Reto Voneschen, 1. November 2024 um 14:49 Uhr Es tönt nach einer guten Lösung, die in letzter Minute dank der Offenheit und Flexibilität einer Wohnbaugenossenschaft gefunden wurde. Als städtischer wie kantonaler Steuerzahler kann man nur sagen: Danke an all jene, die zu dieser konstruktiven Lösung beigetragen haben. Und danke auch an all jene, die sich trotz der anfänglich ziemlich sturen Haltung der Stadt nicht abschrecken liessen, eine solche Lösung zu versuchen. Eine weitere von der Stadt als Eigentümerin zu rasch vernachlässigte, zwar einfache, aber gut bewohnbare Abbruchliegenschaft mit tiefen Mieten kann so mindestens drei Jahre länger genutzt werden. Das ist eine soziale, aber auch eine nachhaltige Lösung. Und Nachhaltigkeit ist doch das Schlagwort, dass der Stadtrat (und die Verwaltung hinter ihm) gerne auf den Lippen führt. Um es beim eigenen Handeln ab und zu sehr rasch zu vergessen (oder aus Bequemlichkeit unter den Tisch fallen zu lassen?). Weil wir alte Abbruchhäuser ja schon immer rasch in oberirdische Parkplatz-Providurien verwandelt haben? Auch wenn das der aktuellen Verkehrspolitik krass widerspricht... Man kann nur hoffen, dass der Stadtrat aus dem Fall lernt und das nächste Mal die von der Bauverwaltung präsentierte fantasielose Musterlösung aus dem Schulbüchlein kritisch hinterfragt und nicht einfach bedingungslos übernimmt und auch noch gegen Parlamentsmitglieder verteidigt. Eine wichtige Lehre ist auch, dass eine Wohnbaugenossenschaft, deren Rechnung am Schluss zwar aufgehen, die aber nicht auf Biegen und Brechen aufs Profitdenken ihrer Investor:innen Rücksicht nehmen muss, Spielraum für kreative Lösungen auf dem Immobilienmarkt hat. Das sollte man gerade auch für jene Fälle im Hinterkopf behalten, in denen es um die Vergabe von öffentlichem Bauland für Wohnungsbau geht (wie etwa irgendwann in der Zukunft an der Ruckhalde).