, 28. September 2018
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S‘ chonnt wieder öppis Neus

Die St.Galler Ständerätin Karin Keller-Sutter ist schon beinah gewählt – zumindest wenn es nach den Bundesrats-Prognosen der meisten Medien und auch des «St.Galler Tagblatts» geht.

Karin Keller-Sutter mit Hund Picasso (Bild: karin-keller-sutter.ch)

Eigentlich habe sie «keine ungelebten Träume», sagte Karin Keller-Sutter 2015 in einem HSG-Drei-Fragen-Interview. «Well wemmer nu träumt vergisst mer vilicht echli s Lebe. S Lebe isch jo schöö, es büütet vil Chance, wommer eifach mues gseh. Es chonnt immer mol wieder öppis, au wenn emol öppis nöd gglingt, chonnt wieder öppis Neus.»

Jetzt sieht alles danach aus, als würde das Neue gelingen. Karin Keller-Sutter gilt als «Kronfavoritin» (ein Wort aus feudalen Zeiten) für die Nachfolge von Bundesrat Johann Schneider-Ammann. Dass sie ihren Vorgänger in Sachen Dossiersicherheit, politisches Gespür und Auftretenskompetenz in den Schatten stellen wird, scheint sicher. Für welche Inhalte sie gemäss Selbstdeklaration steht und einsteht, lässt sich auf Smartvote nachlesen. Unter anderem für dies:

Mehrwöchiger bezahlter Vaterschaftsurlaub: nein

Staatshilfe für bessere Bildungschancen für Kinder aus ärmeren Familien: nein

Leistungskürzungen in der Sozialhilfe für Grossfamilien und junge Erwachsene: ja

Inklusion in der Schule: eher nein

Stimm- und Wahlrecht für Ausländerinnen und Ausländer auf Gemeindeebene: nein

Erleichterte Einbürgerung für die dritte Generation: nein

Legalisierung von Sans-Papiers: nein

Aufnahme von Kontingentsflüchtlingen: eher nein

Adoptionsrecht für Schwule: eher ja

Cannabis-Legalisierung: eher nein

Frauenquote in Verwaltungsräten: nein

Kündigungsschutz für Arbeiterinnen und Arbeiter ab 50 ausbauen: nein

Werbeverbot für Alkohol und Tabak: nein

Liberalisierung der Geschäftsöffnungszeiten: eher ja.

vollständige Liberalisierung des Strommarkts: ja

Ausstieg aus der Atomenergie: nein

CO2-Abgabe auf Benzin: nein

Moratoriumsverlängerung für gentechnisch veränderte Pflanzen: nein

Landschaftsinitiative: nein

Transparenz in der Parteienfinanzierung: nein

Präventive Überwachung von Post- oder Mailverkehr ausweiten: ja

Längere Haft statt Resozialisierung im Jugendstrafrecht: eher ja

Budget für Entwicklungshilfe: kürzen

Budget für Landesverteidigung: erhöhen

Budget für Umwelt und Raumordnung: kürzen.

Alle Antworten sind hier zu finden. Und so sieht eine solche Politik aus:

Mit der St.Galler Ständerätin Karin Keller-Sutter soll ab 2019 endlich wieder jemand für die Ostschweiz im Bundesrat sitzen.

Für die ganze Ostschweiz? Oder nur für jene, für die «s Lebe schöö isch und vil Chance büütet»?

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