Zwei Tische, ein paar Stühle, eine Beizentafel draussen, drinnen ein kleiner einladender Raum. Seit rund drei Monaten gibt es sie, und man wünscht ihr ein langes Leben: Die kleine Pizzeria beim Bahnhof St.Gallen-Haggen steht, so unscheinbar sie ist, sinnbildlich für das neue Leben an den öd gewordenen Vorortsbahnhöfen. Die Hoffnung der Stadt- und Verkehrsplaner sind genau diese Areale: gut erschlossen durch den öV, attraktiv zum Wohnen und für die sonstigen Alltagsaktivitäten.
Die Devise heisst, um die mobilitätskritische Stockholmer Aktion planka.nu zu zitieren: weg vom Mobilitätsparadigma – hin zum Paradigma der Nähe. Damit dies gelingt, spielt die «lokale Organisierung» eine entscheidende Rolle. Lebendige Quartiere, in denen gewohnt, gearbeitet, gegessen und gefeiert wird, sind das Gegenprojekt zu transportintensiver Zentralisierung. Das weiss man nicht nur in Stockholm, sondern auch in der Ostschweiz: Die Aufwertung der bahnhofnahen Areale zu Wohn- und Lebensräumen ist richtigerweise eine der Kernforderungen des dritten Agglomerationsprogramms der Regio-Organisation.
Illustration: Dario Forlin
Zum Symbolort – wie in Stockholm vor einigen Jahren der Kampf um Rädda Aspuddsbadet, eine von der Schliessung bedrohte Badeanstalt in einem Vorort – kann in St.Gallen der Güterbahnhof werden. Hier spriesst seit letztem Jahr «Lattich» als soziale und kulturelle Zwischennutzung. Ab 2018 soll sie sich zum Containerdorf auswachsen. Die Zeichen stehen auf Grün – offiziell allerdings nur, bis in etwa 15 Jahren hier der neue Autobahnanschluss gebaut würde. Daran allerdings glauben nur noch die glühendsten Verfechter des Automobilitätsparadigmas (und der sogenannten Mobilitätsinitiative). Für alle anderen ist klar: An dieser Traumlage, bahnnah, zentrumsnah und voll urbaner Aufbruchstimmung, muss gewohnt und gelebt und darf nicht gekarrt und gerast werden.
Das ganze Saiten-Programm zur mobilen Zukunft laufend hier und komplett im Septemberheft von Saiten.
Gegen dieses Luzern müsste der FC St.Gallen eigentlich drei Punkte einfahren. Zum Schluss muss er aber froh sein, dass es immerhin einer wird. Der Ausgleich gelingt erst weit in der Nachspielzeit per Penalty. Das Spiel zum Nachlesen im SENF-Ticker.
Herbert Rauch (1929–2012) war Briefträger und Künstler. In den Schwarz-Weiss-Fotografien des Rankweilers erscheinen Objekte wie Steine und Federn als abstrakte, grafische Gebilde. Nun ist ein Fotoband zu seinem Spätwerk erschienen, und im Schauraum René Dalpra in Altach sind seine Arbeiten ausgestellt.
Eine Bundesrätin, mehrere Nationalrät:innen und die Politrapper der Stunde: Alle kommen sie aus der Kleinstadt Wil. Eine Erkundung vor den Lokalwahlen.
Eines der vielen Gebäude des Sitterwerks, die vor genau 100 Jahren erbaute Schwarzfärberei, beherbergt heute die Kunstbibliothek und die Materialmusterschränke. Eine Aufstockung soll künftig mehr Platz schaffen.
Noch bis in den Herbst hinein und auch in den zwei folgenden Sommern bleibt die Voliere im Stadtpark eine Buvette. Ab 2029 wird sie zur «Maison des œufs», zum didaktischen Hühnerhof. Die eingereichten Ideen sahen noch ganz andere Nutzungen vor.
Der Streit ums St.Galler Verbot von Tempo 30 auf Hauptverkehrsachsen geht in die nächste Runde: Das Referendumskomitee hat die notwendigen Unterschriften gegen eine Änderung des kantonalen Strassenverkehrsgesetzes eingereicht. Damit wird das Stimmvolk über die Frage entscheiden.
Kolumne: 24/7 Traumacore
Bis zum Ende der Sommerferien präsentiert Saiten wöchentlich Kulturtipps aus der Region. Teil 6: «Wegwarte 002», Sur le Lac, Winterthurer Musikfestwochen und Schlossfestspiele Werdenberg.
Der FCSG kriegt beim Auswärtsspiel in Lissabon die Grenzen deutlich aufgezeigt. Sie verlieren das Spiel 0:5. Damit geht's für den FCSG jetzt gegen Sheriff Tiraspol in der Conference League weiter. Das Spiel zum Nachlesen im SENF-Ticker.
Notizen zu Christopher Nolans The Odyssey
Anja Braun lebte bereits 18 Jahre in der Schweiz, als sie sich gemeinsam mit ihrer Familie entschied, sich einzubürgern. Es war ein logischer Schritt. Das Verfahren war es nicht immer.
Neues Buch
Bereits 1971 eröffnete Ursula Krinzinger ihre erste Galerie in Bregenz. Bis heute prägt sie die Kunstszene weit über die Bodenseeregion hinaus. Nun befasst sich die Bregenzer Sommerausstellung im Palais Thurn und Taxis mit der Galeristin.
Bis zum Ende der Sommerferien präsentiert Saiten wöchentlich Kulturtipps aus der Region. Teil 5: Emil Brunner – «Berg Kind Welt», Rapid Openair und Kulturufer.
Der Spagat zwischen europäischen Nächten und biederem Superleague Alltag ist oft schwer. So auch heute. Eine Leistungssteigerung und die richtigen Wechsel in der zweiten Halbzeit reichen aber für die ersten drei Punkte der Saison.
In leichten Pastelltönen und dunklen Ölfarben setzt sich der deutsche Künstler Marcel Hüppauff mit dem Profiradsport auseinander. Dabei treten in seiner Schau im Chambre Directe-Schubiger in St.Gallen nicht nur Menschen, sondern auch Katzen in die Pedale.
Mit Hildegard Fässler (1951–2026) verstarb kurz vor ihrem 75. Geburtstag eine der profiliertesten Ostschweizer Politikerinnen an den Folgen einer schweren Erkrankung. Nachruf einer langjährigen Weggefährtin.
Versteckt im Sittertal produziert die Kunstgiesserei Werke renommierter Künstler:innen. Dabei gilt es oft, Neues auszuprobieren und Lösungen zu finden – mit Zucker, Wachs und natürlich Metall. Saiten erhält einen Einblick in das verrückte Schaffen am Rande St.Gallens.
Der FC St.Gallen gewinnt gegen den haushohen Favoriten aus Lissabon mit 2:1. Die grösste Sensation, die dieses Stadion je gesehen hat. Das Spiel zum Nachlesen im SENF-Ticker.
Bis zum Ende der Sommerferien präsentiert Saiten wöchentlich Kulturtipps aus der Region. Teil 4: Cyprien Gaillard – «When you expect flutes, it whistles», «Komm Glüückck» und Jeremy Reeds Buch Du stirbst nur zweimal – Ein Sylvia Plath-/Victoria Lucas-Roman.