, 18. März 2010
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Parkplatz-Buchhalter

Seit dem Herbst sitzen in der Stadt St.Gallen die Vertreter der politischen Parteien und Umweltverbände  regelmässig zusammen und diskutieren über Parkplätze. Das tönt wahlweise völlig absurd oder total langweilig. Das Ganze ist ein Versuch der Bürgerlichen, Linke und Grüne unter dem Titel «Parkplatz-Kompromiss» für eine Zustimmung zur überflüssigen Parkgarage unter dem Marktplatz zu kaufen. Die […]

Seit dem Herbst sitzen in der Stadt St.Gallen die Vertreter der politischen Parteien und Umweltverbände  regelmässig zusammen und diskutieren über Parkplätze.

Das tönt wahlweise völlig absurd oder total langweilig.

Das Ganze ist ein Versuch der Bürgerlichen, Linke und Grüne unter dem Titel «Parkplatz-Kompromiss» für eine Zustimmung zur überflüssigen Parkgarage unter dem Marktplatz zu kaufen. Die Währung, mit der bestochen wird, heisst aufgehobene Parkplätze. Es ist die hohe Zeit der Parkplatz-Mathematiker auf beiden Seiten. Um jeden einzelne Stück Asphalt mit blauer oder weisser Markierung wird gerungen als ginge es um etwas.

Ausserhalb der Stadt St.Gallen hat sich längst herumgesprochen: Wer über einzelne Parkplätze zu diskutieren beginnt, hat schon verloren.

Denn Parkplatz ist nicht gleich Parkplatz. Es gibt öffentliche, private und halböffentliche. Und etwa 387 Schattierungen dazwischen.

Übertrieben?

In Zürich wurde letzten Herbst heftig gestritten. Dort gibt es nämlich schon seit den 90er Jahren einen Parkplatz-Kompromiss. Gewerbekreisen zweifelten die Zahl der öffentlichen Parkplätze an, die die rot-grüne Stadtregierung gezählt hatte. Und liessen nachzählen. Erwachsene Menschen streiften durch die Quartiere und zählten Parkfelder. Das Ergebnis: Es sind rund 1000  zu wenig. Ein riesiger Aufschrei. Daraufhin liess die Regierung nachzählen. Wieder streiften erwachsene Menschen durch die Quartiere und zählten Parkfelder. Ergebnis: Es sind 149 zu viel. Im Stadtparlament folgte eine erregte Debatte. Die SVP verlangte eine PUK, unterlag aber.

Demnächst auch in St.Gallen?

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