Genug von den Parkplatz-Diskussionen? Das haben viele, nicht nur die glücklosen Planer des Parkhauses Union plus in St.Gallen. Einen Schritt hinter das tagespolitische Gerangel macht der österreichische Verkehrsplaner und Autor Hermann Knoflacher im Buch Zurück zur Mobilität. «Der Parkplatz ist ein eklatanter Verstoss gegen die Gleichheit der Menschen: eine Rückkehr zum Faustrecht», schreibt er in seinem Buch, das anstelle der auto-mobilen die geistige Bewegungsfreiheit propagiert. «Zurück zur Mobilität kommt man durch autofreie Siedlungen, Dörfer und Städte», heisst es dort radikal. «Das Auto bekommt seinen Platz ausserhalb der menschlichen Lebensräume am Rand der Städte und Dörfer. Nur als Bewegungsprothese, das es ja ist, hat ein Auto Zufahrt für jene, die es wirklich brauchen.»
Jedes Auto beansprucht fahrend oder stehend (und natürlich auch, wenn es elektrisch oder von selber fährt) in der Schweiz 115 Quadratmeter Platz, eine öV-Benutzerin nur sieben Quadratmeter. Und was das Platz-Problem verschärft: Die Fahrzeuge sind im wesentlichen Stehzeuge. «Das Auto ist in seinem Parkbedürfnis einzigartig», schreiben die schwedischen Autoren des Buchs Verkehrsmachtordnung. Denn auch wenn es stehe, und das tue es meistens, im Schnitt 20 Stunden am Tag, richte es Schaden an: «Ein abgestelltes Auto bedroht die Stadt und ihre sozialen Beziehungen.» Parkplätze könnten, auch wenn sie frei seien, für nichts anderes gebraucht werden. Sie seien deshalb urbane Leerräume oder «Anti-Gebäude» – und also eine Pervertierung des öffentlichen Raums. In der Schweiz gibt es davon rund 10 Millionen.
Multi- statt monofunktionale Flächen, Parks statt Parkplätze: Für dieses Anliegen setzt sich in vielen Metropolen der «Park(ing)-Day» ein, ein Tag der temporären Parkplatz-Beschlagnahmung. Er findet diesen Freitag, am 15. September statt. In St.Gallen und überall, Infos hier. UmverkehR schreibt dazu: «Verlegen Sie Ihr Büro für einen Moment auf einen Parkplatz, oder relaxen Sie darauf. Verwandeln Sie den Parkplatz in einen Spielplatz, oder in einen Garten, oder in einen Veloparkplatz, oder in ein Wohnzimmer …. der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.»
(Illustration: Dario Forlin)
Das vollständige 10-Punkte-Programm für die mobile Zukunft: laufend hier und komplett im Septemberheft von Saiten.
Jonas Ulrich taucht mit seinem ersten Spielfilm in die Black-Metal-Welt ab. Wolves ist eine bildstarke Geschichte über Einsamkeit und das Dazugehören, voller Gegensätze und mit etwas holprigen Dialogen.
St.Gallen bewahrt nicht mehr nur 1000-jährige Handschriften. Mit dem Internet Archive Switzerland entsteht hier ein Archiv für Webseiten, künstliche Intelligenz und das digitale Gedächtnis der Zukunft.
Mit Internet Archive Switzerland entsteht in St.Gallen ein Ableger des grössten Archivs für Websiten und Künstliche Intelligenz weltweit. Ausserdem im Juniheft: Männer unter Generalverdacht, das grosse St.Galler 80er-Buch, das Abschiedsinterview mit dem langjährigen Kellerbühnenchef und die Flaschenpost aus Venedig.
Der WWF St.Gallen wird 50 Jahre alt. Sein Geschäftsleiter Lukas Indermaur zieht bei der Beurteilung der aktuellen Situation von Natur und Umwelt eine durchzogene Bilanz.
«Urs Frei. A – Z» im Kunstmuseum St. Gallen ist die erste Retrospektive zum ausserordentlichen Schaffen von Urs Frei (1958 – 2023). Rund 140 Arbeiten geben Einblick in ein Werk, das kaum zu fassen ist. Das gehört zu seiner Qualität.
Wie wollen wir künftig leben und unsere Nahrungsmittel produzieren? Die Ausstellung «How goes Tomorrow» der Ostschweizer Künstlerin Claude Bühler in der Shedhalle in Frauenfeld sensibilisiert für nachhaltige Handlungsstrategien.
«Das Kind zurücklassen? Wie kann man so dumm und herzlos sein», schreibt der Schweizer Autor Lukas Bärfuss über seine Mutter, die keine Mutter für ihn sein konnte. In seinem neuen Buch schaut er in die Vergangenheit und hat Verständnis, nicht für die Mutter, aber doch für diese Frau, die nie Glück und immer zu wenig Geld hatte.
Gaal, Görtler und Witzig schiessen St. Gallen zum langersehnten Cupsieg!
Die Medikamentenversuche von Münsterlingen als Teil eines Vampir-Musicals? Auf die Idee muss man erst einmal kommen. Die Bühne Mammern wagt den Versuch. Ab 29. Mai im Zirkuszelt.
Die diesjährige Kulturlandsgemeinde findet entlang der Bahnlinie zwischen Gossau und Wasserauen statt. Es ist ein interdisziplinäres Experimentzwischen Kunst, Gesellschaft und Aktivismus. Ausserdem stellt die Kulturlandsgemeinde künstlerisch und organisatorisch die Weichen für die Zukunft.
Am Samstag findet in St.Gallen erstmals das Punkfestival El Cartel statt. Es soll dazu beitragen, die Szene zu stärken. Dabei fehlt es gerade in St.Gallen an Nachwuchs.
Seit 40 Jahren macht die Bibliothek Wyborada in St.Gallen sichtbar, was lange fehlte: Literatur von und über Frauen. Heute sind Autorinnen und feministische Themen zwar stärker präsent in der Öffentlichkeit, doch die Relevanz der Bibliothek ist nach wie vor gross.
Mit einer Interpellation greifen SVP und EDU im St.Galler Kantonsrat den ausserschulischen Aufklärungsunterricht an. Und mit Unterstützung des «Lehrernetzwerks Schweiz» wollen Eltern aus Bütschwil eine Mitarbeiterin der Fachstelle für Aids- und Sexualfragen vor Gericht bringen. Dahinter steckt eine orchestrierte Aktion.
«Dieci», die italienische Zahl für zehn, ist das Motto des diesjährigen Heiden-Festivals. Es verweist dabei nicht nur auf das Jubiläum, sondern auch auf eine kulturpolitische Haltung.
Naturmuseum Thurgau
Das St.Galler Theater Trouvaille entdeckt den Musiker und Juristen Mani Matter neu. «’S isch einisch eine gsy»– 90 Jahre Mani Matter verbindet zahlreiche Lieder und literarische Texte des Berners zu einem abendfüllenden Programm. Saiten hat mit dem Theaterleiter Matthias Flückiger gesprochen.
Vier Jahre nach ihrem Debüt kehren Lev Tigrovich mit einer neuen EP zurück. Diese handelt von Kontrollverlust, Illusionen und grossen Gefühlen – und enthält erstmals einen Song, der nicht auf Russisch gesungen ist.
Im letzten Spiel der Saison trifft der FC St.Gallen auf den neuen Schweizer Meister aus Thun - einen Sieger gibt es nicht.
Caline Aoun interessieren die Momente der Veränderung, die Übergänge und Zustände. Ihre Ausstellung in Kunstmuseum und Kunsthalle Appenzell wird zum Ende der sechsmonatigen Laufzeit eine andere sein als zu Beginn.
Der 1100. Todestag von Wiborada – Inklusin, Stadtheilige und Projektionsfläche – ist zurzeit Thema vielfältiger Aktivitäten. Zu den Highlights gehört eine mutmassliche Unterschrift, zu besichtigen in der Ausstellung im St.Galler Regierungsgebäude.