Das Jahresthema heisst Quelle. Das ist einerseits die Rückkehr zum Anfang wie auch Ausgangspunkt für Neues und symbolisiert so die Ausrichtung des Festivals auf Alte wie Neue Musik und audiovisuelle Kunst. Im Fokus steht unter anderem der britische Komponist Christian Mason, der einer neuen Generation junger Komponist:innen angehört. Am Eröffnungstag, dem 17. Mai, wird sein aussergewöhnliches Auftragswerk für Glasharfe (des diesjährigen Instruments im Fokus), singende Säge, Gitarre und Mezzosopran uraufgeführt. Das Eröffnungskonzert «Aller Anfang» spielt Glasharfenistin Anna Trauffer. Sie wird von Lochkartenspieluhren, Zither und Kontrabass begleitet.
Mit derselben Freude am Experiment gehts weiter im Programm. Im elektro-akustisch-visuellen Konzert «Hölderlins Madness» widmen sich Christian Mason, das Explore Ensemble und das SWR Experimentalstudio den Seelenlandschaften von Friedrich Hölderlin und der zeitlosen Natur romantischer Dichtkunst. In «Silenced Voices» kehrt die Geigerin Desirée Ruhstrat mit ihrem Black Oak Ensemble zu ihren Wurzeln zurück, ihre Familie lebte und lebt seit Generationen in Grabs. Gemeinsam mit Anna Trauffer und Peter Conradin Zumthor spielen sie Werke junger jüdischer Komponist:innen, die in Konzentrationslagern ermordet wurden. Ergänzt wird dieses Konzert um ein Stück, dem das rhythmische Quellensprudeln anzuhören ist und das der jugendliche Schweizer Musiker Noël Engel eigens für die Schlossmediale komponiert hat.
Ein weiteres Highlight ist zum Beispiel die «Znachtmusik» für Gaumen und Ohr, bei dem der ehemalige Schauspieldirektor des Theaters St.Gallen, Jonas Knecht, Regie in der Küche und auf dem Parkett führt. Und am Abend darauf beehrt das legendäre Baltimore Consort die Schlossmediale Werdenberg. Das «ungestüme Sextett», das sich seit der Gründung anfangs der 1980er-Jahre auf Alte und Renaissance-Musik spezialisiert hat, entführt mit «The Food of Love» in das Zeitalter Shakespeares. Ausserdem im Fokus steht der vielgereiste Berner Künstler Zimoun, der auf dem Schloss grossflächige Klanginstallatio- nen mit selbstgebauten Apparaturen errichtet. Dies und vieles mehr gibts an der 12. Schlossmediale, die heuer zum letzten Mal unter der Intendanz von Mirella Weingarten stattfindet.
Die St.Galler Regierung spart gegen ihren Willen weitere 60 Millionen Franken ein und rechnet für 2027 mit einem Plus von 55 Millionen Franken. Kulturelle Arbeit wird dabei weiter prekarisiert – mit einer grossen Ausnahme.
Ausstellung
Die alten Fabrikhallen sind aus Winterthurs Kulturleben nicht mehr wegzudenken. Sie wären aber nichts ohne engagierte und gut vernetzte Menschen. Saiten konnte auf Einladung des Kulturmagazins «Coucou» einige von ihnen treffen. Ein kleiner Stadtrundgang
Das Konzert und Theater St.Gallen zeigt eindringlich auf: Femizide existieren in der Schweiz noch immer im ungeheuren Ausmass. Die Inszenierung von Corinna von Rad setzt auf das Groteske in Georg Büchners Woyzeck und feierte am Samstag Premiere im Grossen Haus. Eine Produktion für «jeder-Mann»!
Viel Energie und noch viel mehr Punk gibts auf dem neuen Album Now To Ruin der Thurgauer Band S.G.A.T.V.. Getauft wird am 1. Oktober im Winterthurer Kraftfeld. Saiten hat vorab reingehört.
Wie können wir unseren Konsum nachhaltiger gestalten? In «Next Relations – Zukunft gestalten» zeigt das Gewerbemuseum Winterthur anhand von Arbeiten von Studierenden mögliche Ansätze. Eine anspruchsvolle Schau, die Hoffnung macht.
Ein Schrebergarten wird im neuen Roman Verteidigung eines Gartens von Christina Walker zum Zufluchtsort. Darin lässt die Vorarlberger Autorin vielschichtige Charaktere ebenso aufblühen wie Apfelbaum und Johannisstrauch.
Der Kanton St.Gallen hat Kunst- und Kulturschaffende zur jährlichen Kulturkonferenz nach Wil eingeladen. Spielerisch wurde versucht, die Ausrichtung der Kulturförderung zu klären und Möglichkeiten der neuen Kulturstrategie zu diskutieren. Doch die zentrale Frage blieb offen: Wie stark kann die Kulturszene den Inhalt der Strategie tatsächlich mitbestimmen?
Wer als Erntehelfer:in in der Schweiz arbeitet, tut dies in einer rechtlichen Grauzone. Das nützt vor allem einem System, das weder die Landwirt:innen noch die Konsument:innen im Alleingang ändern können. Ausserdem im Oktoberheft: zehn Jahre Unterwasser, eine Flaschenpost aus Halle (Saale), Kunst zum Thema Männlichkeit, Musik von The Black Salt und natürlich der Bücherherbst – mit neuer Literatur von Ostschweizer Autor:innen.
Human Human spielen melancholischen und fragilen Indie-Pop, der trotzdem warm und lichtdurchflutet ist. Das St.Galler Duo hat jetzt seine erste EP veröffentlicht und tritt am Wochenende gleich zweimal im Bahnhof Bruggen auf – erstmals mit einer Band.
Kommentar zur Beratung der Inklusionsinitiative im Nationalrat
1976 lässt sich Gerd Zikeli in der evangelischen Kirchgemeinde St.Gallen-Straubenzell zum Pfarrer wählen. Drei Jahre später wird er als gut vernetzter Holocaust-Leugner und Vorstandsmitglieder der ersten Neonazigruppe der Schweiz enttarnt. Heute beobachtet er Laufenten.
Bildhauer Peter Kamm haut keine Steine mehr im Atelier. Trotzdem entstehen neue Skulpturen, die aktuell in Steckborn zu sehen sind. Wie geht das?
In vielen Ausserrhoder Dörfern klapperten früher Webstühle und später Stickmaschinen. Inzwischen sind sie alle verstummt. Der Film Das Ende einer Ära porträtiert die Sticker Walter Sonderegger Senior und Junior aus Rehetobel und setzt der Branche ein Denkmal.
Der Schweizer Filmemacher Kaspar Kasics überlässt in seinem neuen Film Das unendliche Jetzt Menschen, die mit Demenz leben, die Bühne. Ein Experiment mit einem aussergewöhnlichen Storytelling, auf das es sich einzulassen lohnt.
Die Schweizer Rocklegenden Krokodil haben kürzlich ihr neues Album Beyond The Eye veröffentlicht. Ur-Krokodil Düde Dürst schwärmt von der Energie der 2019 wiederbelebten Band – und hat noch lange nicht genug. Am Freitag spielen sie in der Grabenhalle.
24/7 Traumacore
Kunst in Oberuzwil
Musik
Patrick Kessler erhält den Ausserrhoder Kulturpreis 2026. Der Kontrabassist, Klangkünstler und Kurator aus Gais reist mit alten Lautsprechern nach Wien und Hanoi, tritt mit Insekten in einen musikalischen Dialog und findet seine wichtigsten Lektionen nicht unbedingt an Hochschulen.