Kategorie
Autor:innen
Jahr

Nur das Jetzt zählt

Christian Sonderegger und Klara Rensing in einer gemeinsamen Szene (Bild: pd/Filmstill) 

Christian Sonderegger und Klara Rensing in einer gemeinsamen Szene (Bild: pd/Filmstill) 

Der Schweizer Filmemacher Kaspar Kasics überlässt in seinem neuen Film Das unendliche Jetzt Menschen, die mit Demenz leben, die Bühne. Ein Experiment mit einem aussergewöhnlichen Storytelling, auf das es sich einzulassen lohnt.

Ei­ne al­te Fa­brik­hal­le, ge­füllt mit Din­gen: Ein ma­ro­der Home­trai­ner, ei­ne Gar­de­ro­be, ei­ne Wand­ta­fel, ei­ne Couch samt Tisch, ei­ne Bar mit Ge­trän­ken. Hier tref­fen vier Men­schen, die mit De­menz le­ben, auf­ein­an­der. Da ist Chris­tia­ne Mei­er aus Ly­on, die an ei­ner Al­ters­de­menz lei­det. Mar­tin Big­ler, der einst ein pro­fes­sio­nel­ler Jass- und Back­gam­mon­spie­ler war. Tat­ja­na Boll­hal­der mit der Dia­gno­se Früh­de­menz. Und der ehe­ma­li­ge Deutsch­leh­rer Chris­ti­an Son­der­eg­ger. 

Der Schwei­zer Re­gis­seur Kas­par Ka­sics ver­wan­delt die al­te Hal­le im Film Das un­end­li­che Jetzt in ei­ne Thea­ter­büh­ne und die Mit­wir­ken­den in Dar­stel­ler:in­nen. Ih­nen stellt er zwei pro­fes­sio­nel­le Schau­spie­ler:in­nen, die mal Bar­kee­per, mal Sohn, mal Toch­ter sind, zur Sei­te. «Fil­mi­sches Neu­land» ha­be er da­mit be­tre­ten, so Ka­sics im Re­gie­state­ment. Die Be­tei­lig­ten hät­ten freie Hand ge­habt, le­dig­lich «Rah­men und der Aus­gangs­punkt der Sze­nen wur­den fest­ge­legt». 

Die Idee zum Film sei im Aus­tausch mit Franz Dän­ge­li, Grün­der des Im­pro­vi­sa­ti­ons­thea­ters act-back, ent­stan­den, er­klärt Ka­sics. Dän­ge­li ha­be in Ko­ope­ra­ti­on mit Al­ma­ca­sa, ei­ner Pfle­ge­insti­tu­ti­on für Men­schen mit De­menz, ein Thea­ter­pro­jekt mit Be­trof­fe­nen lan­ciert. Die­se Er­fah­rung sei für die Men­schen be­rei­chernd ge­we­sen. Dem ha­be Ka­sics, der un­ter an­de­rem be­kannt ist für sei­nen Do­ku­men­tar­film Eri­ca Jong – Brea­king the wall (2023), in ei­nem Film nach­spü­ren wol­len: «Was ge­schieht im Spiel, wenn Er­in­ne­rung und Ge­gen­wart in­ein­an­der­flies­sen? Was, wenn das Ver­ges­sen zur Quel­le von Krea­ti­vi­tät wird?»

Ein fil­mi­sches Ex­pe­ri­ment

Am An­fang des rund 90-mi­nü­ti­gen Films wird ein Hin­weis auf den aus­ser­ge­wöhn­li­chen Ent­ste­hungs­pro­zess des Films ein­ge­blen­det. «Je­des Wort, je­der Satz, je­de Be­we­gung der Auf­tre­ten­den ent­stand un­mit­tel­bar im Mo­ment des Drehs.» 

Man hört Stim­men­ge­wirr aus dem Off. Die Prot­ago­nist:in­nen er­kun­den be­sag­te Fa­brik­hal­le. «Was wird mir da­bei auch her­aus­kom­men?», wun­dert sich je­mand. Bald sin­gen sie ge­mein­sam Si­na­tras My way. Mar­tin Big­ler, der im Som­mer des Jah­res ver­stor­ben ist, än­dert mun­ter den Text: «And now, the end is ne­ar, i wot es Bier.» 

Auf die­ses In­tro folgt die ers­te Sze­ne. Es tref­fen Chris­ti­an Son­der­eg­ger, Mar­tin Big­ler und Chris­tia­ne Mei­er auf ei­nen ver­spä­te­ten Bar­kee­per (ge­spielt von Ju­ri El­mer). Der Aus­tausch wirkt et­was höl­zern. Und trotz al­ler In­fos zum Film ist man leicht ir­ri­tiert. Wo spielt sich die­se Sze­ne ab und in wel­chem Kon­text? Wer sind die­se Men­schen und in wel­cher Be­zie­hung ste­hen sie zu­ein­an­der? Der Film ist «Neu­land», wie der Fil­me­ma­cher Ka­sics sagt, und wohl auch Ex­pe­ri­ment. Doch ob das glückt? Da ist man sich in die­sen ers­ten Mi­nu­ten, zwi­schen Bar und nach­ge­stell­ten Be­zie­hungs­sze­nen, noch un­si­cher.  

Dann aber packt ei­nen das Gan­ze un­ver­se­hens und trifft tief. So tief, dass die Au­gen gla­sig wer­den. «Es fühlt sich an wie ein schwar­zes Loch. Ir­gend­et­was ist leer und al­les, was es an­saugt, wird auch leer», so be­schreibt Chris­ti­an Son­der­eg­ger sei­ne Er­kran­kung. Un­mit­tel­bar dar­auf en­det ei­ne kur­ze Sze­ne zwi­schen ihm und Tat­ja­na Boll­hal­der zu ei­nem im Kühl­schrank ver­ges­se­nen Au­to­schlüs­sel in Ge­läch­ter. So­fort ist da wie­der Leich­tig­keit.

Kla­vier­mu­sik und Auf­lö­sung

Fort­an mä­an­dert der Film zwi­schen Freu­de, Er­in­ne­rung, Trau­er, Frus­tra­ti­on und Ak­zep­tanz. Ei­ne zu­sam­men­hän­gen­de Ge­schich­te fehlt. Epi­so­disch folgt Sze­ne auf Sze­ne. Man­che wer­den un­ter­bro­chen und erst spä­ter wei­ter­erzählt, an­de­re blei­ben le­dig­lich an­ge­ris­sen. Er­in­ne­run­gen an Ver­gan­ge­nes fol­gen auf das Le­ben mit De­menz, ver­men­gen sich mit Selbst­re­fle­xi­on. Im­mer wie­der er­klingt Kla­vier­mu­sik, oft sind es Aus­schnit­te aus Dark Night of the Soul des nor­we­gi­schen Kom­po­nis­ten Ola Gjei­lo. 

Wäh­rend man­che Sze­nen et­was zu in­sze­niert wir­ken, schaf­fen es an­de­re spie­le­risch, die Lei­den­schaft und Ge­füh­le der Mit­wir­ken­den zu über­tra­gen. So scheint Chris­tia­ne Mei­er in der Sze­ne zwi­schen ihr und ih­rem Sohn, den Ju­ri El­mer ver­kör­pert, förm­lich auf­zu­blü­hen. Man ver­gisst, dass es ge­spielt ist. Fragt sich, wo da wohl die Gren­ze zur Rea­li­tät liegt. Je­den­falls zer­reisst Mei­er ih­ren Sohn mit ei­ner bit­te­ren An­kla­ge. Er ha­be sie los­wer­den wol­len und des­halb ins Heim ge­schickt. Es ge­be kei­nen Grund für sie, dort zu sein. 

Der Schauspieler Juri Elmer in der berührenden Szene mit Christiane Meier (Bild: pd/Filmstill)

Der Schauspieler Juri Elmer in der berührenden Szene mit Christiane Meier (Bild: pd/Filmstill)

Die Sze­ne stoppt. Als sie spä­ter wie­der auf­ge­nom­men wird, schwel­len Mei­ers Vor­wür­fe an. Der Sohn kä­me zu we­nig zu Be­such, ru­fe zu sel­ten an, küm­me­re sich nicht. Schliess­lich es­ka­liert das Ge­spräch: «Ich be­reue so­gar, dass ich dich ge­macht ha­be […] ich be­reue es jetzt noch, dass ich ein Kind ge­macht ha­be.» Wie hart die­se Aus­sa­gen tref­fen, kann man El­mer am Ge­sicht ab­le­sen, und doch schaf­fen es Mut­ter und Sohn, sich zu ver­söh­nen. Trotz all der bö­sen Wor­te ist da Lie­be. Als Mei­er die Sze­ne auf­löst: «Gut, hö­ren wir auf. […] Er war to­tal in sei­ner Rol­le, der Herr», ist man den­noch un­ge­mein er­leich­tert. Und ob all der In­ten­si­tät ist man plötz­lich froh über die teil­wei­se et­was höl­zern ge­ra­te­nen Stel­len, kommt ih­nen doch ei­ne ent­las­ten­de Funk­ti­on zu.

«Mei­ne De­menz ist ei­ne Dia­gno­se»

Di­rekt ins Herz geht auch die Be­geg­nung zwi­schen Chris­ti­an Son­der­eg­ger als Va­ter und der Schau­spie­le­rin Kla­ra Rensing, die zu sei­ner Toch­ter wird. Es geht dar­um, wer krank ist, wer was darf, wer sich Sor­gen macht und wer für wen Ver­ant­wor­tung über­nimmt. Er: «Mei­ne De­menz ist ei­ne Dia­gno­se, ich mer­ke das ja noch nicht so rich­tig. Ich ha­be ein­fach die­ses Alz­hei­mer. Aber ich bin noch nicht de­ment.» Sie: «Doch, bist du.» Er: «Wie bin ich de­ment?» Sie: «In­dem du ver­wirrt bist, manch­mal Din­ge ver­legst und in­dem du im­mer so tust, als seist du nicht de­ment. In­dem bist du de­ment.» 

Spä­ter wird Son­der­eg­ger re­flek­tie­ren: «Und jetzt weiss ich ei­gent­lich, dass es mir gut geht, wenn ich nicht Va­ter sein muss, mit ei­ner Toch­ter, die das nicht er­trägt. Für mich ist es wun­der­schön, die Ge­gen­wart ist ex­trem schön jetzt.»

Das un­end­li­che Jetzt ist we­der Do­ku­men­tar- noch Spiel­film. Als Ex­pe­ri­ment bricht er mit vie­lem, was man vom Me­di­um Film ge­wohnt ist. So­fern es den Zu­schau­en­den ge­lingt, sich auf die­se Art des Sto­rytel­lings ein­zu­las­sen, darf das Ex­pe­ri­ment oh­ne Zwei­fel als ge­glückt gel­ten. Der Fil­me­ma­cher Kas­par Ka­sics schafft es, Tü­ren in ei­ne Welt zu öff­nen, in der mit De­menz le­ben­de Men­schen die Re­gie über­neh­men. Dort scheint das Ein­zi­ge, was zählt, der Mo­ment zu sein. Und die­ses Jetzt ver­spricht man­nig­fal­ti­ges Po­ten­zi­al. 

Das un­end­li­che Jetzt: von Mitt­woch, 30. Sep­tem­ber, bis Mon­tag, 26. Ok­to­ber, Ki­nok St.Gal­len; Don­ners­tag, 29. Ok­to­ber, 19.15 Uhr, Ki­no Ro­sen­tal, Hei­den.

Pre­mie­re mit Re­gis­seur Kas­par Ka­sics und Prot­ago­nis­tin Tat­ja­na Boll­hal­der, Mitt­woch, 30. Sep­tem­ber, 20 Uhr, Ki­nok St.Gal­len.

Die Ge­walt hat ei­nen Schlüs­sel

Mehr als vier­ein­halb Stun­den dau­er­te Der Pro­zess Pe­li­cot im Thea­ter St.Gal­len. Mi­lo Rau und Ser­va­ne Dè­cle in­sze­nier­ten ei­nen Abend über se­xua­li­sier­te Ge­walt und che­mi­sche Un­ter­wer­fung – und über ei­ne Ge­sell­schaft, die von Män­nern mehr Ver­ant­wor­tung ver­langt.

Von Philipp Bürkler,
DSC02202 Kopie

Men­schen­rech­te sind kei­ne Selbst­ver­ständ­lich­keit

Die Men­schen­rech­te ste­hen welt­weit un­ter Druck. Doch wie kon­se­quent setzt sich die Schweiz für sie ein? Ein neu­es Buch nimmt die Schwei­zer Men­schen­rechts­po­li­tik kri­tisch un­ter die Lu­pe. An der Buch­vor­stel­lung im Squa­re wur­de über Wi­der­sprü­che, Ver­säum­nis­se und mög­li­che Lö­sun­gen dis­ku­tiert.

Von Marion Loher,
3 F1 A4812 web

Die Po­li­zei woll­te nichts se­hen und nichts hö­ren

In ei­ner Ten­nis­hal­le im tog­gen­bur­gi­schen Un­ter­was­ser tra­fen sich vor zehn Jah­ren 5000 Neo­na­zis zum gröss­ten Rechts­rock-Kon­zert, das je im deutsch­spra­chi­gen Raum statt­ge­fun­den hat. Lin­ke Po­li­ti­ker:in­nen re­agier­ten schnell, doch das Er­geb­nis ist er­nüch­ternd.

Von Hans Stutz,
2610 RIO Saalbild

Leopoldstadt am Vorarlberger Landestheater

Ver­schwun­de­ne Na­men im Fa­mi­li­en­stamm­baum

Von Sieglinde Wöhrer,
Leopoldstadt R anjakoehler 260217 1

Stimmrecht

Im Re­gen tan­zen

Von Liliia Matviiv,

Ern­ten in der Grau­zo­ne

Ern­te­hel­fer:in­nen sind in der Schweiz schlecht ge­schützt. Ih­re Ar­beits­be­din­gun­gen lie­gen oft in Grau­be­rei­chen, Kon­trol­len sind schwie­rig. Ei­ne Ver­än­de­rung wür­de je­doch be­deu­ten, ein gan­zes Sys­tem auf den Kopf zu stel­len.

Von Daria Frick, Bilder: Ueli Steingruber,
2610 Erntehelferei 260044 us 0218 max

Bücherherbst: Die Geschichte der Schweizer Uhrmacherkunst von Gion Mathias Cavelty

Gran­dio­se Gro­tes­ke

Von Florian Vetsch,

Ein En­de mit Aus­ru­fe­zei­chen

Die St.Gal­ler Re­stau­rants Tos­ca­na und The Pinch mach­ten ver­gan­ge­ne Wo­che über Nacht dicht. 15 Per­so­nen stan­den un­vor­be­rei­tet auf der Stras­se. Das ver­ant­wort­li­che In­ves­to­ren-Duo schliesst nicht zum ers­ten Mal ein Re­stau­rant in der Stadt. Das ab­rup­te En­de wirft Fra­gen auf.

Von Andi Giger,
IMG 5751

Volks­bad­sa­nie­rung: Trau­er­spiel seit über 40 Jah­ren

Die Stadt St.Gal­len muss spa­ren und will das his­to­ri­sche Volks­bad nach der Wie­der­eröff­nung des Hal­len­bads Blu­men­wies schlies­sen. Da­bei ver­spricht die Stadt seit über 40 Jah­ren die Sa­nie­rung.

Von René Hornung,
Volksbad rene hornung 1

Der St.Gal­ler Kul­tur gehts an den Kra­gen

Die St.Gal­ler Re­gie­rung spart ge­gen ih­ren Wil­len wei­te­re 60 Mil­lio­nen Fran­ken ein und rech­net für 2027 mit ei­nem Plus von 55 Mil­lio­nen Fran­ken. Kul­tu­rel­le Ar­beit wird da­bei wei­ter pre­ka­ri­siert – mit ei­ner gros­sen Aus­nah­me.

Von Roman Hertler,
Kanton sparmassnahme

Filminstallation über Vergänglichkeit

Nur Vor­wärts

Von Daria Frick,
Emilija Skarnulyte Time of Arrow 2026 Kunstmuseum St Gallen Lokremise Foto Stefan Altenburger

Win­tis Glücks­fall

Die al­ten Fa­brik­hal­len sind aus Win­ter­thurs Kul­tur­le­ben nicht mehr weg­zu­den­ken. Sie wä­ren aber nichts oh­ne en­ga­gier­te und gut ver­netz­te Men­schen. Sai­ten konn­te auf Ein­la­dung des Kul­tur­ma­ga­zins «Coucou» ei­ni­ge von ih­nen tref­fen. Ein klei­ner Stadt­rund­gang

Von Roman Hertler, Bilder: Daria Frick,
2609 Staetevergleich DSC 6589

Sai­son­start mit pu­rem Wahn­sinn

Das Kon­zert und Thea­ter St.Gal­len zeigt ein­dring­lich auf: Fe­mi­zi­de exis­tie­ren in der Schweiz noch im­mer im un­ge­heu­ren Aus­mass. Die In­sze­nie­rung von Co­rin­na von Rad setzt auf das Gro­tes­ke in Ge­org Büch­ners Woy­zeck und fei­er­te am Sams­tag Pre­mie­re im Gros­sen Haus. Ei­ne Pro­duk­ti­on für «je­der-Mann»!

Von Viviane Sonderegger,
7228 dsc00923

Es kratzt, knallt und schep­pert

Viel En­er­gie und noch viel mehr Punk gibts auf dem neu­en Al­bum Now To Ru­in der Thur­gau­er Band S.G.A.T.V.. Ge­tauft wird am 1. Ok­to­ber im Win­ter­thu­rer Kraft­feld. Sai­ten hat vor­ab rein­ge­hört.

Von Jeremias Heppeler,
1000229093

Bak­te­ri­en und ein Fun­ke Hoff­nung 

Wie kön­nen wir un­se­ren Kon­sum nach­hal­ti­ger ge­stal­ten? In «Next Re­la­ti­ons – Zu­kunft ge­stal­ten» zeigt das Ge­wer­be­mu­se­um Win­ter­thur an­hand von Ar­bei­ten von Stu­die­ren­den mög­li­che An­sät­ze. Ei­ne an­spruchs­vol­le Schau, die Hoff­nung macht.

Von Vera Zatti,
3 gewerbemuseum winterthur next relations leon ehrmann matthis plaga 300dpi a5 1

Mas­ku­li­ni­tät als Spek­trum

Die Aus­stel­lung «Bey­ond the Ma­nos­phe­re. Mas­cu­li­n­i­ties to­day» im Kunst­mu­se­um St.Gal­len un­ter­sucht, wie Männ­lich­keit dar­ge­stellt, ge­prägt und ge­lebt wird. Und zeigt da­bei auch ih­re Wi­der­sprüch­lich­keit.

Von Lilli Kim Schreiber,
Ausstellungsansicht en Foto Sebasti

Tra­gi­ko­mö­die über das Le­ben

Ein Schre­ber­gar­ten wird im neu­en Ro­man Ver­tei­di­gung ei­nes Gar­tens von Chris­ti­na Wal­ker zum Zu­fluchts­ort. Dar­in lässt die Vor­arl­ber­ger Au­torin viel­schich­ti­ge Cha­rak­te­re eben­so auf­blü­hen wie Ap­fel­baum und Jo­han­nis­strauch. 

Von Annette Raschner,
Christina walker foto petra rainer 2026 farbe

Mit­spie­len dür­fen. Aber auch die Spiel­re­geln mit­be­stim­men?

Der Kan­ton St.Gal­len hat Kunst- und Kul­tur­schaf­fen­de zur jähr­li­chen Kul­tur­kon­fe­renz nach Wil ein­ge­la­den. Spie­le­risch wur­de ver­sucht, die Aus­rich­tung der Kul­tur­för­de­rung zu klä­ren und Mög­lich­kei­ten der neu­en Kul­tur­stra­te­gie zu dis­ku­tie­ren. Doch die zen­tra­le Fra­ge blieb of­fen: Wie stark kann die Kul­tur­sze­ne den In­halt der Stra­te­gie tat­säch­lich mit­be­stim­men?

Von Philipp Bürkler,
IMG 0333
Heftvorschau 10/26
Erntehilfe, Unterwasser, Bücherherbst

Wer als Ern­te­hel­fer:in in der Schweiz ar­bei­tet, tut dies in ei­ner recht­li­chen Grau­zo­ne. Das nützt vor al­lem ei­nem Sys­tem, das we­der die Land­wirt:in­nen noch die Kon­su­ment:in­nen im Al­lein­gang än­dern kön­nen. Aus­ser­dem im Ok­to­ber­heft: zehn Jah­re Un­ter­was­ser, ei­ne Fla­schen­post aus Hal­le (Saa­le), Kunst zum The­ma Männ­lich­keit, Mu­sik von The Black Salt und na­tür­lich der Bü­cher­herbst – mit neu­er Li­te­ra­tur von Ost­schwei­zer Au­tor:in­nen.

Saiten 2610 Cover

Sound­track für den Herbst

Hu­man Hu­man spie­len me­lan­cho­li­schen und fra­gi­len In­die-Pop, der trotz­dem warm und licht­durch­flu­tet ist. Das St.Gal­ler Duo hat jetzt sei­ne ers­te EP ver­öf­fent­licht und tritt am Wo­chen­en­de gleich zwei­mal im Bahn­hof Brug­gen auf – erst­mals mit ei­ner Band.

Von David Gadze,
Humanhuman 2026 calexandrakochdevos lowres 2