Die Ostschweiz ist, wenn man vom Thurgau und vom Rheintal einmal absieht, das Land der Höger und Tobel. Landschaftlich ein Glück, verkehrstechnisch ein Ärgernis – vor allem wenn man zu Fuss oder mit dem Velo unterwegs ist. Dass es auch anders ginge, beweist die Brücke über das Sittertobel nach Stein AR. Schon 1933 gebaut, hat sie es sogar zu literarischen Ehren gebracht – Peter Liechti kommt im seinem Marschtagebuch Lauftext von einer seiner Alpsteintouren am Ende «zur sogenannten Ganggeli-Brücke, die das Land direkt mit der Stadt verbindet: eine äusserst filigrane Brücke, unheimlich hoch und unheimlich lang. Überall am Geländer sind Schilder angebracht; die Lebensmüden werden aufgerufen, doch unbedingt die rote Telefon-Nummer zu wählen, bevor sie springen. Tatsächlich liegt eine schwer zu fassende Schwermut über dieser Schlucht…».
(Illustration: Dario Forlin)
Die Brücke selber aber ist das Gegenteil von Schwermut: Geradezu übermütig schwingt sie sich über die Schlucht und macht vor, was auch anderswo sinnvoll wäre. Zum Beispiel von St.Gallen nach Untereggen: Der Plan ist nicht neu, im Agglomerationsprogramm 3 der Regio wird er aber neu lanciert. Bloss 3,5 Millionen für 170 Meter Brücke, zwei Pylonen, seilverspannte Konstruktion vom Falkensteig hinüber zur Kantonsstrasse: Das wäre, haben die Ingenieure ausgerechnet, um ein Vielfaches billiger als teure Rad- und Gehweg-Erweiterungen im rutschigen Goldachtobel. Für Arbeitspendlerinnen wie für Sonntagsausflügler wärs ein Traum. Und wenn erst einmal das Brückenfieber ausgebrochen ist, findet man noch Dutzende weiterer Stellen, über die Urnäsch, im stotzigen Appenzeller Vorderland, über die Thur oder, mein persönlicher Hoffnungsbrückenträger, über den Bruderbach in Trogen.
Das ganze Saiten-Programm zur mobilen Zukunft laufend hier und komplett im Septemberheft von Saiten.
Die zweite Ausgabe des audiovisuellen Festivals Susurrus in der Mülenenschlucht widmet sich der «mehr-als-menschlichen» Mitwelt. Mit akustischen und performativen Interventionen erkundet das Festival neue Formen der Beziehung zwischen Mensch und Natur.
In der Ausstellung «Die leisen Unterschiede» im Haus zur Glocke in Steckborn befassen sich fünf Künstler:innen mit der Wahrnehmung von Unterschieden.
Kolumne: Heppelers Bestiarium
Mit dem Ensemble TAK aus New York gastierte am Dienstag ein Neue-Musik-Quintett von Weltrang im St.Galler Kultbau. Organisiert vom Zyklus Contrapunkt, hätte der Abend mehr Publikum verdient. Ein Bubble-Problem?
Das St.Galler Kulturmuseum öffnet in der neuen Ausstellung «Stereotypes: Neanderthalerin» den Blick auf diese Steinzeitmenschen. Die Schau mit viel Pink verknüpft geschickt Spiel mit Wissenschaft und Vergangenheit mit Gegenwart.
Das Theater an der Grenze in Kreuzlingen startet heute in die neue Spielzeit. Kürzlich verstarb die prägende Co-Präsidentin Anna Rink. Ausserdem fällt der bisherige Spielort im Kulturzentrum Kult-X bis Ende 2027 weg. Wie der Verein diese Hürden meistert, erzählen Präsidentin Vroni Ellenbroek und Klaus Okrafka aus der Programmleitung im Interview.
St. Gallen startete gut in die Partie, agierte aber oftmals zu umständlich gegen tief verteidigende Sittener und blieb letztlich glücklos.
Auf seinem neuen Soloalbum thematisiert Manuel Stahlberger die Überhitzung. Die klimatische, die gesellschaftliche, die politische. Gemeinsam mit Bit-Tuner hat der St.Galler Musiker dafür einen düsteren, elektronischen Sound gefunden.
An Kleinbauten gehen wir oft achtlos vorbei: Buswartehäuschen, öffentliche WCs, nicht mehr gebrauchte Telefonkabinen oder Feuerwehr- und Strassenwärtermagazine. Aktuell gibt es dazu eine Ausstellung im 1. Stock des Rathauses St.Gallen.
Bis 2050 will die Stadt St.Gallen klimaneutral sein. Karin Hungerbühler und Tobias Fischer-Künzler von der Dienststelle Umwelt und Energie beantworten Fragen zur bevorstehenden Klimawoche und zum Klimaschutz in der Stadt.
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Die St.Galler Museumsnacht findet in diesem Jahr zum 20. Mal statt. Zum Jubiläum blickt Vereinspräsidentin Barbara Affolter zurück und nach vorne. Sie sagt, was die Museumsnacht bis heute ausmacht und wohin sie sich entwickeln soll.
Die Ausstellung «Voller Leben» des Vereins IG Halle Rapperswil wirft Schlaglichter auf künstlerische Schaffensprozesse und ihre Verbindungen zur Natur.
Kolumne: Stimmrecht
Der St.Galler Kunstkiosk wird fünfzehn Jahre alt. Gefeiert wird das mit einer Jubiläumsausstellung im ehemaligen Tiffany Night Club. Die Vernissage ist am 12. September. Saiten hat schon vor der Eröffnung vorbeigeschaut.
Musiktheater
Zum 36-jährigen Bestehen seiner Galerie Macelleria d'arte transformiert Francesco Bonanno ein leerstehendes Gebäude am Roten Platz in St.Gallen in ein buntes Haus voller Kunst. Was als kleines Projekt begann, wuchs zu einem Gemeinschaftswerk von fast 100 Kunstschaffenden.
St.Gallen und Luzern haben mehr gemeinsam, als man zunächst denkt – oder doch nicht? «Null41» war mit der Saiten-Redaktion in St.Gallen unterwegs.
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«Open House St.Gallen»