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Sounds statt Songs

Worries And Other Plants an der Plattentaufe von Travel In Cycles im November 2024 im Palace. (Bild: dag)

Worries And Other Plants an der Plattentaufe von Travel In Cycles im November 2024 im Palace. (Bild: dag)

Worries And Other Plants laden ein zum nächsten Roadtrip: Auf dem neuen Album Sweet Heart Sugar Love schicken sie die Hörer:innen auf die Suche nach ihren Songs. Wer sich darauf einlässt, entdeckt eine sehr spannende Klanglandschaft.

Die Plat­ten von Worries And Other Plants sind wie Film­rol­len: Kaum be­gin­nen sie sich zu dre­hen, setzt das (Kopf-)Ki­no ein. Die­ser Ver­gleich macht auch im di­gi­ta­len Zeit­al­ter durch­aus Sinn, ver­strömt doch der kör­ni­ge Psy­che­de­lic Rock die­sen schö­nen, un­er­setz­li­chen Vi­be. Die Songs sind warm, er­dig, or­ga­nisch, man spürt die Vi­bra­tio­nen der In­stru­men­te.

Das gilt auch für Sweet He­art Su­ger Love, das neue Al­bum von Worries And Other Plants, das So­lo­pro­jekt des Rhein­ta­ler Mu­si­kers Dio­nys Mül­ler, das sich live zu ei­ner Band aus­wächst. Es ist, wie die bis­her ver­öf­fent­lich­ten drei EPs und das En­de 2024 er­schie­ne­ne Al­bum Tra­vel In Cy­cles, ein Road­trip über stau­bi­ge Stras­sen, son­nen­ge­trock­ne­te Fel­der und zer­klüf­te­te Mee­res­küs­ten – viel­leicht road­trip­pi­ger als al­le bis­he­ri­gen Re­leases.

Das liegt wo­mög­lich dar­an, dass Mül­ler 2025 mit sei­ner Band ei­nen rich­ti­gen Road­trip un­ter­nahm: Vor ei­nem Jahr lud ihn die In­die-Band Ora­cle Sis­ters aus Pa­ris ein, sie im März und April auf ih­rer Eu­ro­pa-Tour mit 14 Kon­zer­ten in Frank­reich, Spa­ni­en, Por­tu­gal, den Nie­der­lan­den, Bel­gi­en und Deutsch­land zu be­glei­ten. Tau­sen­de Ki­lo­me­ter spul­ten Worries And Other Plants in ih­rem Band­bus ab und spiel­ten in der le­gen­dä­ren Pa­ri­ser Kon­zert­hal­le La Ci­ga­le vor über 1000 Zu­schau­er:in­nen. Als Vor­grup­pe konn­ten sie zwar aus pro­duk­ti­ons­tech­ni­schen Grün­den nicht wie ge­wohnt zu sechst, son­dern bloss im Trio auf­tre­ten. «Aber es war ein tol­les Er­leb­nis», sagt Mül­ler.

Rein in die Dunst­wol­ke

Ers­te Ideen für die neu­en Songs sei­en ihm wäh­rend die­ser Tour ge­kom­men. Ent­stan­den ist ein Al­bum, das we­ni­ger von Songs lebt als von Sounds – die Songs muss man un­ter dem brum­men­den Klang­tep­pich aus re­pe­ti­ti­ven Gi­tar­ren­mus­tern und dem ge­wohnt in Hall ge­tränk­ten Ge­sang su­chen; das Pia­no, bis­her ein zen­tra­les Ele­ment des Worries-And-Other-Plants-Sounds, fehlt kom­plett. Mül­ler ver­zich­tet auch weit­ge­hend auf das klas­si­sche Stro­phe-Re­frain-Sche­ma. Der Ope­ner Ha­ze hüllt ei­nen buch­stäb­lich in ei­ne Dunst­wol­ke, ehe die Plat­te mit dem krautro­cki­gen Plea­se Fahrt auf­nimmt. Erst im wun­der­ba­ren Schluss­stück Voices – ei­nem Song über die in­ne­ren Stim­men, die ei­nen dar­an hin­dern, sei­nen ei­ge­nen Weg zu ge­hen – löst sich der Ne­bel wie­der auf.

Die acht Songs von Sweet He­art Su­gar Love sind seit Mit­te 2025 in lo­ser Fol­ge di­gi­tal er­schie­nen. Der Plan sei nicht ge­we­sen, dar­aus ein Al­bum zu ma­chen, sagt Mül­ler. «Nach Tra­vel In Cy­cles hat­te ich ei­gent­lich kei­ne Lust, gleich wie­der ein Al­bum auf­zu­neh­men, das von An­fang an als sol­ches kon­zi­piert war. Ich woll­te lie­ber wie­der Songs schrei­ben, die für sich al­lein ste­hen.» Doch als die ers­ten paar Tracks fer­tig ge­we­sen sei­en, ha­be es ihn doch ge­packt, sie zu ei­nem Al­bum zu­sam­men­zu­fas­sen.

Erst die Drums, dann die Songs

Wie ge­wohnt hat der Mul­ti­in­stru­men­ta­list den Gross­teil der Tracks al­lein in sei­nem Wohn­zim­mer auf­ge­nom­men und ge­mischt. Nur die Drums (auf fünf der acht Tracks) spiel­te der ge­lern­te Schlag­zeu­er in ei­nem Stu­dio ein. Da­bei hat­te er zu je­nem Zeit­punkt die­se fünf Songs noch gar nicht ge­schrie­ben. «Ich ha­be mir ein­fach vor­ge­stellt, wie um die­se Drum­parts her­um Songs ent­ste­hen könn­ten.»

Auf der Vi­nyl-Aus­ga­be von Sweet He­art Su­gar Love sind aus­ser­dem der Track Ri­ver und das In­stru­men­tal­stück Re­flec­tions (Ri­ver In­ter­lude) zu fin­den, die En­de 2023 re­spek­ti­ve An­fang 2024 di­gi­tal er­schie­nen sind. «Auf Tra­vel In Cy­cles ha­ben sie nicht da­zu­ge­passt, hier fü­gen sie sich gut ein», sagt Mül­ler. 

Be­vor die Plat­te mit ei­nem Kon­zert in der Gra­ben­hal­le ge­tauft wird, fei­ert Dio­nys Mül­ler vom 5. bis 7. März das Fünf-Jahr-Ju­bi­lä­um von Worries And Other Plants mit ei­nem «Pop-up Re­cord Store» im Pro­jekt­raum Vier­ein­halb. Es gibt Plat­ten – auch von an­de­ren Bands aus der Re­gi­on – und T-Shirts zu kau­fen, im Zen­trum ste­hen aber die vi­su­el­len Ele­men­te, ins­be­son­de­re das Art­work von Si­mon Co­s­ta­bi­ei, das seit je­her ei­nem gra­fi­schen Kon­zept folgt. Aus­ser­dem gibt es je­den Tag ein Kon­zert: am Don­ners­tag spielt Fe­mi Lu­na, am Frei­tag Da­mi­a­na Ma­lie und am Sams­tag An­ge­la Fe­de­rer so­wie DJ Dis­ko Dan.
 

Worries And Other Plants: Sweet He­art Su­gar Love, er­schie­nen am 20. Fe­bru­ar auf Vi­nyl und di­gi­tal. Plat­ten­tau­fe: Sams­tag, 21. März, 21 Uhr, Gra­ben­hal­le, St.Gal­len (Sup­port: Ca­fé De­se­a­do).
worrie­san­do­ther­plants.com

Pop-up Re­cord Store: Don­ners­tag, 5. März, bis Sams­tag, 7. März, Pro­jekt­raum Vier­ein­halb, Lämm­lis­brun­nen­stras­se 4 ½, St.Gal­len.
vier­ein­halb.ch

Wenn Mu­se­ums­ob­jek­te ei­nen neu­en Sinn be­kom­men

Ei­ne ben­zin­be­trie­be­ne Glüh­bir­ne? Ein ro­bus­tes Schnaps­glas? Oder ein Kat­zen­hals­band, das die Raub­tie­re vom Vö­gel­fan­gen ab­hal­ten soll? Im His­to­ri­schen Mu­se­um Thur­gau schlum­mern ei­ni­ge Ge­gen­stän­de, de­ren Funk­ti­on auf den ers­ten Blick nicht ganz klar ist. Tho­mas Götz, Mar­ti­na Hü­gi und Ste­fan Kel­ler muss­ten die­se am Icon Po­et her­aus­fin­den.

Von Judith Schuck,
Icon Poet Judith Schuck

Lang­sam­keit als Mo­tor

Die St.Gal­ler Rock­band The Black Salt ver­öf­fent­licht ihr zwei­tes Al­bum. Und ver­ab­schie­det sich ein Stück­weit von ih­ren An­fän­gen.

Von David Gadze,
Theblacksalt1

Fah­nen der Ver­gäng­lich­keit

Die Welt ist in ste­tem Wan­del. Und man­che Ver­än­de­run­gen sind ir­rever­si­bel – Glet­scher schmel­zen, Tier- und Pflan­zen­ar­ten ster­ben aus. Die Aus­stel­lung «Flim­mern» wid­met sich der Be­wusst­wer­dung die­ses Wan­dels – und dem Schmerz, den er aus­löst.

Von Judith Schuck,
Flimmern Blossom 0 2 von Hoa Luo Patrik Muchenberger

Du­bio­se Zah­len zum Au­to­bahn­aus­bau

Die Grund­la­gen, mit de­nen die Be­für­wor­ter:in­nen die drit­te Au­to­b­anhröh­re durch den Ro­sen­berg in St.Gal­len und die Teil­span­ge mit dem An­schluss im Gü­ter­bahn­hof­are­al for­dern, ba­sie­ren auf frag­wür­di­gen Zah­len. Zu die­sem Schluss kommt der Raum- und Ver­kehrs­pla­ner Tho­mas Hug-Di Le­na.

Von René Hornung,
Anschluss gueterbahnhof

Grüs­se aus ei­nem kom­pli­zier­ten Land

Die St.Gal­ler Tanz­kom­pa­nie fei­er­te ver­gan­ge­nen Sams­tag mit From Eng­land wi­th Love Pre­mie­re. Das Stück wagt sich aber­mals aus dem Gleich­schritt – mit un­miss­ver­ständ­li­chen Ges­ten.

Von Andi Giger,
From England with Love

Eman­zi­pa­ti­on in geo­me­tri­scher Form

Das Kunst­haus Bre­genz zeigt in der neu­en Aus­stel­lung Ar­bei­ten der US-ame­ri­ka­ni­schen Künst­le­rin Tork­wa­se Dys­on. Aus­gangs­punkt ih­rer gross­for­ma­ti­gen geo­me­tri­schen Skulp­tu­ren und poe­ti­schen Ma­le­rei­en bil­det das Le­ben und die Be­frei­ung Schwar­zer Men­schen.

Von Sieglinde Wöhrer,
Torkwase Dyson EG Y3 A3594 Foto Markus Tretter

Vom Ges­tern in die Zu­kunft tau­chen

Wie stehts heu­te um die Gleich­stel­lung? Und wie war das frü­her? Die Pop-up-Aus­stel­lung «Frau­en­spu­ren im Hal­len­bad» in Gos­sau ar­bei­tet ein Stück Ge­sell­schafts­ge­schich­te auf. Zeigt, wo es heu­te noch hakt, und dass es nicht blei­ben muss, wie es ist.

Von Vera Zatti,
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Kolumne: 24/7 Traumacore

Ich bin Bra­ve­he­art (Mel Gib­son ty­pe shit)

Von Mia Nägeli,

Theater

Kein Kom­pli­ment

Von Vera Zatti,
Unreif Presse 05

Von Trans­sil­va­ni­en in den Thur­gau

Jo­han­na und Szi­lamer ar­bei­ten seit vier Jah­ren als Ern­te­hel­fer:in­nen in Fru­thwi­len. In ih­rer Hei­mat Ru­mä­ni­en ist die wirt­schaft­li­che La­ge an­ge­spannt und die kör­per­li­che Ar­beit auf dem Feld sind sie ge­wohnt.

Von Daria Frick, Bilder: Ueli Steingruber,
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Er­satz­wahl in den Stadt­rat: Vor­ent­scheid fällt an SP-No­mi­na­ti­ons­ver­samm­lung

Am 29. Ok­to­ber ent­schei­det die SP der Stadt St.Gal­len, wen sie in die Er­satz­wahl um den Stadt­rats­sitz von Pe­ter Jans schickt. Was ur­sprüng­lich wie ei­ne For­ma­li­tät aus­sah, hat sich zu ei­nem span­nen­den Ren­nen ent­wi­ckelt. Mit of­fe­nem Aus­gang.

Von Reto Voneschen,
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Jock Kobels zweiter Fall

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Von Andrej Millius,
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Musik

Der Hai­fisch beisst wie­der zu

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Heppelers Bestiarium

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Die Men­schen­rech­te ste­hen welt­weit un­ter Druck. Doch wie kon­se­quent setzt sich die Schweiz für sie ein? Ein neu­es Buch nimmt die Schwei­zer Men­schen­rechts­po­li­tik kri­tisch un­ter die Lu­pe. An der Buch­vor­stel­lung im Squa­re wur­de über Wi­der­sprü­che, Ver­säum­nis­se und mög­li­che Lö­sun­gen dis­ku­tiert.

Von Marion Loher,
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Die Po­li­zei woll­te nichts se­hen und nichts hö­ren

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Leopoldstadt am Vorarlberger Landestheater

Ver­schwun­de­ne Na­men im Fa­mi­li­en­stamm­baum

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