Kategorie
Autor:innen
Jahr

Zusammenspannen im Spital

Die Gesundheitsdirektorinnen und -direktoren der Kantone St.Gallen, Graubünden, beider Appenzell und Glarus haben am Mittwoch eine Absichtserklärung für eine gemeinsame stationäre Gesundheitsversorgung unterzeichnet: ein Akt gegen den Kantönligeist, gegen höhere Kosten und für höhere Qualität.
Von  Harry Rosenbaum

Eine Hauruck-Übung, aber eine nötige – denn in den Kantonen St.Gallen und Appenzell-Ausserrhoden liegen die Gesundheitsversorgungen derzeit im Argen: Es drohen Spitalschliessungen und Qualitätsabbau. Patientinnen und Patienten sind verunsichert. Sie sollen wieder Vertrauen ins System gewinnen.

Die Folgen der freien Spitalwahl

Die Planung einer bedarfsgerechten stationären Gesundheitsversorgung ist Sache der Kantone. Seit 2012 ist im Krankenversicherungsgesetz (KVG) für die ganze Schweiz die freie Spitalwahl möglich. Das beeinflusst in den Regionen die Patientenströme. Die Kantone stellen eigene Spitallisten zusammen. Der Bund schreibt den Kantonen eine interkantonale Koordination vor. Dies beinhaltet insbesondere den Austausch nötiger Informationen über die Patientenströme sowie die Anhörung der Kantone beim Erlass der Spitalliste.

Trotzdem ist es aber möglich, dass sich die Spitalplanung eines Kantons auf die Versorgung der eigenen Bevölkerung beschränkt. Das war denn auch die Voraussetzung für den letztjährigen Scheuklappen-Beschluss der Landsgemeinde von Appenzell Innerrhoden, für 41 Millionen Franken ein neues Spital zu bauen.

An der Medienkonferenz in Rapperswil-Jona ist betont worden, dass sich die Spitalplanung der fünf Unterzeichner-Kantone bisher vor allem auf die Versorgung der eigenen Bevölkerung beziehe. Dies könne zu suboptimalen Versorgungsergebnissen und zu einer nicht den Vorgaben des KVG entsprechenden Versorgung führen. Anzustreben sei daher eine Spitalplanung, die auf einer kantonsübergreifenden Versorgungsregion aufbaue. Auch soll der Einbezug weiterer benachbarter Kantone möglich sein. Dem Vernehmen nach werden diesbezüglich Gespräche mit dem Kanton Thurgau geführt.

Koordinierte Planung für die stationäre Grundversorgung

Als Ziele der Zusammenarbeit werden in der Absichtserklärung die Sicherstellung der stationären Gesundheitsversorgung durch koordinierte Planung genannt. Dabei soll unter Beachtung der Qualität mit genügend Fachpersonal eine Dämpfung der Gesundheitskosten erreicht werden. Ebenso sollen die Strukturqualität und die Ergebnisqualität der Gesundheitsversorgung in der Region auch künftig gesichert werden. Ferner streben die Vereinbarungskantone eine effektive und effiziente Gesundheitsversorgung im stationären Bereich an sowie die Vermeidung medizinischer Über-, Unter- und Fehlversorgungen.

Laut der St.Galler Gesundheitsdirektorin Heidi Hanselmann schlagen die fünf Ostschweizer Vereinbarungskantone damit ein neues Kapitel in der Gesundheitspolitik auf, das im Hinblick auf die übrige Schweiz nicht unbeachtet bleiben werde. Bei der gemeinsamen Spitalplanung stünden die Krankenkassenprämien in den ersten Rängen. Über die kantonalen Gesundheitsplanungen sollen nicht Kosten verschoben, sondern ernsthafte Kostensenkungsmassnahmen erreicht werden.

Modellplanung ein wesentlicher erster Schritt

Der Bündner Regierungsrat Peter Peyer sagte, dass es bei der Zusammenarbeit der Kantone wichtig sei, die Gesundheitskosten in den Griff zu bekommen und die Bedürfnisse der Bevölkerung zu berücksichtigen. Es sei ein massgebendes Ziel, Parallel- und Fehlbehandlungen auszuschliessen.

Die Innerrhoder Statthalterin Antonia Fässler bezeichnete die nun anlaufende Modellplanung der Zusammenarbeit als wesentlichen ersten Schritt. Und der Ausserrhoder Regierungsrat Yves Noel Balmer meinte, dass die freie Spitalwahl aufgrund der beobachteten Patienströme funktioniere. Er verbindet mit der interkantonalen stationären Spitalplanung die Hoffnung, Unter-, Über- und Fehlversorgungen eliminieren zu können. Der Glarner Regierungsrat Rolf Widmer legte bei der interkantonalen Zusammenarbeit in der stationären Gesundheitsversorgung besonderen Wert auf die Versorgungssicherheit, die Qualität und die Gewährleistung der Leistungen in allen Regionen.

Projektarbeiten starten ab sofort

Die gemeinsame stationäre Gesundheitsversorgung umfasst die Akutsomatik, die Rehabilitation und die Psychiatrie. Die Projektarbeiten starten sofort und werden unter anderem Einfluss auf die Weiterentwicklung der Strategie der Spitalverbunde im Kanton St.Gallen und im Kanton Graubünden, auf die derzeit laufende Revision des Krankenpflegegesetzes respektive die damit verbundene Schaffung von einheitlichen Gesundheitsversorgungsregionen haben.

Welchen Einfluss: Das erfährt man zumindest im Kanton St.Gallen bereits einen Tag später. Am Donnerstag präsentiert die Regierung die Vorlage zur Spitalplanung, die im April in den Kantonsrat kommt.

 

 

Jetzt mitreden:
Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Dein Kommentar wird vor dem Publizieren von der Redaktion geprüft.

«Han­deln wi­der bes­se­res Wis­sen ist wie­der po­pu­lär»

Der WWF St.Gal­len wird 50 Jah­re alt. Sein Ge­schäfts­lei­ter Lu­kas In­der­maur zieht bei der Be­ur­tei­lung der ak­tu­el­len Si­tua­ti­on von Na­tur und Um­welt ei­ne durch­zo­ge­ne Bi­lanz.

Von  Reto Voneschen
2605 Redeplatz Lukas Indermaur

Ideen für die Zu­kunft

Wie wol­len wir künf­tig le­ben und un­se­re Nah­rungs­mit­tel pro­du­zie­ren? Die Aus­stel­lung «How goes To­mor­row» der Ost­schwei­zer Künst­le­rin Clau­de Büh­ler in der Shed­hal­le in Frau­en­feld sen­si­bi­li­siert für nach­hal­ti­ge Hand­lungs­stra­te­gien. 

Von  Vera Zatti
IMG 9114

Vom Un­glück der Frau, die ihn ge­bo­ren hat

«Das Kind zu­rück­las­sen? Wie kann man so dumm und herz­los sein», schreibt der Schwei­zer Au­tor Lu­kas Bär­fuss über sei­ne Mut­ter, die kei­ne Mut­ter für ihn sein konn­te. In sei­nem neu­en Buch schaut er in die Ver­gan­gen­heit und hat Ver­ständ­nis, nicht für die Mut­ter, aber doch für die­se Frau, die nie Glück und im­mer zu we­nig Geld hat­te.

Von  Sieglinde Wöhrer
Jhqzg1tg 1 1 Stefano de Marchi

Lau­sanne-Ouchy vs. FCSG – St. Gal­len ist end­lich Cup­sie­ger!

Gaal, Gört­ler und Wit­zig schies­sen St. Gal­len zum lang­ersehn­ten Cup­sieg!

Von  SENF Kollektiv
Senf

Bis­se am Bo­den­see­ufer

Die Me­di­ka­men­ten­ver­su­che von Müns­ter­lin­gen als Teil ei­nes Vam­pir-Mu­si­cals? Auf die Idee muss man erst ein­mal kom­men. Die Büh­ne Mam­mern wagt den Ver­such. Ab 29. Mai im Zir­kus­zelt.

Von  Michael Lünstroth
Cast landscape

Zwi­schen Gleis, Ge­gen­wart und Ge­sell­schaft

Die dies­jäh­ri­ge Kul­tur­lands­ge­mein­de fin­det ent­lang der Bahn­li­nie zwi­schen Gos­sau und Was­ser­au­en statt. Es ist ein in­ter­dis­zi­pli­nä­res Ex­pe­ri­m­ent­zwi­schen Kunst, Ge­sell­schaft und Ak­ti­vis­mus. Aus­ser­dem stellt die Kul­tur­lands­ge­mein­de künst­le­risch und or­ga­ni­sa­to­risch die Wei­chen für die Zu­kunft.

Von  Philipp Bürkler
KULA Vorstand Oleksandra Tsapko

Ein Fes­ti­val für Punk­rock

Am Sams­tag fin­det in St.Gal­len erst­mals das Punk­fes­ti­val El Car­tel statt. Es soll da­zu bei­tra­gen, die Sze­ne zu stär­ken. Da­bei fehlt es ge­ra­de in St.Gal­len an Nach­wuchs.

Von  David Gadze
Yellow tales grabepunk

Wy­bora­da: Die fe­mi­nis­ti­sche Bi­blio­thek der Ost­schweiz

Seit 40 Jah­ren macht die Bi­blio­thek Wy­bora­da in St.Gal­len sicht­bar, was lan­ge fehl­te: Li­te­ra­tur von und über Frau­en. Heu­te sind Au­torin­nen und fe­mi­nis­ti­sche The­men zwar stär­ker prä­sent in der Öf­fent­lich­keit, doch die Re­le­vanz der Bi­blio­thek ist nach wie vor gross.

Von  Marion Loher
2605 Wyborada Laura Tura room

Or­ches­trier­ter An­griff ge­gen ex­ter­nen Auf­klä­rungs­un­ter­richt 

Mit ei­ner In­ter­pel­la­ti­on grei­fen SVP und EDU im St.Gal­ler Kan­tons­rat den aus­ser­schu­li­schen Auf­klä­rungs­un­ter­richt an. Und mit Un­ter­stüt­zung des «Leh­rer­netz­werks Schweiz» wol­len El­tern aus Büt­schwil ei­ne Mit­ar­bei­te­rin der Fach­stel­le für Aids- und Se­xu­al­fra­gen vor Ge­richt brin­gen. Da­hin­ter steckt ei­ne or­ches­trier­te Ak­ti­on.

Von  René Hornung
2502 Aufklaerung Badges Inv nr 1300

Brü­cke zwi­schen mu­si­ka­li­scher und sprach­li­cher Tra­di­ti­on

«Die­ci», die ita­lie­ni­sche Zahl für zehn, ist das Mot­to des dies­jäh­ri­gen Hei­den-Fes­ti­vals. Es ver­weist da­bei nicht nur auf das Ju­bi­lä­um, son­dern auch auf ei­ne kul­tur­po­li­ti­sche Hal­tung.

Von  Lilli Kim Schreiber
Heiden Festival Nicoals Senn Tom Rigney USA

Ein Ber­ner in St.Gal­len

Das St.Gal­ler Thea­ter Trou­vail­le ent­deckt den Mu­si­ker und Ju­ris­ten Ma­ni Mat­ter neu. «’S isch ei­nisch ei­ne gsy»– 90 Jah­re Ma­ni Mat­ter ver­bin­det zahl­rei­che Lie­der und li­te­ra­ri­sche Tex­te des Ber­ners zu ei­nem abend­fül­len­den Pro­gramm. Sai­ten hat mit dem Thea­ter­lei­ter Mat­thi­as Flü­cki­ger ge­spro­chen.

Von  Vera Zatti
Mani Matter Pressefoto

Naturmuseum Thurgau

Der Grim­bart zum An­fas­sen

Von  Vera Zatti
Dachs Illustration quer def 1

Ein Kurz­trip durch Schein­wel­ten

Vier Jah­re nach ih­rem De­büt keh­ren Lev Ti­gro­vich mit ei­ner neu­en EP zu­rück. Die­se han­delt von Kon­troll­ver­lust, Il­lu­sio­nen und gros­sen Ge­füh­len – und ent­hält erst­mals ei­nen Song, der nicht auf Rus­sisch ge­sun­gen ist.

Von  David Gadze
Lev Tigrovich Press Photo 4 Lena Frei

FC St. Gal­len vs. FC Thun 1:1 – Kein Sie­ger zwi­schen den bes­ten zwei Teams der Sai­son

Im letz­ten Spiel der Sai­son trifft der FC St.Gal­len auf den neu­en Schwei­zer Meis­ter aus Thun - ei­nen Sie­ger gibt es nicht.

Von  SENF Kollektiv
Senf

Phy­sik und er­schöpf­te Ma­schi­nen

Ca­li­ne Aoun in­ter­es­sie­ren die Mo­men­te der Ver­än­de­rung, die Über­gän­ge und Zu­stän­de. Ih­re Aus­stel­lung in Kunst­mu­se­um und Kunst­hal­le Ap­pen­zell wird zum En­de der sechs­mo­na­ti­gen Lauf­zeit ei­ne an­de­re sein als zu Be­ginn. 

Von  Kristin Schmidt
Kunsthalle Appenzell Caline Aoun 03 High Res RGB

Un­ter­schrift als Re­li­quie

Der 1100. To­des­tag von Wi­bora­da – In­klu­sin, Stadt­hei­li­ge und Pro­jek­ti­ons­flä­che – ist zur­zeit The­ma viel­fäl­ti­ger Ak­ti­vi­tä­ten. Zu den High­lights ge­hört ei­ne mut­mass­li­che Un­ter­schrift, zu be­sich­ti­gen in der Aus­stel­lung im St.Gal­ler Re­gie­rungs­ge­bäu­de.

Von  Peter Müller
Unterschriften2

Gastkommentar

Kul­tur­jour­na­lis­mus – ei­ne kul­tur­po­li­ti­sche Not­wen­dig­keit

Von  Johannes Sieber
Johannes sieber

Schü­ler:in­nen auf den Spu­ren Wi­bora­das

An­na Beck-Wör­ner hat ein Wi­bora­da-Un­ter­richts­heft er­ar­bei­tet. Im Pos­ten­lauf, der durch St.Gal­len führt, kön­nen Schü­ler:in­nen an­hand von Wi­bora­das Le­bens­weg lehr­plan­kon­form The­men wie Ge­mein­schaft, Le­bens­form, Bü­cher oder Iden­ti­tät er­ar­bei­ten.

Von  Kathrin Reimann
2605 Wyborada Laura Tura Crossing

Stras­sen­kunst als Ent­schleu­ni­gung

Am Wo­chen­en­de bringt das Auf­ge­tischt-Fes­ti­val wie­der über 100 Stras­sen­künst­ler:in­nen aus al­ler Welt in die Gas­sen der Stadt St.Gal­len. Wir ha­ben mit Dai­a­na Min­ga­rel­li vom Duo Dai­a­na Lou über die Ei­gen- und Be­son­der­hei­ten des Bus­king ge­spro­chen.

Von  Philipp Bürkler
Daiana Lou

Heavy Psych Sounds Fest

Fes­ti­val der schwe­ren Gi­tar­ren­klän­ge

Von  David Gadze
Weedpecker 25 BW 6 50