, 25. Juni 2020
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Sklaverei, made in St.Gallen und Augsburg

Zu Ehren von George Floyd und als Appell gegen Rassismus hat das Schauspielensemble des Theaters St.Gallen am Mittwochabend den Theater-Container in der Altstadt mit einer Schweigeaktion zur Politbühne gemacht. Samt St.Galler Querbezügen.

8 Minuten und 46 Sekunden – das scheint unendlich lang, auch wenn man bequem sitzt. 8 Minuten 46 Sekunden: So lange dauerte das Martyrium von George Floyd am 25. Mai in Minneapolis. 8 Minuten und 46 Sekunden stehen, sitzen oder knieen die Schauspielerinnen und Schauspieler gemeinsam mit dem Publikum am Ende des Auftritts, schweigend, mitten drin ein Transparent mit der Parole «Erkennen Benennen Bekämpfen: No Racism».

Fussgänger, ab und zu ein Auto, Velos: Der Platz vor dem St.Galler Stadthaus ist keine meditative Ecke. Aber in diesen langen Minuten ist es still, der Ernst der Schweigeaktion überträgt sich auf die meisten Passantinnen und Passanten – auch wenn kaum eine und einer stehenbleibt.

(Bilder: Corinne Riedener)

Die Aktion des fast vollzähligen Schauspiel-Ensembles dürfte als explizit politischer, kollektiver Auftritt in der jüngeren Geschichte des Theaters erstmalig gewesen sein. Sie reiht sich dafür ein in die imposante und immer stärker werdende Protestbewegung gegen jene Auswüchse rassistischer Polizeigewalt, die zum Mord an George Floyd geführt haben.

Alles ganz weit weg, in den USA? Nein, sagt die Protestbewegung. Und Schauspieler Frederik Rauscher bringt an diesem Abend die Fakten dazu.

Letzte «Reisen im Kopf» im Theatercontainer: 26. Juni 12.30 Uhr und 18 Uhr, 27. Juni 14.30 Uhr bis 17 Uhr

theatersg.ch

Rauscher hat nach rassistischen Spuren in seiner Heimatstadt Augsburg und in seiner Arbeitsstadt St.Gallen geforscht. Beides Städte, die barocken Reichtum bis heute zur Schau stellen, Städte voll von Zeugen früherer Weltgeltung. Das gilt vor allem für Augsburg; bei den dortigen Handels- und Bankendynastien der Fugger und Welser waren die meisten europäischen Feudalherren bis hin zu Kaiser Karl V. verschuldet.

Wie sich die Staaten ihre Kredite finanzierten, erzählt Rauscher am Beispiel des aus St.Gallen stammenden Handelsherren Hieronymus Sailer. Dieser arbeitet schon früh für die Welser, hat aber auch enge Beziehungen zu seiner Heimatstadt und zu Vadian. 1528 schliessen er und Heinrich Ehinger die fatalen Verträge mit der spanischen Krone über die Kolonisation Venezuelas und den Kauf von 4000 Sklaven.

Der «Big Deal» im Betrag von 20’000 Dukaten oder heute rund 3,4 Millionen Schweizer Franken ist, wie Rauscher nachzeichnet, eines der frühen Schlüsselereignisse der Sklavenausbeutung und des kolonialistischen Dreieckshandels. Augsburg, aber auch St.Gallen zählen als Handelsmetropolen damit nicht nur zu den Profiteuren, sondern zu den Strippenziehern der Kolonialgeschichte.

Dass viele dies in der Schweiz bis heute nicht wahrhaben wollen, war gerade wieder in der Republik nachzulesen. Woran das liegen könnte, deutet Rauscher einerseits mit Blick auf die Mercator-Karte der Welt an, die bis heute das Mass der Weltdarstellung ist und im Container hinten angepinnt ist. In deren Mitte: Europa. Rundherum: alles andere. Mit solchen Bildern habe sich über die Jahrhunderte auch eine geistige Landkarte in den Köpfen festgesetzt. «Wenn man mit falschem Material arbeitet, muss irgendwann ein falsches Ergebnis herauskommen.» An diesem Punkt seien wir, bis heute.

Andrerseits spielten seit jeher wirtschaftliche Interessen die Hauptrolle: Die Länder des Südens hatten Rohstoffe, Böden, Holz, alles Ressourcen, die sich gewinnbringend ausbeuten liessen – inklusive der Menschen. Die Rationalisierung dieser Ausbeutung kam später: Rassismus als quasi-wissenschaftliche Legitimierung der angeblichen «Überlegenheit» der europäischen Völker. Europas Eliten «wurden zu Rassisten, damit sie gut schlafen konnten».

Stadtrundgang «Auf den Spuren von Rassismus» mit Hans Fässler: 27. Juni 10 Uhr (Start beim Vadian) und 14 Uhr (Start beim Tibits)

«Erkennen, benennen, bekämpfen»: Das sind mit den Worten des Transparents die Gegenmittel gegen den aufkommenden Rassismus. Zum besseren «Erkennen» empfahl Rauscher unter anderem den antirassistischen Spaziergang durch St.Gallen des Historikers Hans Fässler, der den Schauspieler auch bei seinen Recherchen unterstützt hatte.

Und zur individuellen Auseinandersetzung mit dem Thema rät Rauscher mit einer Songzeile zum Schluss: «Beweg dein Herz zum Hirn.»

 

 

 

 

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Ausserdem soll die Schweiz möglichst viele Geflüchtete aus den Lagern aufnehmen, schliesslich sei die Zahl der Asylgesuche hierzulande auf einem historischen Tief. Heute nun möchten wir euch ein Projekt vorstellen, welches besonders verletzliche Geflüchtete aus diesen Lagern herausholt. Der Weg dahin führt über den Europäischen Gerichtshof der Menschenrechte in Strassburg (EGMR). Die Refugee Law Clinic bietet kostenlose Rechtsberatungen für Geflüchtete an. Daneben klagt der Verein auch Einzelfälle beim EGMR ein, zum Beispiel wenn Schwangere im neunten Monat ohne Zelt, Matratze oder jegliche andere Unterstützung von den Behörden im Camp ihrem Schicksal überlassen werden. In 35 dieser Fälle hat der EGMR in einem Eilverfahren erklärt, dass die Unterbringung dieser Personen völlig unzumutbar sei. Somit konnten die Betroffenen in eine neue, besser Unterkunft ziehen, zum Beispiel in ein kleineres Lager auf dem Festland. «Unsere Hoffnung ist, dass wir über die Zahl der Fälle, die wir vor den EGMR bringen, aufzeigen können, dass es sich um ein systematisches Problem handelt», sagt der angehende Jurist Philipp Schönberger von der Refugee Law Clinic in Berlin. Audio: https://rabe.ch/wp-content/uploads/2020/06/25.-refugees-EGMR.mp3 Wir danken Radio Dreyeckland in Freiburg für die Unterstützung bei der Realisierung dieses Beitrags. (https://rabe.ch/2020/06/25/neue-oev-tarife-wenig-innovativ/) In Athen auf der Straße gelandet Griechenlands Regierung geht trotz Coronakrise schärfer gegen Asylsuchende und alternative Hausprojekte vor. Weitere Verschärfungen des Asylrechts in Griechenland stürzen Tausende Flüchtlinge in Existenznot und Obdachlosigkeit. Viele campieren im Freien.https://www.neues-deutschland.de/artikel/1138340.coronakrise-in-griechenland-in-athen-auf-der-strasse-gelandet.html +++MITTELMEER Flüchtlinge auf dem Mittelmeer: „Ocean Viking“ rettet Dutzende Menschen aus Seenot Bereits wenige Tage nach dem Start einer neuen Rettungsmission hat die „Ocean Viking“ auf dem Mittelmeer mehr als hundert Flüchtlinge gerettet. Unter den Schiffbrüchigen war auch eine schwangere Frau.https://www.spiegel.de/politik/ausland/mittelmeer-ocean-viking-rettet-51-fluechtlinge-aus-seenot-a-4ee7557d-25e1-475b-82ec-6ab1b472bba8 +++EUROPA Schutzsuchende Migranten dürfen laut EuGH nicht aus Platzmangel in Haft Außerdem dürfen Asylanträge auch bei Behörden gestellt werden, die dafür gar nicht zuständig sind. 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Dennoch kooperiert Deutschland mit Chiles Polizei – und duldet den Export umstrittener Löschpistolen.https://www.zeit.de/politik/ausland/2020-06/chile-menschenrechtsverletzung-sebastian-pinera-bundesregierung-export-loeschpistolen-chilenische-polizei/komplettansicht +++RASSISMUS Rassismus in der Schweiz: «Ich bin nie eine Frau, sondern immer eine schwarze Frau» Sie erlebe täglich Rassismus, sagt Yvonne Apiyo Brändle-Amolo, SP-Gemeindeparlamentarierin aus Schlieren. Besonders verletzend sei: Wenn Weisse ihr sagen, ihre Empfindungen seien falsch.https://www.beobachter.ch/gesellschaft/rassismus-der-schweiz-ich-bin-nie-eine-frau-sondern-immer-eine-schwarze-frau +++HOMOHASS Von Trump verboten: Berner US-Botschaft lässt Gay-Fahne mit Buebetrickli wehen Trumps Verbot hin oder her: Auf dem Gelände der US-Botschaft in Bern weht derzeit stolz eine Regenbogenfahne. 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Für heute ist eine Protestdemonstration angekündigt.https://www.bonvalot.net/graue-woelfe-greifen-in-wien-eine-linke-kundgebung-an-843/ Was hinter den „Grauen Wölfen“ von Favoriten steckt Gestern Nacht griffen türkische Rechtsextreme eine Frauenkundgebung am Reumannplatz in Wien-Favoriten an. Regelmäßig schüchtern die ultra-nationalistischen „Grauen Wölfe“ Minderheiten ein. Wie die selbernannten „Wächter von Favoriten“ organisiert sind und was sie so gefährlich macht, berichtet Zeynep Arslan.https://mosaik-blog.at/graue-woelfe-favoriten/ +++VERSCHWÖRUNGSIDEOLOGIEN derbund.ch 25.06.2020 Polizei zwischen den Fronten: Demo gegen Corona-Demo Auch diesen Samstagnachmittag findet trotz Corona-Gefahr eine Demo auf dem Bundesplatz statt – bereits formiert sich eine Gegenkundgebung. Carlo Senn Die Lockdown-Gegner melden sich am Samstag zurück: In Bern will der bunte Haufen aus Corona-Skeptikern, Verschwörungstheoretikern und 5G-Gegnern die «direkte Demokratie sichern». Unter dem Motto «Make Switzerland Great Again» setzen sie sich gegen eine angebliche «Umwandlung von Notrecht in Bundesrecht» ein. Rednerinnen und Künstler mit nicht veröffentlichten Namen sind angekündigt. Im Unterschied zu den letzten Demonstrationen aus dieser Szene ist die Kundgebung bewilligt, wie Sicherheitsdirektor Reto Nause (CVP) auf Anfrage bestätigt. Das eingereichte Schutzkonzept der Veranstalter ist ein Novum: Erstmals wird eine Demonstration in Sektoren unterteilt. Grund für das neuartige Schutzkonzept ist, dass die Veranstalter laut Sicherheitsdirektor Reto Nause «nicht an das Coronavirus glauben». Deshalb wollen sie keine Masken tragen. Auf dem Bundesplatz formieren sich so drei Sektoren mit je 300 Leuten. So können sie den vorgegebenen 1,5 Meter Abstand einhalten und müssen keine Masken tragen – jedoch müssen Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihre Namen angeben. Mittels Contact-Tracing können dann allenfalls Infizierte rückverfolgt werden. Der Veranstalter musste zudem «kommunikative Auflagen erfüllen», wie Nause sagt. So wurde den Veranstaltern wegen ihres speziellen Schutzkonzepts verboten, allzu breit zu mobilisieren. Hätten die Veranstalter eine Maskenpflicht eingeführt, wären diese Auflagen weggefallen, betont Nause. Der Bundesrat hat zuvor eine Beschränkung für die Anzahl Demonstranten aufgehoben. Gegendemo angekündigt In der linken Szene formiert sich nun bereits Widerstand. Auf Facebook ruft «Bern gegen Rechts» zu einem unbewilligten Gegenprotest auf. Aus ihrer Sicht vertreten die Veranstalter teilweise antisemitische Thesen. Reto Nause ärgert sich über den linken Widerstand: «Einmal mehr ist die Polizei in einer undankbaren Situation und gerät zwischen die Fronten.» Zudem sei es bei den zahlreichen Demos und Gegendemos immer wahrscheinlicher, dass eine zweite Corona-Welle komme. (https://www.derbund.ch/demo-gegen-corona-demo-636533769875) — bernerzeitung.ch 25.06.2020 Kundgebungen in Bern: Heisser Demo-Samstag steht bevor Am Samstag versammeln sich erneut Lockdown-Gegner auf dem Bundesplatz – dieses Mal jedoch mit Schutzkonzept und Bewilligung. Auch eine Gegenkundgebung ist geplant. Michael Bucher Die Konstellation birgt ein gewisses Konfliktpotenzial: Für Samstag haben erneut Lockdown-Gegner zum Protest auf dem Bundesplatz aufgerufen. «Let’s make Switzerland great again» steht auf einem Flyer, der auf Social Media kursiert – eine Anlehnung an den Wahlkampfslogan von US-Präsident Donald Trump. Redner, Musik und ein Flashmob werden angepriesen. Laut Twitter-Eintrag der Antifa Bern ist gleichzeitig eine Gegen-Demonstration angekündigt, um gegenüber den «verschwörungsideologischen, rechten Gruppen» einen Kontrapunkt zu setzen. Auf dem Flyer der Lockdown-Gegner wird die Kundgebung, welche um 14 Uhr starten soll, als «bewilligte Gross-Veranstaltung» bezeichnet. Berns Sicherheitsdirektor Reto Nause (CVP) bestätigt auf Anfrage, dass die Stadt eine entsprechende Bewilligung erteilt hat. «Die Veranstalter haben ein umfassendes Sicherheitskonzept vorgelegt», sagt er. Dies erstaunt insofern, als sich die Lockdown-Gegner bei ihren diversen Kundgebungen in den letzten Wochen stets um Bewilligungen und Schutzmassnahmen foutiert hatten. Veranstaltung statt Demo Dass der Anlass nicht unter Kundgebung läuft, sondern unter Veranstaltung, hat seinen Grund: Laut Nause wollen die Teilnehmenden keine Schutzmasken tragen. Doch genau das wäre seit den letzten bundesrätlichen Lockerungen bei Demonstrationen eigentlich vorgeschrieben, im Gegenzug wurde die Obergrenze von 1000 Personen fallen gelassen. Infolgedessen sei die Teilnehmerzahl auf 900 Personen beschränkt worden, so Nause. «Das Sicherheitskonzept sieht drei getrennte Sektoren à 300 Leute vor». Zudem würden alle Teilnehmenden namentlich erfasst, damit bei einer allfälligen Corona-Ansteckung die Rückverfolgung gewährleistet sei. Dies entspricht den bundesrätlichen Vorschriften für Veranstaltungen bis zu 1000 Personen. Gemäss Nause handelt es sich bei den Veranstaltern um eine Vereinigung namens «Bürgerforum Schweiz». Laut deren Website stammen die meisten Gründungsmitglieder aus Zürich. Der Bundesrat habe der Schweiz durch «absurde Massnahmen» einen «unermesslichen Schaden» zugefügt, moniert die Gruppe auf ihrer Website. Für die samstägliche Veranstaltung rufen die Organisatoren dazu auf, ein Exemplar der Bundesverfassung mitzunehmen. «Unglückliche Konstellation» Wegen einer möglichen Gegen-Demo wird die Polizei gerüstet sein. «Es ist eine unglückliche Konstellation, dass linke Kreise versuchen wollen, die bewilligte Veranstaltung zu stören», sagt Nause dazu. Er rechnet deshalb mit einem «mühsamen und aufwendigen Polizeieinsatz». Kommt hinzu, dass die «Anarchistische Gruppe Bern» für Samstag ab 15 Uhr zu einer Velodemo aufruft mit Startpunkt auf dem Reitschule-Vorplatz. Da dieser Aufruf und jener zur Gegen-Demo aus denselben linksradikalen Kreisen stammen würden, werde es wohl zu einer Vermischung kommen, vermutet Reto Nause. (https://www.bernerzeitung.ch/heisser-demo-samstag-steht-bevor-170411387101) — Aufruf Gegendemo: https://www.facebook.com/berngegenrechtsBGR/photos/a.1964917483526913/3340225199329461/?type=3&theater Aufruf Velodemo: https://anarchistisch.ch/Veranstaltung/velodemo/ — Offen für Verschwörungstheorie Robbie Williams macht den Xavier Naidoo Manch eine(r) muss jetzt ganz stark sein: Frauenschwarm Robbie Williams hat sich als Anhänger von Verschwörungstheorien geoutet. In mehreren Youtube-Interviews schwadroniert er über dunkle Mächte, das sogenannte „Pizzagate“ und seine Sympathien für einen rechten Esoteriker.https://www.n-tv.de/leute/Robbie-Williams-macht-den-Xavier-Naidoo-article21872175.html +++HISTORY Sklaverei, made in St.Gallen und Augsburg Zu Ehren von George Floyd und als Appell gegen Rassismus hat das Schauspielensemble des Theaters St.Gallen am Mittwochabend den Theater-Container in der Altstadt mit einer Schweigeaktion zur Politbühne gemacht. Samt St.Galler Querbezügen.https://www.saiten.ch/sklaverei-made-in-st-gallen-und-augsburg/ […]

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