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Sieben mal sieben

Woran denkt ihr, wenn ihr «Geld für Alle!» hört? An eine sozialistische Vision? An das bedingungslose Grundeinkommen? An Égalité? Daran, dass in der Geschichtsstunde vor Jahren der Lehrer erzählt hat, dass nach dem Krieg jeder Deutsche gleich viel Geld in die Finger gedrückt bekommen habe und nach einigen Monaten die einen es vermehrt hatten und […]
Von  Andrea Kessler

Woran denkt ihr, wenn ihr «Geld für Alle!» hört? An eine sozialistische Vision? An das bedingungslose Grundeinkommen? An Égalité? Daran, dass in der Geschichtsstunde vor Jahren der Lehrer erzählt hat, dass nach dem Krieg jeder Deutsche gleich viel Geld in die Finger gedrückt bekommen habe und nach einigen Monaten die einen es vermehrt hatten und die anderen wieder auf Grund gelaufen waren? (Möglicherweise verstümmelt diese Version die Realität entsetzlich; falls jemand sagen kann, wie herum die Geschichte stimmt, freue ich mich auf Infoaustausch.) Denkt jemand bei der Forderung «Geld für Alle!» an Kunst?

Doch genau das ist die Frage, auf die die Ausstellung im Nextex Antworten sucht. Es geht dabei nicht um die wirtschaftliche Überlegungen, wie mit Kunst Geld gemacht wird, sondern um die Idee, das Kunst selber eine Währung ist.

Initiiert hat das Projekt der Basler Johannes Burr. Der Künstler der in Berlin, Moskau und London studiert hat und heute in Berlin wohnt, verfolgt die Idee seit mehreren Jahren. Angefangen hat es schon, als er noch an der Kunstakademie studierte. Einen Film ohne Geld, über Geld wollte er machen, der dann vieles einspielen sollte. «Das liess sich nicht realisieren», lachte Burr an der Vernissage gestern im Nextex.

2006 war die Geburtsstunde des Kreditkoffers. Burr machte sich selber zur Bank und übergab seinen Kreditkoffer, ausgestattet mit allem technisch Nötigen, demjenigen, der bereit ist diesen Kredit anzunehmen – mit allen Bedingungen die vertraglich festgelegt sind. Sieben Tage hat der Kreditnehmer Zeit die Aufgabe zu lösen und muss dann den Koffer weitergeben. Sieben Mal wandert er und kehrt dann zu Burr zurück. Sechs Mal war der Koffer schon unterwegs. In Basel, in Berlin, in Brasilien und Polen. Die Sieben voll, macht nun St.Gallen.

Sieben Kettenfilme mit fast 49 «Einzelteilen» sind seit 2006 unter dem Titel «Kredit #1-7» entstanden. Die Rückzahlung des Kreditkoffers missglückte nur zwei Mal. Einmal in einem Asylheim, weil einer der Teilnehmer überraschend versetzt wurde und einmal in Brasilien, da dort die sieben Tage grosszügiger interpretiert wurden und Burrs Aufenthalt nur drei Monate dauerte. In St.Gallen klappte es reibungslos und jetzt bilden die sieben Videos das Herz der Ausstellung «Geld für Alle!». Per Kopfhörer kann man sich in die Geschichten und Antworten der Teilnehmerinnen und Teilnehmer versenken und gleichzeitig seinen eigenen Gedanken nachhängen.

Zentral ist Burr – wie auch dem Nextex, dessen Räume diskursiv genutzt werden sollen – die Interaktionen zwischen den Teilnehmern, die im Kabelsalat der sieben schwarzen TV-Kisten mit den sieben DVD-Playern und den sieben Kopfhörern für die Besucher nur erahnbar sind. Das ist ein bisschen wie mit den Geldscheinen in unseren Portemonnaies.

Die Antworten auf die Frage «Was ist Kunst» sind bis zum 5. Juli im Nextex zu hören und zu sehen. An einer breitangelegten Veranstaltungsreihe werden weitere Antworten zwischen Kunst und Ökonomie gesucht, ob im in Zusammenarbeit mit anderen Künstlern, wie den Riklins oder der Wiener Künstlergruppe «Wochenklausur», oder im Kinok, das eine Reihe dazu auf die Beine gestellt hat. Die Filme stehen auch hier nie alleine, sondern sind samt und sonders in Gespräche eingebettet. Wohin man blickt: Es geht immer um Austausch.

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Nach Jahr­zehn­ten tref­fen sich Eva und Franz wie­der. Bei­de im fort­ge­schrit­te­nen Al­ter. Viel ist pas­siert und doch ist da noch Zu­nei­gung. Schwind­lig heisst der neue Ro­man der Ost­schwei­zer Au­torin Chris­ti­ne Fi­scher, in dem viel­schich­ti­ge Cha­rak­te­re auf fei­nes Sprach­ge­fühl tref­fen. 

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Neu­start für Me­ter und Off­cut

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Heftvorschau 09/26
Luzern Winti St.Gallen, Neonazipfarrer, A(nita) bis Z(immermann)

Drei Kul­tur­ma­ga­zi­ne tun sich zu­sam­men, ver­glei­chen ih­re Städ­te und die Her­aus­for­de­run­gen, de­nen die Kul­tur ge­gen­über­steht. Sai­ten hat die Kol­leg:in­nen vom «Coucou» in Win­ter­thur be­sucht und das «Null41» war in St.Gal­len zu Be­such. Aus­ser­dem im Sep­tem­ber­heft: lau­ter Ju­bi­lä­en – von Ani­ta Zim­mer­mann über das Fi­gu­ren­thea­ter bis zur Mu­se­ums­nacht –, ein Pfar­rer auf brau­nen Ab­we­gen, ei­ne Fla­schen­post aus Af­gha­ni­stan und ein In­ter­view zum Hit­ze­som­mer und dem Kli­ma­wan­del.

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Mehr Di­ver­si­tät, mehr Durch­mi­schung

An sei­ner ers­ten Pres­se­kon­fe­renz als Lei­ter der St.Gal­ler Kel­ler­büh­ne schil­dert Hü­sey­in Cir­pi­ci sei­ne Ein­drü­cke der Stadt und ver­rät, was das Pu­bli­kum un­ter sei­ner Re­gie er­war­tet.

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Nach zehn Jah­ren in der Schweiz woll­te sich Sa­mi­ra Ra­him mit ih­rer Fa­mi­lie ein­bür­gern las­sen. Die zahl­rei­chen bü­ro­kra­ti­schen Hin­der­nis­se und die ho­hen Kos­ten brach­ten die Fa­mi­lie zeit­wei­se fast da­zu, auf­zu­ge­ben.

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Ber­lin­gen hat ei­ne neue Me­tho­de der In­ter­es­sen­ab­wä­gung ent­wi­ckelt: ei­ne Ana­ly­se des Orts­bilds als Grund­la­ge, um die wert­vol­le Bau­kul­tur zu er­hal­ten und gleich­zei­tig die In­nen­ent­wick­lung vor­an­zu­brin­gen. Nun steht die Ver­an­ke­rung in der Orts­pla­nung an.

Von  Rahel Lämmler
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Nach dem Rück­tritt von Pe­ter Jans: Das Ren­nen um den va­kan­ten Stadt­rats­sitz ist er­öff­net

SP-Mann Pe­ter Jans tritt En­de Ju­ni 2027 aus der St.Gal­ler Stadt­re­gie­rung zu­rück. In sei­ner Par­tei star­tet die Su­che nach ei­ner Nach­fol­ge mit ei­nem kla­ren Fa­vo­ri­ten. Bei den Bür­ger­li­chen sind Schmie­de für ei­ne gros­se Al­li­anz ge­fragt.

Von  Reto Voneschen
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Von  Peter Surber
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In den Wald hin­ein

Der Dra­ma­ti­ker An­dre­as Sau­ter liest am 27. Au­gust im Li­te­ra­tur­haus Thur­gau aus sei­nem un­fer­ti­gen Ma­nu­skript Ein­bruch der Wild­nis. Im Zen­trum des Werks steht die Fra­ge, was es für ei­nen ge­sell­schaft­li­chen Wan­del braucht.

Von  Vera Zatti
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«Ich bin mir voll­kom­men fremd, wenn ich nicht schrei­be»

Die deut­sche Fil­me­ma­che­rin Re­gi­na Schil­ling bringt zum 100. Ge­burts­tag von In­ge­borg Bach­mann Je­mand, der ein­mal ich war ins Ki­no. Der Do­ku­men­tar­film ver­knüpft gross­ar­ti­ge Ar­chiv­auf­nah­men mit fik­tio­na­len Sze­nen aus dem letz­ten Le­bens­jahr der Dich­te­rin zu ei­nem zu­gäng­li­chen Plot.

Von  Eva Bachmann
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Zu Be­such in der El-Hi­da­je-Mo­schee 

Die SVP macht seit Wo­chen Stim­mung ge­gen die ge­plan­te neue Mo­schee der al­ba­nisch-is­la­mi­schen Ge­mein­schaft El-Hi­da­je in St.Gal­len. An­läss­lich ei­nes öf­fent­li­chen Rund­gangs der SP stell­ten die Ver­ant­wort­li­chen das Pro­jekt vor – und räum­ten mit vie­len Vor­ur­tei­len auf.

Von  David Gadze
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Von  David Gadze
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