, 30. Juni 2012
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Openair St. Gallen # 3: Wisst ihr, wer das ist?

In einer Viertelstunde beginnt auf der Hauptbühne der Auftritt der heute in Portland lebenden Gruppe «Gossip» mit der unverkennbaren Beth Ditto am Gesang. Ungefähr zwanzig Leute könnten da vor der Bühne stehen und sagen: «Habe ich vor ungefähr acht Jahren schon gesehen, da waren sie noch nicht bekannt». Stimmt: Damals hat das Trio nämlich im […]

In einer Viertelstunde beginnt auf der Hauptbühne der Auftritt der heute in Portland lebenden Gruppe «Gossip» mit der unverkennbaren Beth Ditto am Gesang. Ungefähr zwanzig Leute könnten da vor der Bühne stehen und sagen: «Habe ich vor ungefähr acht Jahren schon gesehen, da waren sie noch nicht bekannt». Stimmt: Damals hat das Trio nämlich im Rorschacher Hafenbuffet gespielt – als Vorband für Muff Potter, vor eben diesen zwanzig Leuten.

Irgendwie ähnlich, aber wahrscheinlicht noch wuchtiger läuft es bei Florence Welch von «Florence & The Machine» ab. Die rothaarige Britin ist blitz-gescheit und funkelt, wie derzeit keine andere Künstlerin (und nein, mit Lady Gaga muss jetzt niemand kommen). Als derzeitige Muse von Chanel-Chefdesigner Karl Lagerfeld schafft sie es in alle möglichen Hochglanzmagazine wie etwa die Vogue, wo sie auch immer wieder mal von ihren dunkelsten Gefühlsmomenten erzählt. Gemäss dem Time-Magazine ist Welch, die in ihrem Schaffen immer gerne Schlüsselmomente der Kunstgeschichte (Ophelia) zitiert auf Platz 51 auf der Liste der einflussreichsten Persönlichkeiten überhaupt.

Entspechend gut war auch ihr Auftritt: «The Machine», der zweite Teil ihres Bandnamens die Maschine – also ihre Band – legte einen schönen Teppich mit viel Gitarre, Harfe, Piano und Bläsern. Florence machte Kilometer, hin und her auf der Bühne, ihr Kleid und das rote Haar von alten Blechventilatoren verweht. Im Gegensatz zu anderen Künstlern wies sie stets eine Riesenpräsenz auf, zog das Pubkikum mit, auch alleine schon mit ihrer Erscheinung, ihrer Ausstrahlung.

Die Entscheidung, vor allem Stücke vom 2011er-Album «Ceremonials» zu spielen, wirkte passend. Aber irgendwie kam es für die Masse nicht drauf an: Man hatte den Eindruck, als wäre Welch trotz der kollektiven Begeisterung auf dem Platz vor der Bühne eher eine Unbekannte, der man aber in den kommenden Jahren noch viel Beachtung schenken wird. Welch ist durch ihre Härte, hinter der man schon auf den ersten Blick die grösste Zerbrechlichkeit ahnt, schillernd – ob man nun um ihre Geschichte oder ihre prominenten Bewunderer Bescheid weiss, oder nicht.

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