, 18. September 2017
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Punkt 6: Eine U-Bahn für die Uni

Eine Seilbahn. Wie schafft man es vom künftigen Uni-Campus am Platztor in 15 Minuten zur nächsten Vorlesung auf dem Rosenberg? Eben. Sagt Punkt 6 des Saiten-Programms zur mobilen Zukunft.

Seilbahnen gelten nicht nur für die Erschliessung dicht bebauter Hügel, sondern auch in der Fläche als Transportmittel der Zukunft. Vor allem in Lateinamerika – zum Beispiel in Medellin, in Caracas, in Rio de Janeiro und in Panama City – wurden solche neue Verkehrsverbindungen gebaut. In St.Gallen gab es in den 1950er-Jahren den Vorschlag von Ingenieur Theodor Seeger, vom Stadtpark hinauf auf den Freudenberg eine Luftseilbahn zu bauen. Allerdings nicht als Quartierverbindung, sondern als Ausflugsbahn.

Die Frage, wie man die Hügel erschliesst, stellt sich jetzt wieder neu: Wie schafft man es vom künftigen Universitätscampus am Platztor auf den Rosenberg, in den 15 Minuten zwischen zwei Vorlesungen? «Zu Fuss, treppauf, treppab», sagt Kantonsbaumeister Werner Binotto. Allerdings: Die beiden Campus-Standorte sind zwar nur rund 400 Meter Luftlinie und knapp 80 Höhenmeter voneinander entfernt, doch die bestehenden Strassen, Wege und Treppen verlangen einige Umwege. Um später einmal eine «Direttissima»-Treppe bauen zu können, rede man mit privaten Grundeigentümern.

Und für Menschen mit einem Handicap? Für sie könnte ein Shuttlebus bereitstehen. In der Stadt träumen aber viele von einer – unterirdischen – Uni-Bahn. Vor mehr als zwei Jahren erkundigten sich zwei grünliberale Stadtparlamentarier, Thomas Brunner und Sonja Lüthi, danach – ohne eine konkrete Antwort zu bekommen. Immerhin: Es existieren Vorstudien. Ein unterirdischer Schräglift wäre technisch möglich, aber -zig Millionen teuer. Es bräuchte einen grossen Verkehrsträger, der ihn baut und subventioniert. Denn – grob gerechnet – würde eine Fahrt pro Passagier fünf Franken kosten. «Wir verfolgen das Projekt vorerst nicht weiter – aus Kostengründen und weil der Ergänzungsbau für die Universität am Platztor daran nicht scheitern darf», sagt der Kantonsbaumeister.

Unter den vielen Ideen, wie die Hügel der Stadt leichter erklommen werden könnten, wurde im Laufe der Geschichte nur die Mühleggbahn gebaut und 1893 in Betrieb genommen. Théo Buff zeigt in seinem Buch St.Gallen – eine Stadt, wie sie nie gebaut wurde neben der Luftseilbahn auf den Freudenberg eine Reihe weiterer Ideen. So liess die Stadt 1989 gleich drei Studien erstellen: für eine Standseilbahn Bahnhof-Hochschule-Sonne-Rotmonten und für Schräglifte in die Quartiere Watt und Oberhofstetten. Alle Projekte blieben Papier. Höchste Zeit, das zu ändern.

(Illustration: Dario Forlin)

Das vollständige 10-Punkte-Programm für die mobile Zukunft: laufend hier und komplett im Septemberheft von Saiten.

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