Erst im Januar haben Paraphon ihre EP YA Novel veröffentlicht. Nun legt das St.Galler Synthpop-Duo bereits die nächste EP Let It Burn mit vier Songs nach. Kann man sie quasi als B-Seite eines in zwei Teilen veröffentlichten Albums verstehen? Nicht ganz, denn die beiden EPs haben doch ein unterschiedliches Grundgefühl.
Die Musik von Paraphon ist zwar nach wie vor in den 80er-Jahren verwurzelt. So klingt der Refrain von Sleep wie eine Neuinterpretation von Bronski Beats Smalltown Boy, sowohl was die Melodie als auch die Textzeile «Run away, feel away, dream away» betrifft. Der synthetische Sound klingt auf Let It Burn jedoch organischer, ja erdiger als bisher. Das hört man beispielhaft an den groovigen Basslinien auf Don’t Ask und Griever. Was vor allem daran liegt, dass sie Yves Eggenberger erstmals auf einer richtigen Bassgitarre eingespielt hat.
Paraphon: Let It Burn, erscheint am 15. November digital.
Live: 16. Dezember, Schwarzer Engel St.Gallen.
paraphon.com
Ihnen entspreche dieser schnelle Veröffentlichungs-Rhythmus, sagt Eggenberger. «Gerade weil wir gerne Neues ausprobieren und uns stilistisch immer ein bisschen weiterentwickeln, macht es für uns Sinn, das jeweils als Momentaufnahme auf einer EP festzuhalten und dann zum Nächsten überzugehen. Die neuen Sachen, an denen wir jetzt arbeiten, klingen bereits wieder anders.» Dieses häppchenweise Servieren von Musik ist aber auch der heutigen Schnelllebigkeit des Musikgeschäfts und den veränderten Hörgewohnheiten der Streaming-Generation geschuldet. Als junge, eher unbekannte Band müssten sie regelmässig etwas veröffentlichen, um auf dem Radar der Hörer:innen zu bleiben, sagt Sängerin Michelle Zanivan. «Wenn wir weiterkommen wollen, müssen wir präsent sein.»
Paraphon, die aus der vierköpfigen Indie-Band Denim on Denim (deren erste EP Bowie Going Down mit drei Songs ist diesen April erschienen) hervorgegangen sind, arbeiten also weiter fleissig an neuer Musik. Die beiden 27-Jährigen wohnen zusammen und haben ihren Proberaum, in dem sie die Songs auch aufnehmen, in ihrer Wohnung. «Band-Zeit» ist also nicht an fixen Wochentagen, sondern nach Lust und Laune. So dürfte es nicht allzu lange gehen, bis eine neue EP auf dem Radar erscheint.
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Bücherherbst: Die Geschichte der Schweizer Uhrmacherkunst von Gion Mathias Cavelty