Markus Tofalo, 18. November 2022 um 12:59 Uhr Seite 2016 ist viel passiert: - Die Schaffung eines Fonds für die Nationalstrassen und den Agglomerationsverkehr (NAF) ein Jahr später änderte die finanzielle Ausgangslage des Bundes drastisch. Plötzlich ist genug Geld vorhanden. - Der Klimawandel wurde inzwischen einer breiten Bevölkerung bewusst. Die Bewegung «Fridays for Future» und «Klimastreik Schweiz» entstanden erst Ende 2018. - Gegen das Reglement für eine nachhaltige Verkehrsentwicklung wurde vom Gewerbe, SVP, FDP und CVP (heute Die Mitte) die «Mobilitätsinitiative» eingereicht. Diese wurde 2018 an der Urne mit 69% Nein abgelehnt. - Die Zusammensetzung des Stadtparlaments hat sich 2020 geändert. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass Parteien, welche die Teilspange befürworteten, nicht auch deswegen Sitze verloren haben. - Auf Druck der beiden Initiativen des Vereins «umverkehR» wurde vom Stadtparlament ein Gegenvorschlag angenommen, welche die eingeschlagene Verkehrspolitik stützt - Die Testplanung zum Anschluss im Güterbahnhof hat aufgezeigt, dass der Autobahnanschluss am Güterbahnhof zu «zusätzlicher Versiegelung von Flächen zur Hitzeinsel-Bildung» beiträgt und die Verkehrsträger zulasten «des Fuss- und Veloverkehrs sowie des öffentlichen Verkehrs» verschiebt, «was den Zielen des städtischen Mobilitätskonzeptes 2040» zuwiderläuft. Es konnte «keine Lösung für eine qualitative städtebauliche Integration des Anschlusses Güterbahnhof (...) gefunden werden.»
Marcel Baur, 14. November 2022 um 13:00 Uhr Ich stimme David zu. Es bleibt aber eine Frage offen. Was passiert wenn die Stadtbevölkerung via Abstimmung Nein zum Anschluss sagt? Legen Bund und Kanton das Vorhaben dann auf Eis? Oder ziehen sie es trotzdem durch? Wäre dies der Fall, übernehmen die beiden die Kosten für die flankierenden Massnahmen? Oder verhindern sie eine städtische Abstimmung bereits im Vornherein, indem sie den Kostenanteil unter 3 Millionen halten? Das Versprechen einer städtischen Abstimmung ist äusserst vage. Es ist auch nicht klar, wie eine Abstimmungsfrage formuliert ist. Geht es nur um den städtischen Anteil? Oder erlaubt man der Stadtbevölkerung das Projekt gleich als Ganzes zu beerdigen? Angesichts der Interpretation der Abstimmungsfrage aus dem Jahr 2016 kann man sich hier auf nichts verlassen. Es bleibt nichts anderes übrig, als konsequent und an allen Fronten gegen das Vorhaben zu kämpfen.