Bus – und wer weiss vielleicht sogar einmal ein Tram – in Ehren. Deutlich schneller aber ist eine beschleunigungsstarke S-Bahn. Was die U-Bahnen in den Grossstädten können, wollte Walter Dietz (er war von 1982 bis 1998 Direktor der damaligen Bodensee-Toggenburg-Bahn, heute SOB) schon vor über dreissig Jahren auch für St.Gallen. Eine S-Bahn im 15- bis 20-Minuten-Takt. Der Plan – so räumte Dietz ein – war nicht einmal neu: er gehe auf den Generalverkehrsplan von 1972 zurück.
Die Bandstadt St.Gallen hatte damals noch keine Autobahn, doch dem Bahndirektor war klar, was passieren wird, wenn die A1 einmal eröffnet ist: Dann werde noch mehr Individualverkehr die Stadt verstopfen. Die Aussenquartiere bräuchten deshalb eine S-Bahn, die ihre Passagiere schnell – und schneller als der Bus – ans Ziel bringt.
Zwei S-Bahn-Linien schlug er vor: Die Linie A, die Verbindung Gossau-St.Gallen-Rorschach hätte die folgenden zusätzlichen Haltestellen bekommen sollen: Nach Gossau zuerst Gossau-Oberdorf, dann Chräzeren, Ahorn, Vonwil, Rosenberg/Schützengarten und weiter weg dann Rorschach-Stadt. Nur der Bahnhof Rorschach-Stadt wurde nach langen Diskussionen und Planungen im Jahr 2000 in Betrieb genommen.
Die Linie B – Herisau via St.Gallen nach Wittenbach und Romanshorn – hätte von Herisau her die zusätzlichen Halte Hinterberg, Ahorn, Vonwil, Rosenberg, Guggeien und Kronbühl bekommen sollen. Für die Haltestelle Hinterberg, auf der Höhe der Familiengärten, gab es 1997 sogar eine Projektauflage. Gebaut wurde sie nie. Und schon damals war klar, dass es am Gübsensee aus Kapazitätsgründen ein zweites Gleis brauche. Dieses wurde – samt der zusätzlichen Haltestelle – 1989 realisiert.
Klar war auch schon damals, dass es für mehr Züge im Bahnhof St.Gallen einen zusätzlichen Perron brauche – auch er ist gebaut. Doch eine S-Bahn mit derart dicht aufeinander folgenden Haltestellen ist heute kaum mehr denkbar. Denn in der Zwischenzeit ist eine ganze Reihe neuer Buslinien eingeführt worden, die die «Feinverteilung» erledigen. Allerdings: Umsteigen vom Bus auf den Vorortsbahnhof ist nur in Winkeln und Haggen möglich. St.Fiden und der nur noch einmal stündlich (mit zwei unmittelbar hintereinander folgenden Zügen) bediente Bahnhof Bruggen haben bis heute keinen Bus-Anschluss. Die S-Bahn braucht mehr Rückgrat.
Das ganze Programm laufend hier und komplett im Septemberheft von Saiten.
Die zweite Ausgabe des audiovisuellen Festivals Susurrus in der Mülenenschlucht widmet sich der «mehr-als-menschlichen» Mitwelt. Mit akustischen und performativen Interventionen erkundet das Festival neue Formen der Beziehung zwischen Mensch und Natur.
In der Ausstellung «Die leisen Unterschiede» im Haus zur Glocke in Steckborn befassen sich fünf Künstler:innen mit der Wahrnehmung von Unterschieden.
Kolumne: Heppelers Bestiarium
Mit dem Ensemble TAK aus New York gastierte am Dienstag ein Neue-Musik-Quintett von Weltrang im St.Galler Kultbau. Organisiert vom Zyklus Contrapunkt, hätte der Abend mehr Publikum verdient. Ein Bubble-Problem?
Das St.Galler Kulturmuseum öffnet in der neuen Ausstellung «Stereotypes: Neanderthalerin» den Blick auf diese Steinzeitmenschen. Die Schau mit viel Pink verknüpft geschickt Spiel mit Wissenschaft und Vergangenheit mit Gegenwart.
Das Theater an der Grenze in Kreuzlingen startet heute in die neue Spielzeit. Kürzlich verstarb die prägende Co-Präsidentin Anna Rink. Ausserdem fällt der bisherige Spielort im Kulturzentrum Kult-X bis Ende 2027 weg. Wie der Verein diese Hürden meistert, erzählen Präsidentin Vroni Ellenbroek und Klaus Okrafka aus der Programmleitung im Interview.
St. Gallen startete gut in die Partie, agierte aber oftmals zu umständlich gegen tief verteidigende Sittener und blieb letztlich glücklos.
Auf seinem neuen Soloalbum thematisiert Manuel Stahlberger die Überhitzung. Die klimatische, die gesellschaftliche, die politische. Gemeinsam mit Bit-Tuner hat der St.Galler Musiker dafür einen düsteren, elektronischen Sound gefunden.
An Kleinbauten gehen wir oft achtlos vorbei: Buswartehäuschen, öffentliche WCs, nicht mehr gebrauchte Telefonkabinen oder Feuerwehr- und Strassenwärtermagazine. Aktuell gibt es dazu eine Ausstellung im 1. Stock des Rathauses St.Gallen.
Bis 2050 will die Stadt St.Gallen klimaneutral sein. Karin Hungerbühler und Tobias Fischer-Künzler von der Dienststelle Umwelt und Energie beantworten Fragen zur bevorstehenden Klimawoche und zum Klimaschutz in der Stadt.
Anita Zimmermann alias Leila Bock prägt die St.Galler Kulturszene seit Jahrzehnten – als Künstlerin, als Vermittlerin, als Ermöglicherin. Sie hat Widerstände überwunden und andere Künstler:innen immer wieder herausgefordert. Eine Würdigung
Die St.Galler Museumsnacht findet in diesem Jahr zum 20. Mal statt. Zum Jubiläum blickt Vereinspräsidentin Barbara Affolter zurück und nach vorne. Sie sagt, was die Museumsnacht bis heute ausmacht und wohin sie sich entwickeln soll.
Die Ausstellung «Voller Leben» des Vereins IG Halle Rapperswil wirft Schlaglichter auf künstlerische Schaffensprozesse und ihre Verbindungen zur Natur.
Kolumne: Stimmrecht
Der St.Galler Kunstkiosk wird fünfzehn Jahre alt. Gefeiert wird das mit einer Jubiläumsausstellung im ehemaligen Tiffany Night Club. Die Vernissage ist am 12. September. Saiten hat schon vor der Eröffnung vorbeigeschaut.
Musiktheater
Zum 36-jährigen Bestehen seiner Galerie Macelleria d'arte transformiert Francesco Bonanno ein leerstehendes Gebäude am Roten Platz in St.Gallen in ein buntes Haus voller Kunst. Was als kleines Projekt begann, wuchs zu einem Gemeinschaftswerk von fast 100 Kunstschaffenden.
St.Gallen und Luzern haben mehr gemeinsam, als man zunächst denkt – oder doch nicht? «Null41» war mit der Saiten-Redaktion in St.Gallen unterwegs.
Von St.Gallen bis nach Südafrika. Ein Ostschweizer Ehepaar reist im Landrover Defender um die Welt. Ihre Erlebnisse halten die Baumelers mit einer Kamera fest. Nun erscheint ihr Film Immer weiter in Ostschweizer Kinos – eine ehrliche Dokumentation, der eine Einordnung gut getan hätte.
«Open House St.Gallen»