, 18. Dezember 2012
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Sozialhilfe: St. Gallen und Herisau liegen über dem schweizerischen Durchschnitt

In St. Gallen und Herisau sind 3,9 Prozent respektive 3,1 Prozent der Bevölkerung Sozialhilfeempfänger. Damit liegen die beiden Ostschweizer Städte über dem schweizerischen Durchschnitt von 3,0 Prozent. Dies geht aus der Sozialhilfestatistik 2011 hervor, die das Bundesamt für Statistik (BFS) veröffentlicht hat. In der Stadt St. Gallen wurden im vergangenen Jahr 2´850 Personen unterstützt. In […]

In St. Gallen und Herisau sind 3,9 Prozent respektive 3,1 Prozent der Bevölkerung Sozialhilfeempfänger. Damit liegen die beiden Ostschweizer Städte über dem schweizerischen Durchschnitt von 3,0 Prozent. Dies geht aus der Sozialhilfestatistik 2011 hervor, die das Bundesamt für Statistik (BFS) veröffentlicht hat.

In der Stadt St. Gallen wurden im vergangenen Jahr 2´850 Personen unterstützt. In Herisau waren es 470 Personen. In den letzten fünf Jahren ging die Unterstützungsquote in der Stadt St. Gallen aber kontinuierlich zurück. 2006 wies die Statistik noch 5,0 Prozent Sozialhilfeempfänger aus, 2007 4,5 Prozent, 2008 4,4 Prozent, 2009 4,3 Prozent und 2010 4,1 Prozent. – Für Herisau liegen keine Vergleichszahlen vor.

Ebenfalls über dem schweizerischen Durchschnitt liegen die Städte Wil (4,0 Prozent), Rorschach (3,8 Prozent), Wattwil (3,5 Prozent) und Arbon (3,1 Prozent). Frauenfeld hingegen reiht sich mit 2,7 Prozent Sozialhilfebezügern unter dem Mittelwert ein.

Unter dem Landesdurchschnitt liegen auch die Ostschweizer Kantone. St. Gallen weist eine Quote von 2,1 Prozenten (9´849 Personen) aus, Appenzell Ausserrhoden eine Quote von 1,8 Prozent (965 Personen) und der Thurgau liegt bei 1,6 Prozent (4´083 Personen). In Appenzell Innerrhoden ist der Anteil der Sozialhilfeempfänger unter einem Prozent.

Gesamtschweizerisch hat Biel mit 11,4 Prozent (5´858 Personen) 2011 den höchsten Anteil an Sozialhilfeempfängern. Lausanne folgt mit 9,8 Prozent (12´541 Personen) auf Platz zwei , Genf mit 5,2 Prozent  (9´777 Personen) auf Platz drei und Zürich mit 4,9 Prozent (18´099 Personen) auf Platz vier.

In den letzten drei Jahren hat sich die Quote der Sozialhilfebezüger in der Schweiz bei 3,0 Prozent der Bevölkerung eingependelt. 2011 waren es insgesamt 236´133 Personen. Im Osten des Landes ist die Quote mit 1,8 Prozent nicht halb so hoch wie im Westen. In der Ostschweiz wohnten 8,3 Prozent der Sozialhilfeempfänger, in der Zentralschweiz 1,7 Prozent und im Tessin etwa 2,0 Prozent. Rund 30 Prozent aller Unterstützten leben in den beiden Grossregionen Nordostschweiz und Zürich sowie etwa 53 Prozent in der Genferseeregion und im Espace Mittelland. Die Verteilung ist ausgesprochen städtisch geprägt: Umso dichter die Besiedelung, umso höher der Anteil an Sozialhilfeempfängern. So sind die Kanton BS, GE und ZH eindeutig stärker betroffen als ausgesprochen ländliche Regionen. In den Grossstädten mit über 100´000 Einwohnern ist die Zahl der Unterstützten (5,8 Prozent) fünfmal höher als in kleinen Gemeinden mit unter 1´000 Einwohnern (1,1 Prozent).

Die Sozialhilfestatistik basiert auf einer breiten Definition der Sozialhilfe. Diese umfasse alle bedarfsabhängigen Sozialleistungen der Kantone, schreibt das BFS in der Wegleitung für die Datenerhebung. In diesem Zusammenhang aufgeführt werden die direkte finanzielle Sozialhilfe gemäss den entsprechenden kantonalen Gesetzen, weitere direkte bedarfsabhängige Geldleistungen der Kantone wie Alimentenbevorschussung, Eltern-/Mutterschaftsbeihilfen, Arbeitslosenhilfen, Wohnbeihilfen usw.

In der jährlichen Standardauswertung sind folgende Informationen enthalten:

– Anzahl der Sozialhilfeleistungen beziehenden

Personen

– Anzahl der Personen und Fälle in den Kantonen

– Anzahl der Personen und Fälle nach

Gemeindegrössenklassen

– Alter der Empfänger, Zivilstand und Nationalität

– Ausbildung und Erwerbssituation

– Anzahl der Fälle und unterstützten Haushalte

– Strukturen der Haushalte, die Sozialhilfe beziehen

Die Aussagen über die Sozialhilfeempfänger sind in der seit 2006 veröffentlichten Schweizerischen Sozialhilfestatistik noch nicht optimal. Nicht alle Kantone verfügen über die gleiche Datenmenge, d. h. dass ein Teil der Erhebungen unvollständig ist oder nicht gemacht wird. Eine Harmonisierung würde jedoch angestrebt, sagt Norbert Riesen vom BFS gegenüber OSTBLOG.

In Appenzell Ausserrhoden wird laut Marco Kuhn von der Fachstelle Sozialhilfe und Sozialarbeit vorerst nicht erhoben, wie viele der Unterstützten suchtkrank sind, eine Sozialrente beziehen, alleinerziehend sind oder neben der Sozialhilfe noch ein Einkommen haben, also unter die Kategorie Working Poor fallen. Was zur Strukturierung der Sozialhilfeempfänger hingegen klar gesagt werden kann: Sie werden jünger. Die Gruppe der Personen unter 45 Jahre wird in Appenzell Ausserrhoden grösser und jene der über 55-Jährigen kleiner. Gesamtschweizerisch ist es umgekehrt. Es wächst die Gruppe der älteren Personen. Ein Hinweis auf die Unvermittelbarkeit am Arbeitsmarkt, die in Ausserrhoden anscheinend nicht so exorbitant ist.

 

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