, 8. März 2016
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Platz 1 für Johansen und Hohler

Die Ostschweiz ist (ein bisschen) vertreten an den diesjährigen Solothurner Literaturtagen. Erstmals macht die Werkschau der Schweizer Literatur ihr Archiv digital zugänglich.

Literaturtage 2016: 6. – 8. Mai (Bild: literatur.ch)

Falls sich an der Zahl ihrer Auftritte in Solothurn die Prominenz von Autorinnen und Autoren ablesen lässt, dann gehört Zsuzsanna Gahse zur «ersten Garde»: Die im Thurgau lebende Schriftstellerin hat in den Jahren 1993, 1999, 2004, 2009 und 2013 bereits an den Literaturtagen gelesen und ist jetzt mit ihrem jüngsten Buch Jan, Janka, Sara und ich wiederum eingeladen.

Damit kommt sie teils ganz, teils fast an Leute wie Mariella Mehr, Klaus Merz, Ernst Burren oder Peter Bichsel heran. Adolf Muschg erweist sich hingegen mit zehn Lesungen (inklusive 2016) mit Blick auf die Solothurn-Präsenz erstaunlicherweise nur als deutschsprachiger Beinah-Primus – noch übertroffen wird er von Franz Hohler, der 2016 zum elften Mal Solothurn die Ehre gibt. Und von Hanna Johansen, die ihrerseits schon elfmal an den Literaturtagen gelesen hat.

Auf- und Abrechnungen solcher Art sind zwar absurd – aber seit neustem leicht möglich dank der neuen Website der Solothurner Literaturtage: Im 38. Jahr seines Bestehens hat das Festival sein gesamtes Archiv aufbereitet und digitalisiert. Unter dem Stichwort Archivdatenbank lässt sich jetzt nicht nur an einer oder zwei Händen abzählen, wer wieviele Male die Gnade der Programmkommission gefunden hat. Verzeichnet sind darüber hinaus alle Auftritte im Detail, ergänzt um Fotos – ein kleiner «Spiegel der neueren Literaturgeschichte der Schweiz», wie Solothurn-Geschäftsführerin Reina Gehrig zu Recht schreibt.

Monika Schnyder ist dagegen das erste Mal Gast an der Werkschau der Schweizer Literaturen. Die in St.Gallen lebende Lyrikerin ist mit ihrem jüngsten Gedichtband Thetys (mehr hier) eingeladen und zählt zur kleinen Ostschweizer «Delegation» am diesjährigen Festival.

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Laura Vogt

Ihr Solothurn-Debut gibt auch die junge Ausserrhoderin Laura Vogt. Sie stellt ihren Erstlingsroman So einfach war es also zu gehen vor, der rund einen Monat zuvor, am 3. April am Wortlaut-Festival seine St.Galler Buchpremiere hat und als dritter Band der Edition Literatur Ostschweiz erscheint.

Weitere Debuts bieten Meral Kureyshi, Noemi Lerch oder Martin Bieri, und erstmals in Solothurn liest auch Annette Hug (aus ihrem eben erschienenen historisch fundierten Roman Wilhelm Tell in Manila).

Das am heutigen Dienstag vorgestellte Programm 2016 umfasst neben den Lesungen zwei Hommagen (an Kurt Marti und Alberto Nessi), stellt den rätoromanischen e-Comic Crestomat vor, bietet Übersetzungswerkstätten und einen Schwerpunkt zur Kinder- und Jugendliteratur. Ausländische Gäste sind Feridun Zaimoglu, Judith Kuckart, Jan Wagner und Sasa Stanisic aus Deutschland, die Französin Noelle Châtelet, Boualem Sansal aus Algerien, der Norweger Tomas Espedal und das italienische Schreibkollektiv Wu Ming.

Solothurner Literaturtage: 6. bis 8. Mai 2016. Infos hier.

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