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Sechs Werkbeiträge, hohe Frauenquote

Die Stadt St.Gallen vergibt jedes Jahr sechs Werkbeiträge in der Höhe von 10‘000 Franken. 2018 werden unter anderem Projekte der Malerin Rachel Lumsden, des Panorama Dance Theater und der Musikerin Vanessa Engensperger (Hopes&Venom) unterstützt.
Von  Redaktion Saiten
«Dyslexia» (2012), Publikation von Salome Schmuki, die einen von sechs Werkbeiträgen der Stadt St.Gallen erhält. (Bild: pd)

Im Interview mit Noisey antwortete Vanessa Engensperger aka Hopes & Venom auf die Frage, warum sie sich für die Musik als Beruf entschieden hat: «Ich konnte einfach nicht anders. Alles andere, was ich versucht habe, hat mich wahnsinnig unglücklich und verzweifelt gemacht. Ich habe über vier Jahre hinweg drei verschiedene Studiengänge angefangen.»

Sie ist mit Jahrgang 1990 die jüngste Werkbeitrags-Preisträgerin der letzten 20 Jahre. Nach dem zweiten Platz am lokalen Bandwettbwerb bandxost 2013 mit Hopes & Venom (noch als Duo) konzentriert sie sich auf ihre Musikkarriere, vernetzt sich, spielt am Open Air St.Gallen oder am wichtigsten Post-Rock-Festival der Schweiz, am Bergmal in Zürich. Sie arbeitet als Produzentin, Sängerin, aber auch mit Video-Arbeiten. Mit dem Werkbeitrag will sie die Live-Umsetzung ihres kommenden Albums entwickeln, ausbauen und aufwändigere Videoarbeiten realisieren. Mehr zu Hopes & Venom und ihrer Videopremiere am 27. April gibt es im Aprilheft von Saiten.

Am Anfang des ebenfalls mit einem Werkbeitrag geförderten Projekts der vielfach preisgekrönten Malerin Rachel Lumsden (1968) stehen drei Fragen: Wie können grosse Gemälde die gleiche Spontaneität, Leuchtkraft und Unmittelbarkeit erreichen? Wie kann das Bildliche an den Rand der Auflösung und Verdampfung getrieben werden? Wie kann das Sehen eine neue Qualität erreichen? Nachdem sich Lumsden auf kleine Formate konzentriert hat, will sie sich nun mit der Übersetzung der Werke in ein grösseres Format beschäftigen. Ein Projekt, welches auch den künstlerischen Prozess sichtbar macht. Sie experimentiert am Bild und mit Techniken, immer wieder tauchen auch Bezüge zu aktuellen gesellschaftlichen Diskursen in ihrer Arbeit auf.

Nahe an der Gegenwart spielt auch das geplante Projekt des Panorama Dance Theater (Ann Katrin Cooper und Tobias Spori). Für die Entwicklung eines performativen Tanzstücks mit dem wunderbaren (Arbeits-)Titel Green, Green Grass of Home begeben sich Cooper und Spori auf Spurensuche und kreisen um Vorstellungen von Heimat. Dafür recherchieren sie Lebensgeschichten, gehen in Gärten und Wohnhäuser, fragen nach Gerüchen, Worten, Songs, die die Befragten mit Heimat assoziieren.

Weiter unterstützt werden gemäss Medienmitteilung der Stadt die Malerin Claudia Keel, für «ihre unermüdliche Suche nach dem idealen Abbild des Innersten», Kathrin Rieser – die sich zwischen Bildender Kunst, Theater, Figurentheater und Performance bewegt – für ihr erstes Solo-Strassen-Projekt «El teatrito – das kleine Theater», sowie die Künstlerin Salome Schmuki, die sich in ihrer Arbeit mit Schrift und dem Lesevorgang beschäftigt und mit dem Werkbeitrag neue Experimente in der Schriftgestaltung eingehen und dazu Arbeiten in verschiedenen Medien entwickeln will.

Figur von Kathrin Rieser. (Bild: pd)

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