, 2. Juli 2013
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Parkplatz-Fieber

Der St.Galler Stadtrat denkt neuerdings über zwei neue Parkhäuser nach. Saiten zählt nochmal in den alten Parkhäusern nach. Und findet genug freie Plätze.

Die St.Galler Parkhausdiskussion kommt in eine neue Phase: Im September will der Stadtrat darüber informieren, worüber Stadträtin Adam bereits am Radio vor-geplappert hat: Weg mit den 200 oberirdischen Parkplätzen in der Innenstadt, dafür zwei neue Parkgaragen am Schibenertor und am Unteren Graben. (In Heinrich von Kleists Lustspiel «Der zerbrochene Krug» von 1811 heisst der unglücklich agierende Dorfrichter übrigens ebenfalls Adam – das Stück endet in Scherben, aber die gerechte Sache siegt).

Man kann sich bis zur nächsten Informationsrunde also freuen auf den freiwerdenden Platz für Fussgänger, Kinderwagen und Hunde. Man kann sich aufregen über die Kehrtwende im Stadtrat. Oder man kann sich fragen, ob es für die verschwindenden Parkplätze überhaupt «Realersatz» braucht. Um das herauszufinden, haben wir dem Saiten-Lieblingsfreizeitvergnügen gefrönt und Parkplätze (via das elektronische Parkleitsystem) gezählt. Die Antwort der Belegungs-Fieberkurven ist eindeutig.

Das sind die Grundlagen: Ausgewertet wurde die Belegung der Parkhäuser während je einer Woche im November, März und Juni (12.-18.11. / 4.-10.3. / 17.-23.6.), jeweils 7 x 24 Stunden.

Und das sind die Erkenntnisse:

Zur neuen Parkgarage unter der Fachhochschule am Bahnhof (270 Parkplätze) sagt der Präsident der Cityparking AG, Elmar Jud, im Tagblatt: Von Ende Januar bis Ende Mai habe eine Verdoppelung stattgefunden. Und: Genaue Zahlen könne er nicht nennen. Die genauen Zahlen zeigen: «Verdoppelung» stimmt nur zum Teil. Von November bis Juni hat die durchschnittliche Auslastung von 11% auf 19% zugenommen. In den Spitzenzeiten kann immerhin von einer Verdoppelung (von ca. 20% auf ca. 40% Auslastung) gesprochen werden.

Die Parkgarage am Bahnhof hat nur ganz selten eine Auslastung von mehr als 50% (siehe nachstehende Grafik).

grafik1

Zur Parkgarage Brühltor: Elmar Jud nennt sie «die am besten ausgelastete Garage der Stadt». Das stimmt nicht ganz. In der Juni-Woche lag die durchschnittliche Auslastung bei 56%, das ist hoch, aber UG24 am Unteren Graben hat die noch bessere Auslastung.

grafik2

Nimmt man alle Innenstadt-Parkhäuser in den Blick (Grafik oben), so beträgt die durchschnittliche Auslastung über 24 Stunden ziemlich genau 50%. In Spitzenzeiten beträgt die Auslastung 80%. Das sind in absoluten Zahlen, auch bei Hochbetrieb: rund 700 freie Parkplätze.

 

1 Kommentar zu Parkplatz-Fieber

  • Tek Berhe sagt:

    Eine mögliche Lösung, die man in Betracht ziehen muss, ist, in den einzelnen bereits bestehenden Parkgaragen, sofern Platz vorhanden, die nötige Anzahl Ersatz-Parkplätze zu schaffen.

    Z.B. hat Manor ja noch „gesperrte“ PP. Auch muss die Umwandlung der vermietbaren jedoch nicht vermieteten Parkplätze in normale geprüft werden.

    So kann man auf die gescheiterte PG Schibenertor (Union+) verzichten. Die Konkurenz wäre sicher nicht unfroh!

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