Das Solidaritätsnetz Ostschweiz steht für eine menschliche Asylpolitik. An einem Festessen werden die Grenzen aus allen Richtungen unterlaufen - unter anderem liest Dorothee Elmiger.
Statt im Baratella, im Lagerhaus oder im Schwarzen Adler kann man am kommenden Freitag, 26. April, an einem ungewohnten Ort gut essen: Das Solidaritätsnetz Ostschweiz lädt ins Pfarreiheim Neudorf zum zweiten Benefizessen mit kulturellem Begleitprogramm.
Die Schrifstellerin Dorothee Elmiger, die neu auch als Kolumnistin für Saiten tätig ist, wird dabei aus ihrem noch unveröffentlichten Roman lesen. Elmiger schreibt, es handle sich um ein Buch «über Grenzen und deren Überquerung, Schlaf und Musik, Körper, Gespenster und Zufälle».
Es dürfte also bestens zum Engagement des Solidaritätsnetzes passen wie auch gegen die Verschärfungen des Asylgesetzes, über die am 9. Juni abgestimmt wird. Mit der Abschaffung des Botschaftsasyls, der Aufhebung der Wehrdienstverweigerung als Fluchtgrund sowie mit Lagern für «renitente» Asylsuchende soll die Schweiz die Grenzen noch etwas dichter machen (und macht doch nur die Herzen enger).
Auftreten am Benefiz werden weiter Asylsuchende aus dem Solidaritätsnetz: Daniel Nurzai spielt auf der Gitarre Songs aus Afghanistan, Delek Yildirim singt kurdische Balladen, Ahmadd Abbrahem liest arabisch-deutsche Geschichten und Tsultim Gyatso präsentiert tibetischen Gesang. Die Grenzen werden an diesem Abend also aus allen Richtungen unterlaufen.
Dazu gibt es ein 4-Gang-Menu der Solinetz-Köchinnen und -Köche. Das Benefizessen kostet 50 Franken, die vollumfänglich dem Solidaritätsnetz zugute kommen. Um Reservation wird gebeten bis am Mittwoch, 24. April: per Mail an info@solidaritaetsnetz.ch oder telefonisch über 071 220 17 45.
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