Am Mittwochvormittag luden Stadtpräsident Thomas Scheitlin, Baudirektorin Maria Pappa und Leiter Stadtplanung Florian Kessler zur Medienkonferenz ein, um für ein Ja zur Neugestaltung des Marktplatzes zu weibeln. Die Stimmberechtigten der Stadt werden dafür am 27. September zu den Urnen gerufen.
Ein Ja wäre das Highlight für Scheitlin
«Ich habe richtig Vorfreude, wenn ich an den Abstimmungstermin denke», sagt der bald scheidende Stadtpräsident Thomas Scheitlin an der Medienkonferenz zur Neugestaltung des St.Galler Marktplatz. Obwohl die Marktplatz-Projekte 2011 und 2015 von der Bevölkerung an der Urne versenkt wurden, habe er keine Angst vor der Abstimmung.
Ein Ja zur Marktplatz-Vorlage wäre ein Highlight in der Politik-Karriere des 67-Jährigen: «Ich musste zwei Mal eine Niederlage mittragen. Wenn es während meiner Amtsdauer nun schliesslich doch noch zu einem Ja käme, wäre das für mich eine besondere Freude.» Diese Vorlage sei ein Projekt, zu dem das St.Galler Stimmvolk gut Ja sagen könne.
Auch Baudirektorin Maria Pappa ist überzeugt, dass diese Vorlage nun gut ankommt. Die Stadt habe aus den letzten zwei abgelehnten Abstimmungen gelernt und nun einen neuen Weg gesucht. Verschiedene Anspruchsgruppen und interessierte Einzelpersonen seien von Beginn an im sogenannten «Forum Marktplatz» aktiv in die Planung miteinbezogen worden.
Die Stadt geht mit diesem dritten Marktplatz-Projekt einen leicht anderen Weg: Anstatt nach der Wettbewerbsausschreibung und dem Bauprojekt das Stimmvolk über einen Kredit abstimmen zu lassen, wird heuer direkt nach dem Wettbewerb die Souveränin gefragt, ob sie zu einem Kredit Ja sagen möchte. Erst danach kommt es zum Bauprojekt. Ein sogenannter Rahmenkredit.
Zu teuer, zu luxuriös
Natürlich formiert sich auch Widerstand gegen das insgesamt 33,87 Millionen Franken teure Projekt. Die Stadt steuert 29 Millionen Franken bei. Die Gegner, vornehmlich aus den Reihen der SVP, monieren, dass die Vorlage zu wenig transparent sei, und werfen der Baudirektorin vor, gewisse Kosten, etwa im Tiefbaubereich, noch nicht miteingerechnet zu haben. So könnte das Ganze noch teurer werden. Ausserdem seien über 30 Millionen Franken ohnehin viel zu viel, das Projekt zu luxuriös und der Mehrwert klein.
Der Sechseläutenplatz in Zürich oder der Bundesplatz in Bern seien für weit weniger Geld saniert worden, so die Kritik. Maria Pappa wehrt sich: «Die Gegner haben ihre Beispielprojekte zu wenig studiert. Wir haben nachgefragt, weil wir selbst irritiert waren, wie das möglich ist.» Die beiden Plätze in Zürich und Bern hätten weitaus mehr gekostet, als die Marktplatz-Vorlage. Man müsse bei solchen Projekten alles berücksichtigen, das hätten die Gegner nicht getan.
Der Stadtrat und das Stadtparlament stehen hinter der Marktplatz-Vorlage. Ende Oktober des letzten Jahres sprach sich das Stadtparlament mit 55 zu vier Stimmen für den Verpflichtungskredit aus. Einzig die SVP kritisierte das Vorhaben und beantragte eine Kürzung des Kredits, was aber abgelehnt wurde. Interessant dabei: Nicht einmal in der SVP-Fraktion stand man geschlossen hinter dem eigenen Antrag.
Eckdaten zum Projekt Neugestaltung Marktplatz
Der Bereich Bohl wurde vor bald 25 Jahren mit dem Bau der Calatrava-Halle letztmals saniert. Der Marktplatz selber zeigt sich seit 50 Jahren unverändert. Der Boden von beiden Bereichen sind nun in einem schlechten Zustand und müssen dringend saniert werden.
Das aus einem Ideenwettbewerb als Sieger hervorgegangene Projekt «Vadian» ist das Resultat des «Forums Marktplatz». Das Projekt sieht einen offenen und grosszügigen Raum vor.
Die Rondelle aus den 1950er-Jahren kommt weg, um einer grossen Fläche am nördlichen Ende der Marktgasse Platz zu machen. Die Markthändler in der heutigen Rondelle bekommen mit zwei Marktpavillons eine neue Bleibe mit 24 Plätzen. Die Calatrava-Halle bleibt als Haltestelle des öV bestehen. Der Platz rund um die Halle wird mit Bäumen aufgewertet. Die andere Haltestelle wird aus Platzgründen ca. 100-200 Meter in Richtung Bahnhof auf Höhe Marktplatz verschoben. Sämtliche Strassen und die Infrastruktur für den öV werden erneuert. Weitere Informationen, insbesondere zur Finanzierung gibt es hier.
Der Stadtrat schiebt die Neugestaltung des Marktplatzes auf die lange Bank. Zuerst soll ein partizipatives Verfahren die Anforderungen klären. Vor 2018 wird sicher nicht gebaut. Wollen die St.Gallerinnen das so? Wohl kaum!
Das Stadtparlament hat am Dienstag zwar der Marktplatz-Vorlage zugestimmt. Doch die Parkplätze sollen noch lange nicht aufgehoben werden. Wegen der Gewerbler.
Hinter dem St.Galler Hauptbahnhof soll ein Konsumraum für Menschen mit schweren Suchterkrankungen entstehen. Diese Woche haben die Stadt und die Stiftung Suchthilfe Anwohner:innen eingeladen, um einen ersten Dialog zu starten.
Es ist seine letzte Session nach zehn Jahren im St.Galler Kantonsrat. SP-Kulturpolitiker Martin Sailer setzt künftig ganz auf den Zeltainer. Das Geld für den Neubau in Wildhaus ist fast zusammen, 2027 soll es losgehen.
Die Ansiedlung des Internet Archive Switzerland in St.Gallen ist Piero Stinelli zu verdanken. Er kontaktierte vor zehn Jahren die Verantwortlichen von archive.org aus eigenem Antrieb. In den 90er-Jahren war der Mitgründer von Vadian.net und Klang und Kleid ein Internetpionier.
Ohm41 stellen wieder aus
Das Thurgauer Pop-Phänomen Noemi Beza veröffentlicht Anfang Juni ihre neue EP. You’ll Find Me There vereint Country-Vibes mit astreinem Pop – was man ein wenig vermisst, sind Ecken und Kanten.
Kolumne: Stimmrecht im Juni
Ausstellung in Herisau
Nach 22 Jahren gibt Matthias Peter die Leitung der St.Galler Kellerbühne ab. Vom Raum ist er nach wie vor begeistert. Aber dem Kabarett ging es auch schon besser, erzählt er im Gespräch.
Die Thurgauer Künstlerin Micha Stuhlmann befasst sich in ihrem neuen Projekt mit dem Dasein im Moment. Am 7. Juni findet dazu ein Workshop in St.Gallen statt und am 26. Juni zeigt sie mit ihrem Ensemble die finale Performance in Kreuzlingen.
Die Tonhalle Wil wurde 1876 eröffnet. Seither bereichert sie praktisch ununterbrochen das kulturelle Leben der Äbtestadt. An den kommenden zwei Wochenenden wird gefeiert.
Jonas Ulrich taucht mit seinem ersten Spielfilm in die Black-Metal-Welt ab. Wolves ist eine bildstarke Geschichte über Einsamkeit und das Dazugehören, voller Gegensätze und mit etwas holprigen Dialogen.
St.Gallen bewahrt nicht mehr nur 1000-jährige Handschriften. Mit dem Internet Archive Switzerland entsteht hier ein Archiv für Webseiten, künstliche Intelligenz und das digitale Gedächtnis der Zukunft.
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Der WWF St.Gallen wird 50 Jahre alt. Sein Geschäftsleiter Lukas Indermaur zieht bei der Beurteilung der aktuellen Situation von Natur und Umwelt eine durchzogene Bilanz.
«Urs Frei. A – Z» im Kunstmuseum St. Gallen ist die erste Retrospektive zum ausserordentlichen Schaffen von Urs Frei (1958 – 2023). Rund 140 Arbeiten geben Einblick in ein Werk, das kaum zu fassen ist. Das gehört zu seiner Qualität.
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