zu fas­sen­den Ort in In­ner­rho­den. Der run­de Ge­burts­tag wird nun mit ei­nem viel­fäl­ti­gen Fes­ti­val ge­fei­ert.

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Alpenhof bibliothek andreas zuest residency

Ein künst­le­ri­sches Ge­ne­ra­tio­nen­tref­fen

Be­vor die Kunst­hal­le St.Gal­len im De­zem­ber we­gen Um­bau­ar­bei­ten vor­aus­sicht­lich bis April 2027 schliesst, dreht sie noch­mals voll auf. In der Aus­stel­lung «House of Ch­an­ge: Pre-Con­s­truc­tion-Warm-Up-Ga­lo­re» prä­sen­tiert sie im lau­fen­den Mo­nat ein dich­tes, bun­tes Pro­gramm an Kunst und Kul­tur.

Von Larisa Baumann,
House of change larisa baumann 1

Zwi­schen Kunst und Kör­per 

In der Aus­stel­lung «Smi­le ma­nia­cal­ly we’re ali­ve» ver­bin­det Ja­la Wa­hid schein­bar ge­trenn­te Wel­ten. Sie schlägt dar­in ei­ne Brü­cke zwi­schen Er­in­ne­rung, Emo­ti­on, Wis­sen­schaft und Po­li­tik. 

Von Sieglinde Wöhrer,
Jala Wahid Smile maniacally were alive Sieglinde Woehrer

Ver­ei­nig­te Kul­tur­sze­ne pro­tes­tiert ge­gen den Spar­ham­mer

Die er­neu­ten Spar­vor­schlä­ge der St.Gal­ler Re­gie­rung stos­sen auf brei­te Ab­leh­nung. Die Kul­tur­sze­ne so­li­da­ri­siert sich ge­gen die Ab­bau­plä­ne. Die Kul­tur­lob­by hat sich in Stel­lung ge­bracht. Obs hilft?

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2611 Kulturgelder gaffa rappenspalter 2 farbe

Kunstausstellung

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Von Vera Zatti,
Cecileund Pina300dpi

Die Meis­te­rin der Bei­läu­fig­keit

Ei­gent­lich woll­te Zsuz­san­na Gah­se kei­ne Bü­cher mehr schrei­ben. Nun hat sie mit An­ge­rich­tet ihr Werk doch noch ein­mal er­wei­tert. Ih­re Spra­che dar­in bleibt neu­gie­rig, hu­mor­voll und spie­le­risch. Und wirkt fast wie ein Kom­men­tar zum ei­ge­nen li­te­ra­ri­schen Schaf­fen.

Von Michael Lünstroth,
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Bücherherbst: Ausser mir von Micha Friemel

Ana­ly­se des müt­ter­li­chen Wahn­sinns

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Zwi­schen Ruhm und Knast

Ja­kob Stutz, Volks­schrift­stel­ler und Re­form­päd­ago­ge mit «zwie­späl­ti­gem» Cha­rak­ter: Ihn lässt Ex-Kel­ler­büh­nen­lei­ter Mat­thi­as Pe­ter 150 Jah­re nach sei­nem Tod noch ein­mal auf­le­ben – un­ter an­de­rem in Tro­gen, wo Stutz im Ge­fäng­nis sass.

Von Peter Surber,
01 Jakob Stutz 11 cut

Das Mit­tel­mass fei­ern

Auf sei­nem neu­en Al­bum Th­ree Chords and a Shaking Hand be­singt der Rhein­ta­ler Sin­ger-Song­wri­ter Mo Klé die ge­gen­wär­ti­ge De­bat­ten­kul­tur, Re­gen­stür­me und Selbst­ak­zep­tanz. Die Al­bum­tau­fe fin­det am 7. No­vem­ber im st.gal­li­schen Bahn­hof Brug­gen statt.

Von Vera Zatti,
Artist Picture Mo Kle 2 Credits Johannes Gruber

FC St.Gal­len vs. Ser­vet­te 2:1 - Nicht bril­liert, aber ge­won­nen

Bouk­hal­fa und Gört­ler brin­gen die Es­pen in Füh­rung, wel­che das Team dann über die Zeit bringt.

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Senf

«Wir le­ben in ei­ner ver­blö­de­ten Mei­nungs­welt!»

Alex­an­der Vel­ja­nov ist die un­ver­wech­sel­ba­re Stim­me der Dark-Wa­ve-Band Dei­ne La­kai­en. Mit sei­nem neu­en So­lo­al­bum gas­tiert er am 9. No­vem­ber in Frau­en­feld. Ein Ge­spräch über Schub­la­den, Lü­ge, Wahr­heit und die Fra­ge, was Mu­sik mit un­se­rem Mensch­sein zu tun hat. 

Von Michael Lünstroth,
VELJANOV 2018 03

Zumthor plant in Wildhaus

Noch mehr Spit­zen­ar­chi­tek­tur fürs Tog­gen­burg

Von René Hornung,
Steinmodell 2

Die SP setzt auf Pe­ter Oli­bet

Ein Wahl­gang ge­nüg­te: Die SP der Stadt St.Gal­len schickt Pe­ter Oli­bet ins Ren­nen um die Nach­fol­ge von Stadt­rat Pe­ter Jans. Er er­hielt 109 von 182 Stim­men. In der Fra­ge­run­de ging es um Spar­po­li­tik, be­zahl­ba­re Woh­nun­gen und die Fra­ge, wie viel Op­po­si­ti­on ein künf­ti­ges Re­gie­rungs­mit­glied noch ma­chen kann.

Von Philipp Bürkler,
Nomination Peter Olibet 10
Heftvorschau 11/26
Postkolonial, Kulturgelder, Universum

Wäh­rend Zü­rich und Genf ge­raub­te Ben­in-Bron­zen zu­rück­ge­ben, la­viert das Kul­tur­mu­se­um St.Gal­len. Der­weil un­ter­sucht der Thur­gau sei­ne eth­no­gra­fi­sche Samm­lung und schliess Re­sti­tu­tio­nen nicht aus. Aus­ser­dem im No­vem­ber­heft: Der so­li­da­ri­sche Pro­test der St.Gal­ler Kul­tur­sze­ne ge­gen die Spar­plä­ne des Kan­tons, die neue Aus­stel­lung zum Zehn­jäh­ri­gen im Na­tur­mu­se­um St.Gal­len, das ers­te elek­tro­ni­sche So­lo­al­bum von Ka­fi-D und vie­les mehr.

Saiten 2611 01 Cover

Zü­rich und Genf ma­chen vor­wärts, St.Gal­len bremst

Seit ei­ni­gen Jah­ren sind Ben­in-Bron­zen in Schwei­zer Mu­se­en ein heis­ses Ei­sen. Im St.Gal­ler Kul­tur­mu­se­um la­viert man bei der Fra­ge ei­ner mög­li­chen Rück­ga­be zwi­schen Dia­log­be­reit­schaft und Ver­wei­ge­rungs­hal­tung.

Von Richard Butz und Hans Fässler,
Benin bronze kulturmuseum 2026

Bücherherbst: Nie ist alles gut von Raffael Rihs

Mo­ment­auf­nah­men

Von Veronika Fischer,

Ma­gen­brot bis zu­letzt

Ein Fes­ti­val über den Tod – darf das auch lus­tig sein? «Last Call» lädt am 31. Ok­to­ber in St.Gal­len da­zu ein, über das Ster­ben zu spre­chen. In­ter­view mit Mi­chel­le Mauch­le von der Ge­schäfts­stel­le Pal­lia­ti­ve Ca­re Stadt St.Gal­len.

Von Philipp Bürkler,
Festival zum tod michelle mauchle

Kampf­sport als Safe Space

In St.Gal­len hat am Sams­tag zum ers­ten Mal ein eman­zi­pa­to­risch-an­ti­fa­schis­tisch-que­er­fe­mi­nis­ti­sches Kampf­sport­tur­nier statt­ge­fun­den. Wie das aus­sieht? Schon ziem­lich bru­tal, aber dann auch wie­der herz­lich.

Von Malena Widmer,
DSC02464

Bücherherbst: Unwucht von Sarah Elena Müller

Zwi­schen Lie­be und Lei­den

Von David Gadze,