Der Monolith macht den Unterschied. Er bildet den grössten vorstellbaren Kontrast zu allem, was ihn umgibt. Dunkel ist er und makellos. Er bringt Erkenntnis, er ist fremd, er provoziert. Sowohl im prähistorischen Afrika in Stanley Kubricks 2001: A Space Odyssey als auch auf dem Dorfplatz Aardorf. Hier wurde vor 15 Jahren eine Stahlskulptur Jürg Altherrs platziert und ein halbes Jahr später wieder entfernt. Die Bevölkerung hatte sich dagegen entschieden, überfordert von der Kraft des künstlerischen Werkes, von seiner Strenge, seiner formalen Präsenz.
Nun hat die Arbeit nach einigen Zwischenstationen nicht nur einen Namen, sondern einen neuen, wenn auch temporären Platz und obendrein eine andere Position. Aufrecht steht der Schlitz (Bild oben) vor dem Zeughaus Teufen. Er definiert den Raum, er ist das Mass, er ist ein Zeichen.
Und er bringt im Rahmen der Ausstellung «Überlagerte Schwingungen» die Qualität jener Arbeiten nach Teufen, die der aus Speicher stammende Künstler im öffentlichen Raum realisiert hat. So wie beispielsweise Heckenkörper ohne Haut bei der Empa in St.Gallen. Es sind Werke, die durchaus sperrig sind, dies aber auf eine Weise, die Kunst im öffentlichen Raum braucht. Sie stellen sich in den Weg, sie nötigen, sie stets aufs Neue wahrzunehmen und städtische Strukturen, Stadtplanung und die Kunst selbst zu reflektieren.
Das funktioniert bei Jürg Altherr im Grossen genauso gut wie im Kleinen. Die Ausstellung zeigt zahlreiche Arbeiten in handlichen Formaten. Dabei bleibt offen, ob es sich um Entwürfe für Plastiken im Aussenraum handelt, um Modelle also, oder um freie Ideenskizzen oder schliesslich um eigenständige Werke. Auf diese Weise gelingt einerseits mühelos der Anschluss an die Modelle Grubenmanns im Dachgeschoss des Hauses, anderseits schärft sich so der Blick auf die Qualitäten des Massstabes.
Altherr hat eigens für die Ausstellung zwei grosse Werke aus Wellpappe angefertigt. Obgleich rot angestrichen, ist die Wellenstruktur noch immer sichtbar. Je nach Blickwinkel erlaubt sie die Durchsicht oder verdichtet sich.
Diese Strukturen verbinden die Arbeiten Jürg Altherrs mit denjenigen seiner Frau. Thea Altherr fotografiert. Sie begibt sich mit der Kamera in die vom Menschen gestaltete Natur, nimmt aber die Eingriffe nicht als Fremdkörper, sondern um ihrer selbst willen wahr. So entfalten selbst Lawinenschutzbauten eine eigene Schönheit.
«Überlagerte Schwingungen»: bis April 2015, Zeughaus Teufen. Infos: zeughausteufen.ch
Bilder: Marcel Zünd
Nach einer ganz passablen ersten Halbzeit der Espen sowie Führung durch einen Elfmeter von Görtler vor der Pause, spielen die St. Galler dieses Resultat anschliessend herunter und holen sich die 3 Punkte.
Mehr als viereinhalb Stunden dauerte Der Prozess Pelicot im Theater St.Gallen. Milo Rau und Servane Dècle inszenierten einen Abend über sexualisierte Gewalt und chemische Unterwerfung – und über eine Gesellschaft, die von Männern mehr Verantwortung verlangt.
Die Menschenrechte stehen weltweit unter Druck. Doch wie konsequent setzt sich die Schweiz für sie ein? Ein neues Buch nimmt die Schweizer Menschenrechtspolitik kritisch unter die Lupe. An der Buchvorstellung im Square wurde über Widersprüche, Versäumnisse und mögliche Lösungen diskutiert.
In einer Tennishalle im toggenburgischen Unterwasser trafen sich vor zehn Jahren 5000 Neonazis zum grössten Rechtsrock-Konzert, das je im deutschsprachigen Raum stattgefunden hat. Linke Politiker:innen reagierten schnell, doch das Ergebnis ist ernüchternd.
Leopoldstadt am Vorarlberger Landestheater
Stimmrecht
Erntehelfer:innen sind in der Schweiz schlecht geschützt. Ihre Arbeitsbedingungen liegen oft in Graubereichen, Kontrollen sind schwierig. Eine Veränderung würde jedoch bedeuten, ein ganzes System auf den Kopf zu stellen.
Bücherherbst: Die Geschichte der Schweizer Uhrmacherkunst von Gion Mathias Cavelty
Die St.Galler Restaurants Toscana und The Pinch machten vergangene Woche über Nacht dicht. 15 Personen standen unvorbereitet auf der Strasse. Das verantwortliche Investoren-Duo schliesst nicht zum ersten Mal ein Restaurant in der Stadt. Das abrupte Ende wirft Fragen auf.
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Die St.Galler Regierung spart gegen ihren Willen weitere 60 Millionen Franken ein und rechnet für 2027 mit einem Plus von 55 Millionen Franken. Kulturelle Arbeit wird dabei weiter prekarisiert – mit einer grossen Ausnahme.
Filminstallation über Vergänglichkeit
Die alten Fabrikhallen sind aus Winterthurs Kulturleben nicht mehr wegzudenken. Sie wären aber nichts ohne engagierte und gut vernetzte Menschen. Saiten konnte auf Einladung des Kulturmagazins «Coucou» einige von ihnen treffen. Ein kleiner Stadtrundgang
Das Konzert und Theater St.Gallen zeigt eindringlich auf: Femizide existieren in der Schweiz noch immer im ungeheuren Ausmass. Die Inszenierung von Corinna von Rad setzt auf das Groteske in Georg Büchners Woyzeck und feierte am Samstag Premiere im Grossen Haus. Eine Produktion für «jeder-Mann»!
Viel Energie und noch viel mehr Punk gibts auf dem neuen Album Now To Ruin der Thurgauer Band S.G.A.T.V.. Getauft wird am 1. Oktober im Winterthurer Kraftfeld. Saiten hat vorab reingehört.
Wie können wir unseren Konsum nachhaltiger gestalten? In «Next Relations – Zukunft gestalten» zeigt das Gewerbemuseum Winterthur anhand von Arbeiten von Studierenden mögliche Ansätze. Eine anspruchsvolle Schau, die Hoffnung macht.
Die Ausstellung «Beyond the Manosphere. Masculinities today» im Kunstmuseum St.Gallen untersucht, wie Männlichkeit dargestellt, geprägt und gelebt wird. Und zeigt dabei auch ihre Widersprüchlichkeit.
Ein Schrebergarten wird im neuen Roman Verteidigung eines Gartens von Christina Walker zum Zufluchtsort. Darin lässt die Vorarlberger Autorin vielschichtige Charaktere ebenso aufblühen wie Apfelbaum und Johannisstrauch.
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Wer als Erntehelfer:in in der Schweiz arbeitet, tut dies in einer rechtlichen Grauzone. Das nützt vor allem einem System, das weder die Landwirt:innen noch die Konsument:innen im Alleingang ändern können. Ausserdem im Oktoberheft: zehn Jahre Unterwasser, eine Flaschenpost aus Halle (Saale), Kunst zum Thema Männlichkeit, Musik von The Black Salt und natürlich der Bücherherbst – mit neuer Literatur von Ostschweizer Autor:innen.