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St.Gallens Boden-Schätze

Vom steinzeitlichen Feuerstein bis zum spätmittelalterlichen Lederschuh: Der Kanton St.Gallen hat erstmals eine professionelle archäologische Ausstellung. Am Donnerstag wurde sie eröffnet.

Von  Peter Surber

Das Prunkstück ist ein Streitobjekt:  In einer Vitrine sind steinere Zeugen der Frühzeit des Klosters St.Gallen zu sehen. Sie waren bis jetzt der Öffentlichkeit nicht zugänglich, sondern Teil jenes Grabungsguts, das der umstrittene Archäologe Hans Rudolf Sennhauser in den Sechzigerjahren bei der Renovation des Klosters ans Tageslicht befördert hat – und seither in seiner Privatsammlung in Zurzach hortet.

Für alle anderen Objekte, die jetzt in der neuen Dauerausstellung «Faszination Archäologie» zu sehen sind, ist der Eigentümer jedoch klar: der Kanton St.Gallen. Dessen Kulturchef Martin Klöti lobte die Eröffnung im Keller des Historischen und Völkerkundemuseums als «denkwürdigen Tag» nach rund zwölf Jahren Planungsarbeit. Der Kanton finanziert die Ausstellung und den Betrieb, die Stadt zahlt die Renovation des Museums, die Trägerstiftung gibt das Kellergeschoss dafür her: Rund 400 Quadratmeter, fast viermal soviel wie früher, stehen der Archäologie hier unten zur Verfügung.

Dieses «Joint Venture» (Stiftungspräsident Arno Noger) der drei Körperschaften war bei der Eröffnung denn auch Anlass für allseitiges Danken und «Schulterklopfen» (so ebenfalls Noger). Museumsdirektor Daniel Studer nahm den humorigen Ton auf und beorderte die dreiköpfige «FDP-Phalanx» Noger-Klöti-Scheitlin, eskortiert von sechs abenteuerlich kostümierten römischen Legionären, in den Keller, wo sie das rote Band zur neuen Sammlungspräsentation durchschnitt (Bild: Melissa Jetzer).

museumDrei Institutionen, ein renommiertes Ausstellungsbüro (Holzer Kobler Architekten) und ein langer Planungsprozess: Das weckt entsprechend hohe Erwartungen. Ob sie erfüllt sind, davon kann sich das Publikum am Wochenende bei freiem Eintritt ein erstes Bild verschaffen.

Vielfältig sind jedenfalls die museumspädagogischen Angebote: Ein Labor lädt zu archäologischen Experimenten, es gibt Arbeitsplätze für Recherchen und eine Kletterinstallation für die Kleinsten. Und die Werkzeuge der Archäologen, Spitzhacke, Schaufel und «Beseli», kann man in die Hand nehmen.

Die übrige Präsentation ist konventionell, mit Vitrinen und erklärenden Tafeln. Im Zentrum: der rund 30 Meter lange «Zeitstrahl», ein Modell der Siedlungs- und Verkehrsgeschichte der Ostschweiz, 50‘000 Jahre von der Steinzeit bis zur Gegenwart.

Sorgfältig und etwas spröd: Wie das Modell sind auch die Räume zu den Detailthemen gestaltet. Faszination stellt sich dann aber doch ein, beim genaueren Studium – Funde wie jene aus Alt-Weesen, dem 1388 nach der Schlacht von Näfels abgefackelten Dorf, aus den Römergrabungen von Kempraten (im Titelbild eine dort gefundene Fluch-Tafel) oder dem St.Galler Klosterviertel  dürften dazu beitragen, was sich Kantonsarchäologe Martin Schindler an der Eröffnung erhoffte: dass die Bevölkerung für die Schätze sensibilisiert wird, die sich unter ihrem Boden befinden und deren Schutz mit dem Siedlungs- und Baudruck immer mehr unter Druck gerät.

Tage der offenen Tür: Samstag und Sonntag, 17./18. Januar 10 bis 17 Uhr

Ein tem­po­rä­res Kunst­haus am Ro­ten Platz

Zum 36-jäh­ri­gen Be­stehen sei­ner Ga­le­rie Macel­le­ria d'ar­te trans­for­miert Fran­ces­co Bo­n­an­no ein leer­ste­hen­des Ge­bäu­de am Ro­ten Platz in St.Gal­len in ein bun­tes Haus vol­ler Kunst. Was als klei­nes Pro­jekt be­gann, wuchs zu ei­nem Ge­mein­schafts­werk von fast 100 Kunst­schaf­fen­den. 

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St.Gal­len und Lu­zern ha­ben mehr ge­mein­sam, als man zu­nächst denkt – oder doch nicht? «Null41» war mit der Sai­ten-Re­dak­ti­on in St.Gal­len un­ter­wegs.

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Ein Rück­blick auf die ver­ges­se­ne Künst­le­rin Mag­gy Mau­ritz

Das Küefer-Mar­tis-Hu­us in Rug­gell wid­met sich in ei­ner Re­tro­spek­ti­ve der Wie­der­ent­de­ckung ei­ner völ­lig über­se­he­nen Künst­le­rin: Mag­gy Mau­ritz war ei­ne Pio­nie­rin der Graf­fi­ti­kunst und des Lett­ris­mus.

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Nach Jahr­zehn­ten tref­fen sich Eva und Franz wie­der. Bei­de im fort­ge­schrit­te­nen Al­ter. Viel ist pas­siert und doch ist da noch Zu­nei­gung. Schwind­lig heisst der neue Ro­man der Ost­schwei­zer Au­torin Chris­ti­ne Fi­scher, in dem viel­schich­ti­ge Cha­rak­te­re auf fei­nes Sprach­ge­fühl tref­fen. 

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Senf
Heftvorschau 09/26
Luzern Winti St.Gallen, Neonazipfarrer, A(nita) bis Z(immermann)

Drei Kul­tur­ma­ga­zi­ne tun sich zu­sam­men, ver­glei­chen ih­re Städ­te und die Her­aus­for­de­run­gen, de­nen die Kul­tur ge­gen­über­steht. Sai­ten hat die Kol­leg:in­nen vom «Coucou» in Win­ter­thur be­sucht und das «Null41» war in St.Gal­len zu Be­such. Aus­ser­dem im Sep­tem­ber­heft: lau­ter Ju­bi­lä­en – von Ani­ta Zim­mer­mann über das Fi­gu­ren­thea­ter bis zur Mu­se­ums­nacht –, ein Pfar­rer auf brau­nen Ab­we­gen, ei­ne Fla­schen­post aus Af­gha­ni­stan und ein In­ter­view zum Hit­ze­som­mer und dem Kli­ma­wan­del.

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Mehr Di­ver­si­tät, mehr Durch­mi­schung

An sei­ner ers­ten Pres­se­kon­fe­renz als Lei­ter der St.Gal­ler Kel­ler­büh­ne schil­dert Hü­sey­in Cir­pi­ci sei­ne Ein­drü­cke der Stadt und ver­rät, was das Pu­bli­kum un­ter sei­ner Re­gie er­war­tet.

Von  Daria Frick
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Him­mels­stür­mend und oh­ren­be­frei­end

Der St.Gal­ler Kom­po­nist Charles Uz­or hat ei­ne Art po­li­ti­sches Ora­to­ri­um ge­schrie­ben. Am Sonn­tag wur­de es in der Kir­che Tro­gen auf­ge­führt: The Gre­at Wall. A La­by­rinth mit dem gran­dio­sen New Yor­ker Vo­kal­ensem­ble Ek­me­les.

Von  Peter Surber
Charles Uzor photo Michel Canonica

Ma­schi­nen­in­tel­li­genz trifft den Ton, aber nicht die Mu­sik

An den Ap­pen­zel­ler Bach­ta­gen er­klär­te die Me­di­en­wis­sen­schaft­le­rin Mer­ce­des Bunz, wes­halb die künst­li­che In­tel­li­genz krea­tiv sein kann – und war­um sie den­noch grund­le­gend an­ders ar­bei­tet als der Mensch. 

Von  Philipp Bürkler
Bachtage ki und musik 1

Kunstausstellung

Kunst öff­net Tü­ren

Von  Vera Zatti
Arthur Stobete nah

Weis­ses Va­ku­um und ei­ne ro­te Kra­wat­te

Ge­sell­schafts­kri­tik, Wir­bel­säu­len und Ge­len­ke, die kei­ne sind. Im Rah­men ei­ner Zwi­schen­nut­zung zei­gen vier Kunst­schaf­fen­de noch bis zum 29. Au­gust ih­re Ar­bei­ten im Ku­bik-Are­al in St. Gal­len.

Von  Vera Zatti
Transluzent Saiten 5

Das Kreuz mit den Ga­gen

Die Kul­tur hat kei­ne Lob­by? Am Stadt­kul­tur­ge­spräch vom Don­ners­tag­abend im Tal­hof war sie da: Ver­tre­ter:in­nen von acht Be­rufs­ver­bän­den stell­ten sich vor. Bren­nends­tes The­ma wa­ren ein­mal mehr die Ho­no­ra­re.

Von  Peter Surber
Stadtkultur2