, 11. September 2017
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Punkt 1: Eine S-Bahn mit Rückgrat für St.Gallen 

Die S-Bahn braucht mehr Haltestellen, um ein nützliches und viel genutztes Nahverkehrsmittel zu werden. Das ist sie in St.Gallen erst zum Teil. Drum hier: Punkt 1 des 10-Punkte-Programms von Saiten zur mobilen Zukunft.

Illustration: Dario Forlin

Bus – und wer weiss vielleicht sogar einmal ein Tram – in Ehren. Deutlich schneller aber ist eine beschleunigungsstarke S-Bahn. Was die U-Bahnen in den Grossstädten können, wollte Walter Dietz (er war von 1982 bis 1998 Direktor der damaligen Bodensee-Toggenburg-Bahn, heute SOB) schon vor über dreissig Jahren auch für St.Gallen. Eine S-Bahn im 15- bis 20-Minuten-Takt. Der Plan – so räumte Dietz ein – war nicht einmal neu: er gehe auf den Generalverkehrsplan von 1972 zurück.

Die Bandstadt St.Gallen hatte damals noch keine Autobahn, doch dem Bahndirektor war klar, was passieren wird, wenn die A1 einmal eröffnet ist: Dann werde noch mehr Individualverkehr die Stadt verstopfen. Die Aussenquartiere bräuchten deshalb eine S-Bahn, die ihre Passagiere schnell – und schneller als der Bus – ans Ziel bringt.

Zwei S-Bahn-Linien schlug er vor: Die Linie A, die Verbindung Gossau-St.Gallen-Rorschach hätte die folgenden zusätzlichen Haltestellen bekommen sollen: Nach Gossau zuerst Gossau-Oberdorf, dann Chräzeren, Ahorn, Vonwil, Rosenberg/Schützengarten und weiter weg dann Rorschach-Stadt. Nur der Bahnhof Rorschach-Stadt wurde nach langen Diskussionen und Planungen im Jahr 2000 in Betrieb genommen.

Die Linie B – Herisau via St.Gallen nach Wittenbach und Romanshorn – hätte von Herisau her die zusätzlichen Halte Hinterberg, Ahorn, Vonwil, Rosenberg, Guggeien und Kronbühl bekommen sollen. Für die Haltestelle Hinterberg, auf der Höhe der Familiengärten, gab es 1997 sogar eine Projektauflage. Gebaut wurde sie nie. Und schon damals war klar, dass es am Gübsensee aus Kapazitätsgründen ein zweites Gleis brauche. Dieses wurde – samt der zusätzlichen Haltestelle – 1989 realisiert.

Klar war auch schon damals, dass es für mehr Züge im Bahnhof St.Gallen einen zusätzlichen Perron brauche – auch er ist gebaut. Doch eine S-Bahn mit derart dicht aufeinander folgenden Haltestellen ist heute kaum mehr denkbar. Denn in der Zwischenzeit ist eine ganze Reihe neuer Buslinien eingeführt worden, die die «Feinverteilung» erledigen. Allerdings: Umsteigen vom Bus auf den Vorortsbahnhof ist nur in Winkeln und Haggen möglich. St.Fiden und der nur noch einmal stündlich (mit zwei unmittelbar hintereinander folgenden Zügen) bediente Bahnhof Bruggen haben bis heute keinen Bus-Anschluss. Die S-Bahn braucht mehr Rückgrat.

Das ganze Programm laufend hier und komplett im Septemberheft von Saiten.

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