An den Gebäuden der Universität St.Gallen hängen sie, in der Bibliothek der Fachhochschule ebenso, überall liegen Ansteckbuttons herum – alles in den Regenbogenfarben. Angestossen von Mitgliedern der universitären Gruppe Unigay finden noch bis Ende Oktober der Pride-Monat statt.
«Wir wollen die Vielfalt sichtbar zu machen», sagt Andreas Oberholzer, einer der Haupttreiber der Aktion. Als er selbst sein Coming-out als Schwuler hatte, habe er sich alleine gefühlt und Vorbilder vermisst.
Das will der Pride-Monat ein Stück weit ändern. Dafür tritt die Gruppe Unigay dieser Tage mit zahlreichen Aktionen nach aussen: Die Queers zeigen sich. Ganz im Sinne des internationalen Coming-out-day, der am 11. Oktober gefeiert wird und dieses Jahr auf den Sonntag fällt.
Die Bibliothek der Ostschweizer Fachhochschule «Ost». (Bilder: pd)
Gerade an der Uni St.Gallen mit ihren wirtschaftsbezogenen Fächern gehe manchmal vergessen, dass unter den Studierenden nicht nur heterosexuelle Menschen sind.
Zu den Queers zählt das ganze Spektrum der LGBTIQ*-Community: Lesben, Gays, Bisexuelle, Transpersonen, Intersexuelle – alle, die mit der der Buchstabenabfolge gemeint sind und die sich mehrheitlich unter der Regenbogenfahne zusammenfinden.
Auch an der «Ost», der Ostschweizer Fachhochschule, hat sich eine Gruppe diesen Aktionen angeschlossen. Hier ist Aufklärung noch nötiger, gibt es hier doch starke Gruppen von evangelikal ausgerichteten Studierenden, die für abweichende Lebensentwürfe und nicht-heterosexuelle Liebe bisher wenig Verständnis zeigten. «Vielfalt ist aber entscheidend, wenn integrative, leistungsstarke Teams entstehen sollen», argumentieren die Organisator*innen.
Das Unigebäude an der Guisanstrasse.
Die Initiant*innen wollen auch erreichen, dass niemand mehr in der Mittagspause schief angeschaut wird, wenn vom Wochenende mit der Freundin oder dem Freund mit dem gleichen Geschlecht die Rede ist.
In der Woche vom 12. bis 16. Oktober werden dafür auf dem Rosenberg rund um die Universität zahlreiche Regebogenfahnen als Zeichen des Pride-Monats gehisst. Alle Studierenden sind aufgefordert, sich aus Solidarität einen Rainbow-Pin anzustecken, die verschiedenen Anlässe stehen allen Interessierten offen.
Das Programm:
Heute Freitag, 9. Oktober zeigt das Kinok um 18.30 Uhr den Film «Sous la Peau», der die Transition Jugendlicher zum Thema hat. Nach der Vorführung stellt sich der Regisseur den Fragen des Publikums.
Am Mittwoch, 14. Oktober findet ab 19.30 Uhr die «Taste the Rainbow»-Party in der Grabenhalle statt.
Am Montag, 19. Oktober um 19.45 Uhr steht im Palace ein Abend mit Saiten-Kolumnistin Anna Rosenwasser auf dem Programm.
Am Donnerstag, 22. Oktober findet um 18.30 Uhr in der Aula der Universität eine Podiumsdiskussion statt. Thema: Meine Zeit @HSG als LGBTIQ*.
Für einzelne Veranstaltungen braucht es eine Anmeldung. Details auf unigay.ch
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