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Seldwyla beim Bahnhof

Es war der Schildbürgerstreich des Jahres, verantwortlich war die Direktion Bau und Planung und vielleicht kostete das Debakel die SP sogar einen Stadtratssitz.
Von  Andreas Kneubühler

Gemeint sind die fehlenden Rampen oder Lifte auf der einen Seite der westlichen Bahnhofsunterführung.

Für die Behörden komplett überraschend, wollten Zugs-Passagiere nicht bis 2015 warten, bis sie die Koffer nicht mehr die Treppen hoch und runter tragen müssen.

Auch Leute mit Kinderwagen oder in Rollstühlen schienen schlecht zu akzeptieren, dass sie in der Unterführung halt ein bisschen unerwünscht sind.

Kurz gesagt: Die Realität kollidierte ziemlich heftig mit den Papierkonzepten der Planer.

Die Folge waren seitenweise empörte Leserbriefe.

Es war noch Stadträtin Elisabeth Beéry, die im Oktober 2012 ankündigte, man werde nun schnell handeln.

Wobei: schnell?

Gemeint war nicht, dass am nächsten Tag der Presslufthammer loslegt.

Bis 2014 werde ein Lift eingebaut, versprach Beéry.

Nun hat die Direktion zwar eine neue Stadträtin – aber sonst scheint alles beim Alten.

Heute wurde im «Tagblatt» informiert, dass es mit Liften und dergleichen wohl noch bis Ende 2014 dauern werde. Der Satz von Christian Hasler vom Tiefbauamt bringt das ganze Unverständnis auf den Punkt. Er sagte dem «Tagblatt»: «Wir wollen den Fächer ganz weit öffnen und alles anschauen, was theoretisch möglich wäre».

Den Fächer öffnen?

Alles anschauen?

Und bis dann sollen gefälligst Koffer geschleppt werden? Und die Rollstuhlfahrer sollen bleiben wo sie sind?

Es ist zwar nur eine Nebenfrage. Aber trotzdem: Was haben denn die Planer bisher gemacht?

Die Hauptfrage lautet natürlich: Wieso reagiert man nicht sofort? Beispielsweise mit einem Provisorium?

Hier ein Vorschlag zur Güte aus dem Alltag ausserhalb von St. Parkplatz:

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Carlo,  

Dein Vorschlag ist doch viel zu billig. Alles um den Bahnhof muss vergoldet werden. Ist doch das Tor und die Visitenkarte der Stadt. Ob das für Schönbüelstrasse, Splügenstrasse, Kreuzbleiche oder im Bild auch gilt? Oder für Rorschacher-, Zürcher-. Teufenerstrasse, Langgasse? Was könnte man allein für die Kosten dieses Lifts Radwege ausbauen, Quartierplätze gestalten, Schulwege sichern etc.? Das Bauamt ist überdotiert. Bauen hat einen zu hohen Stellenwert. Bauen absorbiert zu viele Ressourcen.

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