, 16. Juli 2013
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Nushi, Besle und die Gründe für die Niederlage

Ein verlorenes Duell und ein schlechter Pass: Erklärungen für den St.Galler Fehlstart.

St.Gallen und die Grasshoppers seien zwei ähnlich kampfstarke Mannschaften, «aber wir sind eher noch ein Stück kompakter und in der Offensive variabler», sagte GC-Trainer Michael Skibbe dem «Blick» bereits vor dem Spiel.

Das hätte auch sein Fazit nach 90 Minuten sein können.

Natürlich gewinnt nicht immer die Mannschaft mit den besseren Torchancen, der höheren Anzahl Eckbälle und Freistösse. Manchmal reicht eine Szene, um ein Spiel zu drehen. Diese Möglichkeiten hatten die St.Galler ausgerechnet in ihrer schwächsten Phase, in der halben Stunde nach der Pause.

In der 55. Minuten waren die Grasshoppers dem Führungstreffer sehr nahe. Eine als Schuss getarnte Flanke flog durch den Fünfmeter-Raum. Die Grasshoppers blieben am Ball, verlagerten das Spiel von links nach rechts und wieder zurück ins Zentrum. Sie suchten  eine Anspielmöglichkeit im Strafraum oder eine Schussgelegenheit.

Es war dann Nushi, der die Situation mit einem sehr energischen Antritt klärte.

Er sprintete aus dem Strafraum, nahm dem überrumpelten Hajrovic den Ball weg und zog los. In dem Moment als Nushi seinen Gegenspieler Hajrovic passierte, hatte er sieben GC-Spieler hinter sich gelassen und nur noch drei Feldspieler vor sich. Auf der Höhe der Mittellinie startete Keita. Nushi lief noch ein paar Schritte und spielte einen idealen Pass genau in die Laufrichtung des Stürmers. Es hätte ein perfekter Konterangriff werden können. Keita musste eigentlich nur noch an Grichting vorbeiziehen, dann wäre der Weg in Richtung GC-Tor frei gewesen. Doch dann zog der Angreifer im Laufduell mit dem 34jährigen Innenverteidiger den Kürzeren und es wurde nichts mit dem möglichen Führungstreffer.

Zwischenfrage: Sieht Keita nur schnell aus, weil er klein ist – und ist es gar nicht? Antwort: Nicht unbedingt. Grichting ist laut «Tages-Anzeiger» auf den ersten Metern der schnellste GC-Spieler, erst auf längere Distanzen wird er von Anatole Ngamukol überholt.

Vor der 66. Minute läuft das Spiel so wie eigentlich immer in der zweiten Halbzeit. Die Grasshoppers sind überlegen, St.Gallen hat Mühe, sich zu behaupten. Ausgangspunkt für die Kette, die schliesslich zum Gegentor führt, ist Mutsch, der vor der Mittellinie einen Pass auf den ihm entgegeneilenden Mathys spielt, der  vom GC-Verteidiger Pavlovic verfolgt wird. Der unter Druck gesetzte Mathys spielt zurück zu Besle, der sofort von Ngamukol angegangen wird und einen Fehlpass spielt, genau in die Füsse von Pavlovic. Über Gashi gelangt der Ball zu Abrashi, der ihn rechts in den freien Raum spielt. Dort übernimmt der heransprintende GC-Aussenverteidiger Lang den Ball und flankt zu Gashi, der den Führungstreffer erzielt.

Rechts war der Raum frei, weil sich die Szenen zuvor alle links abgespielt hatten. Dieses Spielfeldviertel hatte der Schwarm der St.Galler Defensive abgedeckt. Entscheidend war die rasche Spielverlagerung durch Abrashi, der Lang seinen dynamischen Auftritt ermöglichte. Trotzdem hatten sich die St.Galler nicht  überraschen lassen: Als Lang in den Strafraum eindrang, waren alle vier St.Galler Verteidiger auf ihrem Posten, unterstützt durch Mathys. Bis Lang flankte, standen sieben St.Galler im Strafraum: Auch Nater und Nushi waren zurückgeeilt. Allerdings gelang dann Lang eine perfekte Flanke.

Und das Spiel war gelaufen.

 

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