, 13. Februar 2019
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Sparen an der Kultur?

Wer spart, der hat? Oder vielmehr: Wer spart, schadet der Stadt? Diesen Donnerstag wird über den Sparentscheid des St.Galler Stadtrats gegen Palace und Sitterwerk debattiert. Auf dem Podium: Kulturköpfe, Politprominenz und der Stadtpräsident.

Sparopfer Sitterwerk: Blick in die Kunstbibliothek. (Bild: Katalin Deér)

Es war ein vorgezogenes Weihnachtsgeschenk der unerfreulichen Art: Der Stadtrat verweigerte die beantragte Subventionserhöhung für Palace und Sitterwerk. Gesamtbetrag: 25’000 Franken. Hintergrund des Entscheids war die Steuerfusssenkung um 3 Prozent, die das Stadtparlament gerade einmal eine Woche vorher beschlossen hatte. Und das Resultat: lautstarke Proteste von allen Seiten.

Die politischen Parteien kritisierten den «Schnellschuss», die SP reichte eine dringliche Interpellation ein. Und die Kultur reagierte mit einer Petition. Die Initiative dafür ging vom Dachverband visarte-ost aus, die Unterstützung war breit und intensiv. 910 Unterschriften sind es zur Stunde. Und vielleicht werden es ja noch 1000 bis zum morgigen Diskussionsabend. Unterzeichnen kann man weiterhin (noch 17 Tage lang) hier.

Debatte zur Kultursparpolitik mit Angela Kuratli (Nextex), Patricia Hartmann (Sitterwerk), Johannes Rickli (Palace) sowie Stadtpräsident Thomas Scheitlin, SVP-Fraktionschefin Karin Winter-Dubs und SP-Fraktionschef Dani Kehl. Moderation Peter Surber (Saiten): 14. Februar, 20.15 Uhr, Palace St.Gallen
palace.sg

Im Palace soll jetzt zum einen dieser weitherum verständnislos aufgenommene Entscheid diskutiert werden. Auskunft geben wird Stadtpräsident Thomas Scheitlin – seine bisherigen Antworten (hier nachzulesen) dürften nicht alle zufriedengestellt haben. In der Politrunde neben Scheitlin diskutieren die Fraktionschefs von SP und SVP im Stadtparlament, Daniel Kehl und Karin Winter-Dubs. Zur Debatte soll nicht bloss eine Strafaktion gegen die Kultur stehen, sondern die Finanzpolitik der Stadt.

Auf der anderen Seite die Kultur-Runde: Angela Kuratli, die Initiantin der Petition, sowie Patricia Hartmann vom Sitterwerk und Johannes Rickli vom Palace werden sich dazu äussern, was die Folgen für die finanzielle Situation ihrer Institutionen sind (mehr dazu auch hier) und wie sie das kulturpolitische Umfeld generell einschätzen.

Mitdiskutieren soll im Anschluss an das Podium auch das Publikum. Es geht um 25’000 Franken beziehungsweise um rund 5 Millionen Franken (soviel kostet die Steuerfusssenkung) – es geht aber auch um eine Stadt, die sich aktuell gerade ein neues Kulturkonzept massschneidert und überhaupt ein attraktiver Lebensraum sein will. Nicht zuletzt dank der Kultur. In der Petition steht: «Wer nicht in die kulturelle Zukunft investiert, hat keine.»

1 Kommentar zu Sparen an der Kultur?

  • Chrigel Neff sagt:

    Der jüngst publizierte Artikel betreffend des gestrigen Events im Palace hat keine Kommentarmöglichkeit. Ich erlaube mir deshalb, hier einen Aufsatz mit psychologischem Tiefgang zu platzieren.

    „Sparpartei SVP“. Zuerst schüttelte ich den Kopf und gab mir eine «Facepalm» – dann schmunzelte ich. Danke schonmal. Und: Lieber die Sparpartei, als die Verschwender-Partei. Entsprechend wäre der treffendere Begriff „Nicht-Verschwender-Partei“.

    Jetzt aber ernsthaft:

    Das Sammelsurium an Kuriositäten, die leider immer wieder ins Beleidigende abdriften, wächst: Ewiggestrige. Sparpartei. Partei für Ungebildete (aus dem Zitat der Satiriker-Dame vom Newsletter jüngst). Nach wie vor wünsche ich mir, dass auch -DIE- politische Linke, die näher an der Kultur ist als an den Bedürftigen und Schwächsten, von solcherlei Anwürfen Distanz nimmt. Denn solche Formen der Anwürfe stehen niemandem gut, zeigen sie doch auf, dass man bewusst eskalierende Pfade wählt. Und das wiederum zeigt, dass man schwach ist. Würden wir alle doch hie und da etwas zusammenspannen, täte es auch allen gut! Wer weiss. Vllt, wenn ich in 10 Jahren Stapi werden möchte 😉

    Mit bestem Gruss in diesen traumhaften Freitag.

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