Na schau mal einer an, was es alles Neues in unserer kleinen Stadt gibt! Ein Wiener Kaffeehaus, einen internationalen Gewürzladen, eine wunderbare Weinbar, neue Kunsträume und natürlich die stadteigene Late Night Show. Wer braucht schon eine Grossstadt, wenn man St.Gallen hat. Die perfekte Balance auf zwei Quadratkilometern. Und weil praktisch niemand hier vorbeikommt, stört uns auch niemand bei unserem Treiben. Na gut, ausser während einer Weltmeisterschaft. Aber weil die lieben Sportlerinnen sonntags eh trainieren müssen, nehmen sie uns zum Glück keine Plätze im einzigen Lokal weg, in dem man nach 13 Uhr noch brunchen kann. Wir haben hier alles: Natur pur, 19 000-jährige Gletscherweiher, schroffe Felsen, wundersame Wege und viel Nebel. Seltsam, im Nebel zu wandern . . . sehen Sie! Es inspiriert . . . Lasst uns nackt wandern, es schaut sowieso keiner hin. Oder besser: Gehen wir sonntags nackt über den Marktplatz, niemand wird es bemerken. Und unter der Woche? Da ist es doch wunderbar, alle 20 Meter jemanden anzutreffen, den man kennt! Wo hat man das schon, ausser beim Familientreffen oder bei der Late Night Lok – der skurrilen Show über, für und dank St.Gallen. Natürlich wieder mit uns,denTalkmastern Dominik Kaschke und Romeo Meyer, der ultimativen Late-Night-Band, Quiz, Spielen. Ah! Und: Ehrengästin am 4. Februar ist Lika Nüssli, St.Galler Zeichnerin aus Leidenschaft und vielen Saiten-Lesern bestens bekannt:-)
Late Night LOK- Provinz Olé , 4.2. 22 Uhr Lokremise
Im letzten Spiel der Saison trifft der FC St.Gallen auf den neuen Schweizer Meister aus Thun. Wie wird das Kehrausspiel? Die Antwort live im SENF-Ticker ab 16.30 Uhr.
Caline Aoun interessieren die Momente der Veränderung, die Übergänge und Zustände. Ihre Ausstellung in Kunstmuseum und Kunsthalle Appenzell wird zum Ende der sechsmonatigen Laufzeit eine andere sein als zu Beginn.
Der 1100. Todestag von Wiborada – Inklusin, Stadtheilige und Projektionsfläche – ist zurzeit Thema vielfältiger Aktivitäten. Zu den Highlights gehört eine mutmassliche Unterschrift, zu besichtigen in der Ausstellung im St.Galler Regierungsgebäude.
Gastkommentar
Anna Beck-Wörner hat ein Wiborada-Unterrichtsheft erarbeitet. Im Postenlauf, der durch St.Gallen führt, können Schüler:innen anhand von Wiboradas Lebensweg lehrplankonform Themen wie Gemeinschaft, Lebensform, Bücher oder Identität erarbeiten.
Am Wochenende bringt das Aufgetischt-Festival wieder über 100 Strassenkünstler:innen aus aller Welt in die Gassen der Stadt St.Gallen. Wir haben mit Daiana Mingarelli vom Duo Daiana Lou über die Eigen- und Besonderheiten des Busking gesprochen.
Heavy Psych Sounds Fest
Der peinliche bis inhaltsleere Auftritt des Tech-Faschisten Curtis Yarvin hat die Berichterstattung über das diesjährige St.Gallen Symposium dominiert. Am Montag haben – vor allem geisteswissenschaftliche – Exponent:innen der HSG in einem öffentlichen Gespräch versucht, Yarvins langen Schatten zu verwedeln.
Die St.Galler Theaterkompanie Rohstoff zeigt am 22. und 23. Mai ihr aktuelles Theaterstück in der Kellerbühne. Wie in einem Rausch erzählt Orlando* von Geschlechternormen, Grenzauflösungen und Verwandlungen.
Kolumne: Heppelers Bestiarium
Eleanor Antin ist seit 60 Jahren künstlerisch tätig. Früh hat sie sich mit Technologie, Rassismus und Genderfluidität beschäftigt, doch zwischenzeitlich war sie fast in Vergessenheit geraten. Nun macht die erste europäische Retrospektive Station im Kunstmuseum Liechtenstein.
Der Musiker und Künstler Nicolaj Ésteban veröffentlicht ein neues Album seiner Band Loveboy And His Imaginary Friends. Es führt in eine faszinierende Welt – und in sein Inneres, wo es manchmal dunkel ist.
Nach vierzig Jahren kehrt Guido R. von Stürler in die Kunsthalle nach Wil zurück. Der Künstler, mit einem Faible für Fliegen, zeigt in «Zwischen den Systemen – Kunst im vernetzten Jetzt» eine Werkübersicht, die Organisches und Digitales vereint.
Eine halbe Million weniger von Kanton und Stadt – trotzdem machen Konzert und Theater St.Gallen vorläufig keine Abstriche beim Programm. Die Spielzeit 26/27 kündigt «Grenzgänge» an, sehr zeitgemässe insbesondere im Schauspiel.
Die Kritik an der Einladung des extremistischen und techno-libertären US-Bloggers Curtis Yarvin ans St. Gallen Symposium war gross – und berechtigt. Trotzdem war sein Auftritt am Ende vor allem eines: entlarvend. Selten traten die Widersprüche, die Selbstüberschätzung und die intellektuelle Leere der Neuen Rechten so öffentlich zutage.
In eigener Sache
Historische Überlieferungen sagen oft mehr über die Geisteshaltung der Verfasser aus als über geschichtliche Tatsachen. Was lässt sich also gesichert über die historische Person Wiborada sagen? Eine quellenkritische Spurensuche.
Ein Jahrhundert nach Thomas Manns Roman greifen Karl Kave & Durian das Motiv neu auf und erzählen mit Zauberberg ein vielschichtiges Konzeptalbum über Pflege, Perspektiven und gut betuchte Damen.
Paris, New York, Shanghai, Ittingen: Mit Fabrice Hyber gastiert mal wieder ein international renommierter Künstler im Kunstmuseum Thurgau. Eine Begegnung.
Treueprobe, Verkleidungsspuk, Partner:innentausch: Così fan tutte scheint definitiv von vorgestern. Trotzdem lohnt sich Mozarts Oper auch jetzt wieder am Theater St.Gallen. Am Samstag war Premiere.