Du wirst nicht glauben, was dich in diesem Heft erwartet! Saiten 2022 – unabhängig, dynamisch und innovativ! Bei uns hat alles Platz, vom Jazz- Gedicht über Stadtpolitik bis zum Blick in die Region. Pures Lesevergnügen für zuhause und in der Beiz. Lass dich überraschen von unserem Full-Service-Magazin und glänze in jeder Runde mit hottem Kultur-Gossip und Insider-Tipps aus dem Kalender. Jetzt zugreifen – frisch aus dem Druck und jederzeit online!
So hätten wir dieses Heft auch anpreisen können. Aber wir schmeissen natürlich nie so gut mit Plattitüden um uns wie die Werbeprofis. Vielleicht haben wir drum noch nicht die 5000 Abonent:innen, von denen wir seit Jahren träumen? Aber zurück zum Thema: Werbung. Sie ist allgegenwärtig in unserem Alltag. Wo wir hinkommen, wollen uns Plakate ein besseres Lebensgefühl verkaufen, wollen uns Bildschirme in ihre heile Welt ziehen, wollen Influencerinnen unsere Bedürfnisse triggern. Wir sollen eine Beziehung zum Produkt aufbauen, uns damit identifizieren. Und das gilt nicht nur für Konsumgüter. Auch Parteien und Verbände, NGO’s und Behörden fahren fleissig Kampagnen.
Unsere werte Gallenstadt setzt neuerdings auch voll auf Standortmarketing, das sei bitter nötig, heisst es, damit nicht noch mehr Leute abwandern und in «Boutique-Town» wieder das Leben sprudelt und nicht nur der Zapfhahn. 400’000 Franken hat das Stadtparlament dafür springen lassen. Herausgekommen ist eine Auswahl von Stichworten und ein leerer Rahmen, den die Geschäfte und Einheimischen nun mit Inhalten füllen sollen, Hauptsache, sie vergessen das Präfix «SANKT» nicht, das Herz dieser Corporate Identity. Sankt Herzlichkeit, Sankt Punk, Sankt Afterwork, Sankt Wetterfest, Sankt undsoweiter…
Die Kampagne wurde kontrovers diskutiert, auch in der Saiten-Redaktion, und hat längst auch subversive Blüten getrieben. Sie ist der Aufhänger für dieses Werbeheft. Peter Surber hat mit Oliver Forrer und Roman Burch, den Machern der Standortkampagne gesprochen. Matthias Fässler steuert seine kritischen Gedanken dazu bei und zieht Vergleiche zu Niklaus Meienbergs Stadtmarketing-Bashing in den 80ern. Veronika Fischer beschreibt, wie die Werbung mit Liebe und Angst ihr Geschäft macht, Philipp Bürkler blickt nach Genf, wo Reklame im öffentlichen Raum bald verboten werden soll, und Ralf Bruggmann beschreibt, was ein guter Werbetext ist. Dazu ein Aufruf an alle Werbeopfer unter euch (no worries, ihr seid nicht allein) und eine Bildstrecke mit wunderbar abstrusen Inseraten von Comiczeichnerin Julia Kubik.
Ausserdem im Januarheft: die ultimative Auslegeordnung samt Listicle zur staatlichen Medienförderung, über die wir am 13. Februar abstimmen, neue Musik von alten und jungen Rockern, die Flaschenpost aus Mogadischu und das Heimspiel 2021/22.
Corinne Riedener
Reaktionen/PositionenViel geklicktNebenbei gay von Anna RosenwasserWarum? von Jan RutishauserIn eigener SacheInklusion I, Inklusion IIRedeplatz mit Fabienne Klauser
Die «Sankt»-Kampagne des St.Galler Standortmarketings gefällt und provoziert – Oliver Forrer und Roman Burch von der Agentur FORB haben sie erfunden. Das Interview. Von Peter Surber
Heiliger Bimbam: Was «Sankt» verpasst und verschweigt – und wie Niklaus Meienberg in den 80-Jahren über St.Gallen und sein Stadtmarketing hergezogen hat. Von Matthias Fässler
Wer Kinder und Familie hat oder die grosse Liebe sucht, entkommt der Werbung und ihren Versprechungen nicht. Eine Kritik am Geschäft mit Liebe und Angst. Von Veronika Fischer
Reklame ist allgegenwärtig – immer aufdringlicher auch mit digitalen Screens im öffentlichen Raum. Städte wie Genf verbieten jetzt kommerzielle Werbung. Ein Vorbild für St.Gallen? Von Philipp Bürkler
Was ist ein guter Text? Vor allem kurz muss er sein, sagen Werbeprofis. Vier Wörter sind gut, aber vielleicht genügen ja drei. Just do it! Ein Blick in die Sprache der Reklame. Von Ralf Bruggmann
Pflanzen? Designermöbel? Velozubehör? Unterwäsche? Städtereisen? Sneakers? Was ist deine «Achilles-Werbung» und wieso? Die Saitenfrage an alle Werbeopfer.
Illustrationen: Julia Kubik
Alltag im Land ohne Staat: die Flaschenpost aus der somalischen Hauptstadt Mogadischu. Von Anna Lemmenmeier
Auslegeordnung zum staatlichen Medienförderungspaket, über das im Februar abgestimmt wird. Von Corinne Riedener
Schweizer Rockpioniere: Stefan Künzlis Buch macht sich auf Spurensuche in den rebellischen Gründerjahren. Die Ostschweiz spielt darin eine wichtige Rolle. Von Pius Frey
Nebennieren und Tintenkleckse und ein untergegangenes Spital: Das Rorschach-Heft 2021 befasst sich mit der Medizingeschichte der Hafenstadt. Von Roman Hertler
Choose The Juice sind Band-XOst-Sieger 2021. Lieber als schubladisieren lassen sich die Fünf aus SG und AR treiben. Ein Besuch im Proberaum. Von Rosie Hörler
Franz Fedier, Wegbereiter der Abstraktion: Wer den Urner Künstler bisher nicht kannte, lernt ihn im Kino kennen – aus dem Blickwinkel seiner Enkelin. Von Corinne Riedener
Kurz, direkt, ansteckend: So sind die Jugendbücher aus dem Werdenberger Verlag da bux, unter anderem eine Pandemie-Story von Severin Schwendener. Von Karsten Redmann
Eine Lehrerin gibt schlechte Noten, die Eltern rebellieren, der Klassen-Kampf eskaliert: Das Theater St.Gallen spielt «Frau Müller muss weg». Von Viviane Sonderegger
Alle drei Jahre ist Heimspiel: Die Kunstschau macht mit 81 Ausgewählten in St.Gallen, Appenzell, Dornbirn und neu in Glarus Station. Von Sandra Cubranovic
Kulturparcours: DAIFs «ficked eu alli», Jazz auf Raumsuche, Paula im Anmarsch und Scharfzüngiges von Alfonsina Storni
Abgesang
Kellers GeschichtenPfahlbauerComic
Tunneleröffnung
Das musste ja so kommen! Es konnte nicht bei einem bleiben. Zum Glück! Jetzt gibt es das zweite grosse, schwere Psychobuch von Beni Bischof. Darin verwirbelt der Künstler erneut Eigenes, Fremdes, Befremdliches, Bekanntes, Neues, Unkenntliches mit lockerer Hand, Humor und Hintersinn.
Die Sonderausstellung «Baustelle Erinnerung / ‹Hitler entsorgen› – Arbeiten am belasteten Erbe» im Vorarlberg Museum in Bregenz beschäftigt sich damit, wie ein verantwortungsvoller Umgang mit Gegenständen aus der NS-Vergangenheit aussehen kann. Ausserdem berät das Museum Privatpersonen, die solche Gegenstände besitzen.
Forrer Stieger Architekten gelingt mit dem Dreifachkindergarten und der Tagesbetreuung im Heiligkreuzquartier in St.Gallen die Quadratur des Kreises.
Es geht um uns Menschen und unser sonderbares und verheerendes Verhalten. «Humans» heisst die grosse Einzelausstellung des Ostschweizer Künstlers Olaf Breuning. Viele Arbeiten sind speziell für die Schau im Museum Allerheiligen in Schaffhausen entstanden.
In Wil fand am Wochenende das Rock am Weier statt. Seit 25 Jahren gibt es das Festival, und trotz inzwischen grösserer Namen ist es immer noch kostenlos. Ein Verein organisiert es nicht-profitorientiert und fördert regionale Acts. Unsere Autorin ist an den Ort ihrer musikalischen Sozialisation zurückgekehrt. Eine Reportage.
Kolumne: 24/7 Traumacore
Ausstellung im Museum Rosenegg
Kabarett in Herisau
Debatten um Machismus, Deepfake-Pornos, häusliche Gewalt und Femizide sind beinahe alltäglich. Was können Männer gerade tun, wenn sie unter Generalverdacht geraten? Frauenhausleiterin Katja Hämmerli Keller, Florance Hildebrand vom feministischen Streikkollektiv Thurgau und Manuel Benjamin Lehmann vom Forum Mann diskutieren Lösungsansätze.
Kommentar zur SVP-Chaosinitiative
Das AFO, das Architektur Forum Ostschweiz, diskutiert und vermittelt seit 30 Jahren Baukultur. Am kommenden Freitag wird das Jubiläum gefeiert und die neuste Artikelserie der guten Bauten als Buch präsentiert.
Minasa bekommt also doch Geld aus dem Lotteriefonds: Der Kantonsrat hat dem von Saiten und Thurgaukultur.ch aufgebauten Projekt, das den grössten Veranstaltungskalender der Ostschweiz ermöglicht, die Finanzierung für drei weitere Jahre gesichert.
Inna Shevchenko fragt im Dokumentarfilm Girls and Gods, ob die monotheistischen Weltreligionen mit Feminismus vereinbar sind. Auf der Suche nach Antworten begegnet sie widersprüchlichen Theorien und mutigen Frauen. Und bleibt nicht nur stille Beobachterin.
In eigener Sache
Abstimmungskommentar zur SVP-Chaosinitiative
Theateraufführung
Kolumne: Heppelers Bestiarium
Ein paar Federn, ein angeknabberter Tannenzapfen, ein Stück Plastik: Tiere und Menschen hinterlassen Spuren. Diesen widmet das Naturmuseum St.Gallen seine aktuelle Sonderausstellung «Spuren – Fährten, Frass und Federn».
In einer neuen Ausstellung wagt sich das Kunstmuseum Thurgau in der Kartause Ittingen an eine Neuvermessung des Verhältnisses von Kunst und Religion.