Spuren der Heimat
Die Oberuzwiler Galerie Fafou zeigt eine Einzelausstellung des Flawiler Künstlers Raffaele Ferraro. In «Spurensucher» geht es um Heimat, ums Bewahren, aber auch ums Loslassen.
Der Flawiler Künstler Raffaele Ferraro beim Aufbau seiner Ausstellung in der Galerie Fafou (Bild: pd)
Ist da, wo du wohnst, deine Heimat? Was ist das eigentlich, diese Heimat? Ist es ein Ort? Ein Mensch? Ein Gefühl? Welche Spuren hinterlässt man in dieser Heimat? Und welche hinterlässt sie in uns?
Diese grossen Fragen begleiten den in Neapel geborenen Künstler Raffaele Ferraro seit vielen Jahren. Ab dem 26. September zeigt er seine Arbeiten in der Einzelausstellung «Spurensucher» in der Galerie Fafou in Oberuzwil.
Dort ist die Galerie seit 2011 in einem ehemaligen Industriegebäude mit hohen Räumen untergebracht. Daniela Eigenmann, die bei der als ehrenamtlichen Verein geführten Galerie für die Kommunikation verantwortlich ist, erklärt: «Wir bieten Kunstschaffenden unabhängig von ihren Erfahrungen, ob Profi oder ganz am Anfang, eine Plattform. Es zählt das kreative Schaffen, die Qualität und Begeisterung darin.» Jährlich organisiert der Verein rund fünf Ausstellungen und kooperiert dabei auch mit anderen Institutionen wie etwa dem Living Museum in Wil.
Nun also zeigt Raffaele Ferraro, der im Alter von 26 Jahren in die Schweiz auswanderte und seit 1999 in Flawil wohnt, in der Galerie Fafou seine Arbeiten. Ferraro blicke auf eine lange Zeit des Malens zurück, so Eigenmann. In der Ankündigung zur Ausstellung heisst es, dass Ferraro schon als Kind in Italien für Tanten und die Grossmutter Bilder vom Papst oder von Verwandten und Bekannten nachgemalt habe.
In der Schweiz setzte er seine Studien fort und eignete sich als Autodidakt verschiedene Maltechniken an. Zudem belegte er Kunstkurse, unter anderem beim St.Galler Künstler und Kunstlehrer Karl A. Fürer. Heute setzt sich Ferraro in seiner künstlerischen Praxis mit alltäglichen Szenen ebenso wie mit dem Thema Heimat auseinander. Dabei arbeitet er mit Kohlestiften, Rötel, Bleistift und feinen Filzstiften, aber auch mit Aquarellfarben.
Die Schau in Oberuzwil sei das Ergebnis eines dialogischen Prozesses zwischen der Kuration und dem Künstler, erzählt Daniela Eigenmann. Dabei vereint «Spurensucher» Werke aus verschiedenen Schaffensphasen von Raffaele Ferraro. «Zeitlebens ist er immer ein Suchender geblieben. Stets im Wissen, selbst solche Spuren zu hinterlassen.» Die Installation Wegbegleiter – wachsen durch Loslassen zeige etwa, dass zum Suchen auch das Loslassen gehöre. Ein Schwarm Vögel symbolisiere hier Aufbruch: «Alles ist in Bewegung, nichts bleibt.»
Raffaele Ferraro – «Spurensucher»: Samstag, 26. September bis 11. Oktober, Galerie Fafou, Oberuzwil.
Vernissage am Samstag, 26. September, 19 bis 21 Uhr. Für musikalische Begleitung sorgt Willi Häne am Akkordeon.
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